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Aktuelles

17. Juli 2017 - RADEBURG

„Orgel des Monats Juli 2017“ im sächsischen Radeburg

Von Carl-Eduard Jehmlich vor 136 Jahren erbaut, vom Nachfahren derzeit saniert

Bild: Orgelprospekt in der Radeburger Stadtkirche (Foto: Stiftung Orgelklang)
Jehmlich-Orgel in Radeburg

RADEBURG - Das 1881 von Carl-Eduard Jehmlich erbaute Instrument in der Stadtkirche im sächsischen Radeburg ist die „Orgel des Monats Juli 2017“ der Stiftung Orgelklang. Verantwortlich für die Sanierung des Instruments ist ein Nachfahre des Erbauers. Die von der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) getragene Stiftung fördert die Maßnahmen mit 4.000 Euro.

Durch „das hohe handwerkliche und künstlerische Niveau der Werkstatt des Erbauers“, das Gutachten dem Instrument bescheinigen, ist die Jehmlich-Orgel in Radeburg insgesamt gut erhalten. Trotzdem muss sie nach 136 Lebensjahren nun überholt werden. Die Pfeifen müssen gereinigt, repariert und neu gestimmt werden, 29 Prospektpfeifen aus Zink sollen allesamt den originalen Pfeifen entsprechend aus Zinn neu gefertigt werden. Die Schleifladen sind infolge eines Wasserschadens ebenso zu überarbeiten wie die Traktur, Manuale und Pedale. Die Orgel muss umfassend gereinigt werden. An manchen Stellen zeigt sich Schimmel. Rund 90.000 Euro sind für die Instandsetzungsarbeiten in der Werkstatt von Ralf Jehmlich veranschlagt.

Bild: Sohn Ralf und Vater Horst Jehmlich in ihrer Werkstatt (Foto: EVLKS)
Ralf und Horst Jehmlich

Um den finanziellen Eigenanteil zu erbringen, gibt es viele Ideen in Radeburg: „Orgelbrot“ und „Orgelwurst“ werden verkauft, auch Aquarellzeichnungen oder Pfeifenpatenschaften sind gegen entsprechende Spenden zu erhalten. „Die Aktionen sind bisher gut angelaufen“, sagt Markus Mütze, der Kantor der Kirchengemeinde. Rund 18.000 Euro sind seit April schon zusammengekommen.

Mitte Mai ist das Originalinstrument aus der Stadtkirche in die Werkstatt nach Dresden gebracht worden. Der Bauzeitplan der Sanierer ist eng. Ostern 2018, so hofft der Kantor, kann er seinen Platz am Spieltisch wieder einnehmen, spätestens aber drei Wochen danach, zum Konfirmationsgottesdienst. Auf das instandgesetzte Instrument freut Markus Mütze sich sehr. „Die Posaune beispielsweise ist unglaublich weich, und der Klang der Orgel ist wunderbar geschlossen. Da macht das Spielen einfach Freude.“

Die Stiftung Orgelklang der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) präsentiert in jedem Monat eine „Orgel des Monats“. Insgesamt fördert sie in diesem Jahr 24 Projekte in einem Gesamtumfang von 122.000 Euro. Seit 2010 hat sie 173 Förderzusagen über insgesamt 1,2 Millionen Euro gegeben. Die Mittel dafür werden aus Spenden sowie Erträgen des Stiftungskapitals bereitgestellt.

Jehmlich Orgelbau Dresden GmbH

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