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Aktuelles

12. Juli 2017

Luther und der Protestantismus in Korea

Lied als Botschaft: „Friede mit Euch, mein Vater sandte mich, ich sende Euch“

Bild: Männerchor aus Korea in der Kreuzkirche
Koreanischer Männerchor der Presbyterian University and Theological Seminary und Musikerinnen


DRESDEN - Mit einer Vernissage in der ‚Alten Bibliothek‘ der Dresdner Kreuzkirche wurde am 12. Juli die Ausstellung „Martin Luther und der Protestantismus in Korea“ eröffnet. Es handelt sich um Linolschnitte der koreanischen Künstlerin Kyung Ah Min. Das Gravierungskunstwerk wurde vom 2015 bis 2016 von Frau Kyung zum 500-jährigen Reformationsjubiläum geschaffen. Der Bibelvers dafür ist »Nur der wird Gottes Anerkennung finden und leben, der ihm vertraut.« (Römer 1,17).

Bild: Pfarrer Holger Milkau im Ausstellungsraum
Pfarrer Holger Milkau

Gleichzeitig mit der Ausstellungseröffnung ist auch die Alte Bibliothek im Turm der Kreuzkirche im Zusammenhang mit dem Abschluss der umfangreichen Sanierungsarbeiten des Treppenhauses F neu erlebbar.
Bevor aber die Besichtigung des Raums und die Einführung in das Werk erfolgten, versammelten sich die Teilnehmer sowie Besucher der Kreuzkirche in der 12-Uhr-Mittagsandacht im Kirchenraum zum Friedensgebet.

Kreuzkirchenpfarrer Holger Milkau begrüßte alle Anwesenden, insbesondere koreanische Theologiestudenten, die ein neunköpfiges Vokalensemble bildeten. Ein Organist und zwei Musikerinnen, die in koreanischer Frauentracht landestypische Instrumente spielten, begleiteten den eindrücklich sinnlich singenden Chor. Es wurden Kompositionen in Deutsch und in Koreanisch gesungen.

Bild: Musikerinnen mit ihren Instrumenten
Gespielt wurde auf dem Haganeum (l.) und dem Gajaneum

Der Ökumene-Beauftragte, Oberkirchenrat Friedemann Oehme, verwies auf das diesjährige Reformationsjubiläum, in dem Christen aus vielen Ländern zusammen kämen. So auch die koreanischen Gäste, die zuvor Wittenberg besucht hätten. Oehme erinnerte an das Reformationsgeschehen, als viele mutige Christen das Evangelium neu und freudig zur Sprache und zum Klingen brachten. Jenen sei zu danken und ihrer zu gedenken, die mit der Botschaft in die Welt gingen.

Später seien es beispielsweise Presbyterianer und Methodisten gewesen, die im 19. Jahrhundert nach Korea kamen. Die Gemeinden seien in Vielfalt schnell gewachsen, so dass die Republik Korea (Südkorea) im Vergleich zu anderen asiatischen Ländern auch zu einem stark christlich geprägten Land wurde. Alleine 8.000 Missionare sollen alleine in einem Jahr von dort entsandt worden sein. In Sachsen gibt es koreanische Gemeinden in Dresden und Leipzig.

Bild: Übergabe des Bildes an Pfarrer Milkau
OKR Friedemann Oehme (l.), Ehemann der Künstlerin, Pfarrer Holger Milkau, Honorarkonsul Dr. Christoph Hollenders, Übersetzerin

Mit den koreanischen Gemeinden, den Besuchern aus dem Land und letztlich mit der Ausstellung, die zunächst in Wittenberg gezeigt wurde, treffe die christliche Botschaft auf Orte, von denen Glaube und Bekenntnis einmal ausgegangen seien, sagte der Ökumene-Referent. Am besten werde dies in den Bildinhalten deutlich, die noch bis zum 1. August in Dresden zu sehen sind.

Nachdem zahlreiche Stufen im Treppenhaus F erklommen waren, erläuterte Pfarrer Milkau den für die Öffentlichkeit neu geschaffenen Raum, in dem ein großes Holzkreuz zu sehen ist.
Es erinnere an eine Begebenheit im mittelalterlichen Dresden, als ein Holzkreuz aus Böhmen kommend, in Dresden anlandete und in einer feierlichen Prozession zur damaligen Nikolaikirche getragen wurde. Die stärker werdende Kreuzesverehrung war die Ursache, dass St.  Nikolai später Kirche zum Heiligen Kreuz genannt worden sei.

Bild: Übergabe des Bildes

Der Raum selbst, und damit die frühere Bibliothek der Kreuzkirche, sei aufgrund einer massiven Metalltür im Krieg unzerstört geblieben, aber seitdem nicht öffentlich genutzt worden. Nun stünde der Raum für Ausstellungen und Begegnungen am Rande des Turmaufgangs zur Verfügung.

Der südkoreanische Honorarkonsul Dr. Christoph Hollenders mit Sitz in Dresden war ebenfalls zur Andacht und Ausstellung gekommen und betonte den besonderen Anlass des Reformationsjubiläums als Gelegenheit der Begegnung. Neben den ökumenischen Bezügen seien die Menschen in Korea gerade gegenüber Deutschland hinsichtlich von Teilung und Wiedervereinigung aufgeschlossen, da sie eine tiefe Sehnsucht nach der Einheit ihres Landes hätten. Das zeige gerade das letzte koreanische Lied, das unten in der Kirche gesungen wurde.

Die Künstlerin Kyung Ah Min war wegen Krankheit verhindert und ihr Mann beschrieb ein Bild, ein Linolschnitt, dass der Kreuzkirchgemeinde als Geschenk überreicht wurde. Es zeigt das Ufer des Hangang (Han-Fluss) über den sich eine Brücke in mehreren Bögen spannt. Ein Schiff oder Floss symbolisiere die Arche Noah, aber auch die Schiffe, mit denen der christliche Glaube nach Korea gekommen sei. Eine Figur steht, wie Martin Luther in Worms, standhaft für den Glauben ein.

Bild: Blick in die Ausstellung mit interessierten Besuchern

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