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Aktuelles

7. September 2017 - KOHREN SAHLIS

Tagung zu „Adel und Reformation“ auf Burg Gnandstein

Brüche und Kontinuitäten – Reformation vor Ort – Reformatorische Netzwerke

Bild: Ritter und Geistliche (Ausschnitt aus dem Programm-Faltblatt)

KOHREN-SAHLIS – Auf Burg Gnandstein wird sich am 7. und 8. September eine wissenschaftliche Tagung mit Vorträgen und Gesprächen mit Blick auf das Reformationsjubiläum 2017 dem Verhältnis von Adel und Kirche vor und nach der Reformationszeit widmen. Herausgestellt werden soll das traditionell christliche Selbstverständnis des Adels, das im Zuge der Reformation erhebliche Wandlungen erfährt. Am Ende des 16. Jahrhunderts findet man den landsässigen kursächsischen Adel fest im orthodoxen Luthertum verankert.

Bild: Ausschnitt Programm-Flyer

So werden Donnerstagnachmittag Beispiele von regionalen Aspekten und Auswirkungen der Reformation vorgestellt. Am Abend gibt es einen Empfang im Evangelischen Zentrum Ländlicher Raum, Heimvolkshochschule Kohren-Sahlis, die gemeinsam mit dem Institut für Sächsische Geschichte und Volkskunde e.V. in Kooperation mit den Staatlichen Schlössern, Burgen und Gärten Sachsen zur Tagung eingeladen hat und sie ausrichtet.

Reformation und Konfessionalisierung gehörten zu den fundamentalen Herausforderungen, denen sich im 16. und frühen 17. Jahrhundert auch der sächsische Adel zu stellen hatte. Diese Ereignisse griffen tief in adlige Lebens- und Verhaltensweisen ein. Sie brachten nicht nur Einschnitte bei der Ausübung der Patronatsrechte in den lokalen Kirchen, sondern zeigten sich auch im Wegfall von Versorgungsmöglichkeiten für jüngere Söhne durch geistliche Pfründen und sie tangierten die Unterbringung unverheirateter Töchter in Klöstern.

Darüber hinaus betrafen sie Fragen der persönlichen Frömmigkeit sowie der Norm- und Wertvorstellungen des Adels. Eng damit verbunden war ein neues Verständnis von Herrschaft. Das Bild des Hausvaters, der sich um die eigene Haushaltsführung ebenso fürsorglich kümmerte wie um das Seelenheil seiner Untergebenen, prägte nicht allein den Typus des evangelischen Landesvaters, sondern auch das normative Bild des patriarchalischen Grundherrn.
Am Freitag geht der Blick über Sachsen hinaus, inwieweit sich reformatorische Netzwerke zu Nachbarregionen und –länder ausbildeten und das lutherische Bekenntnis Eingang in die Adelshäuser fand.

PROGRAMM-Flyer

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