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Aktuelles

20. April 2017

Landeskirche unterstützte wissenschaftliche Arbeiten

Promotionen führten zu drei Publikationen über neuzeitliche Kirchengeschichte

DRESDEN – Drei von der Landeskirche durch Stipendien unterstützte Promotionen  zur Erforschung der Geschichte des „Kirchenkampfes“ in der NS-Zeit innerhalb der neueren und neuesten Geschichte der Landeskirche konnten innerhalb des letzten Jahres erfolgreich beendet werden. Die entstandenen Arbeiten sind jetzt von drei namhaften Verlagen verlegt und in den Handel gebracht worden.

Bild: Die drei Publikationen nebeneinander

Das im letzten Jahr im Mohr Siebeck Verlag in Tübingen erschienene Buch von  Dr. Andreas P. Seidel steht im juristischen Kontext und untersucht das Wirken des Kirchenjuristen Erich Kotte (1886-1961), der Anfang der Zwanziger Jahre des 20. Jahrhunderts in das Sächsische Landeskonsistorium eintrat und dort von 1945 bis 1957, zuletzt als Präsident, arbeitete. In der zugrundeliegenden Promotion beleuchtet Seidel insbesondere die Prozesse der Landeskirche mit dem Freistaat Sachsen über die Staatsleistungen in der Weimarer Republik, den Kirchenkampf im Nationalsozialismus, den sogenannten „Zweiten Kirchenkampf“ in der DDR sowie die Verfassungsreform in der Landeskirche im Jahre 1950.

Die in diesem Jahr bei Vandenhoeck & Ruprecht in Göttingen erschienene Publikation des Theologen Dr. Markus Schmidt in der Reihe „Kirche – Konfession – Religion“ (Band 69) befasst sich unter dem Titel „Charismatische Spiritualität und Seelsorge“ mit dem Volksmissionskreis in Sachsen bis 1990. Schmidt untersuchte in seiner Promotion den Volksmissionskreis von seinen Wurzeln in der Bekennenden Kirche bis hin zur Zeit der Friedlichen Revolution. Er analysiert dabei die Seelsorgekonzeption und diskutiert die sich daraus ergebende Seelsorgepraxis kritisch. Seine Studie liefert nicht zuletzt einen wichtigen Beitrag zur kirchen-, frömmigkeits- und biographiegeschichtlichen Erforschung der Landeskirche im 20. Jahrhundert.

In der Reihe „Arbeiten zur Kirchen- und Theologiegeschichte“ der EVANGELISCHEN VERLAGSANSTALT Leipzig erschien ebenfalls in diesem Jahr im Band 48 das über 500-seitige Buch von Dr. theol. Mandy Rabe „Zwischen den Fronten“. Die Studie der Theologin zeichnet die Geschichte der sächsischen „Mitte“ nach. Diese kirchenpolitische Gruppierung positionierte sich während der NS-Zeit zwischen den Deutschen Christen und der Bekennenden Kirche. Von ihren Anfängen werden die Linien bis zur Auflösung der „Mitte“ als Sächsische Pfarrbruderschaft, so die offizielle Bezeichnung ab 1939, gezogen. Mit strukturellen Erläuterungen und fünf Personenbeispielen ist die Arbeit mit ausführlichen biografischen Angaben und einem umfangreichen Dokumentenanhang mit größtenteils erstmals gesichteten Quellen aus sächsischen Archiven versehen.

Zu den drei Autoren:

Dr. jur. Andreas P. Seidel, geboren 1986, Studium der Rechtswissenschaften nebst wirtschaftswissenschaftlicher Zusatzausbildung in Bayreuth; 2015 Promotion (Universität Halle-Wittenberg); seit 2015 als Rechtsanwalt in Zwickau tätig.

Dr. theol. Markus Schmidt, geboren 1986, Studium der Theologie, Studium der Theologie an der Theologischen Fakultät Leipzig von 2005 bis 2012, 2012-2015 Promotionsstipendiat, seit 2015 Vorbereitungsdienst (Vikar), 2016 Promotion (Universität Leipzig).

Dr. theol. Mandy Rabe, geboren 1985, studierte von 2004 bis 2012 Evangelische Theologie in Leipzig, Tübingen und Berlin. 2012-2015 Promotionsstipendiatin. Seit 2015 im Vorbereitungsdienst (Vikarin) in Leipzig. 2016 Promotion (Universität Leipzig).

„Aufgrund des erfreulichen Abschlusses dieser Arbeiten hat sich das Landeskirchenamt entschlossen, auch weiterhin zwei Stipendien für 24 Monate zur Verfügung zu stellen“, sagt Dr. Johannes Kimme, Präsident des Landeskirchenamtes. Derzeit fördere die Landeskirche zwei Promotionsprojekte.

Das eine – am Institut zur Erforschung von Evangelisation und Gemeindeentwicklung (Greifswald) – beschäftigt sich mit der Entwicklung von theologisch verantworteten Pfarrbildern am Beispiel peripherer ländlicher Räume. Das andere – an der Theologischen Fakultät Leipzig – geht der Frage nach, welche Rolle das religiöse Bekenntnis bei der Ablösung Jugendlicher vom Elternhaus in einer überwiegend konfessionslosen Umwelt spielt.

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