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Aktuelles

6. Oktober 2017

Friedensgebet und Gedenken an den 8. Oktober 1989

Jährliches Gedenken organisiert ein Initiativkreis Dresdner Bürger

Bild: Gedenken vor der Kreuzkirche an den 'Steinen des Anstoßes' (Foto: EVLKS, OK)

DRESDEN - Am Sonntag, 8. Oktober, um 17:00 Uhr, findet das alljährliche Friedensgebet zum städtischen Gedenktag der Friedlichen Revolution in der Kreuzkirche Dresden statt. Predigen wird Pfarrer Haroutune Selimian aus dem syrischen Aleppo. Er betreut dort die evangelisch-reformierte Bethel-Gemeinde mit vielen armenischen Christen, aber auch andere Gemeinden in Aleppo, deren Pfarrer geflohen sind. Für die Musik sorgt mit „Erhebet eure Herzen“ eine Initiative ehemaliger Kruzianer.

Bild: Schwerter zu Plugscharen (Foto: EVLKS, OK)

Im Anschluss an das Friedensgebet sind die Teilnehmerinnen und Teilnehmer eingeladen, über das Südportal der Kreuzkirche zu den „Steinen des Anstoßes" zu gehen. An dem Mahnmal wird Oberlandeskirchenrat i.R. Harald Bretschneider Pfarrer Haroutune Selimian die Friedensplakette „Schwerter zu Pflugscharen“ überreichen. Harald Bretschneider war in den 1980er Jahren Landesjugendpfarrer und steht für die Initiative „Schwerter zu Pflugscharen".
Die Veranstaltung findet in der Reihe „Dresden im Dialog – Internationale Wochen zu Frieden.Kultur.Stadt.“ statt.

Das Denk- und Mahnmal „Schwerter zu Pflugscharen - Steine des Anstoßes für eine Bewegung, die das Land veränderte" wurde am 8. Oktober 2010 eingeweiht. Die jeweils sieben Tonnen schweren Quader bildeten seit 1897 das Fundament des ehemaligen Baldachins über dem Hochzeitsportal der Kreuzkirche. Sie erinnern an den 8. Oktober 1989: An diesem Tag gelang es erstmals, einen friedlichen Dialog zwischen den oppositionellen Demonstranten und den Vertretern des DDR-Systems anzufangen. Nach den vorausgegangenen, tagelangen Demonstrationen begann damit in Dresden die friedliche Revolution.

Bild: Pfarrer Haroutune Selimian in seiner Gemeinde in Aleppo (Foto: per GAW)
Pfarrer Haroutune Selimian in Aleppo

Die Ereignisse in Dresden waren ein Signal, das von hier aus in viele andere Städte und Gemeinden der damaligen DDR weiter getragen wurde. Dresden war damit ein wichtiger Vorreiter für die sich anschließenden grundlegenden gesellschaftlichen Umwälzungen in unserem Land. Der Dresdner Stadtrat hat den 8. Oktober übrigens als „örtlichen Gedenktag zur Erinnerung an die friedliche Revolution des Jahres 1989“ bestimmt.

Im vergangenen Jahr erhielt das Denkmal „Steine des Anstoßes“ eine zusätzliche Inschrift:

"WÜRDIG IST ES   

ALLEN MENSCHEN   

EIN LEBEN IN FREIHEIT  

ZU LEBEN"

Das jährliche Gedenken für den 8. Oktober organisiert ein Initiativkreis Dresdner Bürger.
In diesem Jahr spricht zudem bereits am Vorabend, Sonnabend, 7. Oktober, 19:00 Uhr, Haroutune Selimian im Haus an der Kreuzkirche zum Thema „Evangelisch in Aleppo: Nach sechseinhalb Jahren Bürgerkrieg – welche Zukunft haben Christen in Syrien?“

Haroutune Selimian ist seit 1992 Pfarrer der evangelisch-armenischen Gemeinde in Aleppo. Er wurde 1963 in Aleppo geboren, studierte in den achtziger Jahren Theologie und Psychologie im Libanon. Es folgten Studienaufenthalte in den USA und der Schweiz.
Pfarrer Selimian bemüht sich mit seiner Gemeinde, angesichts des Krieges in Syrien das Leben in Aleppo und auch den Schulalltag der evangelischen Schule dort aufrecht zu erhalten. So wurde im Kirchhof ein Brunnen gebohrt, um die Menschen zu versorgen. Zudem gibt es an seiner Kirche eine Anlaufstelle für gehandicapte oder kranke Menschen. Seine Arbeit unterstützt das Gustav-Adolf-Werk (www.gustav-adolf-werk.de).

Kreuzkirche Dresden

 

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