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Aktuelles

30. März 2005

180 evangelische Kindergärten in der sächsischen Landeskirche

Bild: Kinder - Ausschnitt aus dem Logo des evangelischen Kinderhauses in Weinböhla

Derzeit kommt Bewegung in den Ausbau von Kindergärten in freier Trägerschaft

WEINBÖHLA -  Mit einem Festgottesdienst am 3. April 2005 feiert die Evangelisch-Lutherische St.-Martins-Kirchgemeinde in Weinböhla bei Dresden die Eröffnung ihrer drei Tage zuvor eröffneten Kindertagesstätte. Damit werden auf dem Gebiet der sächsischen Landeskirche derzeit 180 Kindergärten in evangelischer Trägerschaft geführt. Zudem werden in Döbeln demnächst ein durch die Flut im Jahre 2002 notwendig gewordener Ersatzneubau sowie der Neubau eines Kindergartens in Trägerschaft der Johanniter in Dresden-Laubegast ihrer Bestimmung übergeben. Ebenfalls für den Monaten April und Mai dieses Jahres gehen vier Kitas mit 300 Plätzen in Leipzig in die Trägerschaft des dortigen diakonischen Berufsbildungswerkes über. Diese am christlichen Werte- und Menschenbild orientierten Kindertagesstätten werden entweder unmittelbar von Kirchgemeinden, der Stadtmission (Diakonie), freien Wohlfahrtseinrichtungen wie den Johannitern oder Berufsbildungswerken getragen. Die sächsische Landeskirche ermuntert auch weiterhin die Kirchgemeinden, bei entsprechenden Gegebenheiten und Möglichkeiten, die Übernahme von Kindertagesstätten ernsthaft zu prüfen und wahrzunehmen, um die Vielfalt im frühpädagogischen Bereich durch  integrative und reformpädagogische Konzepte zu bereichern.

Für Gabriele Oehme als zuständige Referentin im Diakonischen Amt in Radebeul gruppieren sich insgesamt die sächsischen Kindertagesstätten im internationalen Vergleich im „oberen Mittelfeld“. Gerade von einem Berliner Kongress zurückgekehrt, bescheinigt die evangelische Kita-Referentin mit dem Personalschlüssel von einem Erzieher zu 13 Kindern die sächsische Situation als „eine gute Ausgangslage“. Für jedes Kind stünde in Sachsen ein Platz zur Verfügung, lediglich die lokale und regionale Verteilung „sorgt gelegentlich für Engpässe.“ Oehme sieht in der stärkeren „Professionalisierung“ in den Leitungsstellen gerade der großen Einrichtungen „einen Schritt in die richtige Richtung“, um besser zu motivieren und zu koordinieren. Die vielfach von den Erzieherinnen empfundene geringe Wertschätzung und Anerkennung ihrer Arbeit, die Oehme auch hinter dem hohen Krankenstand vermutet, sollte strukturell entgegengesteuert werden. In das derzeit neu erarbeitete Kita-Gesetz im Freistaat legt sie daher Hoffnungen auf entsprechende Verbesserungen. Schon seit der letzten Gesetzesnovelle 2002 ist der Freistaat Sachsen bemüht, den Anteil der freien und privaten Träger von Kindertagestagesstätten auf 60 Prozent zu erhöhen. Derzeit liegt er bei  43 Prozent. Alleine in diesem Jahr rechnet die Radebeuler Arbeitsstelle von einem Dutzend Übernahmeverfahren seitens evangelischer Träger wie die der Stadtmission Dresden und der Johanniter im Erzgebirge.

Die integrative Kindertagesstätte „Evangelisches Kinderhaus Gabenreich“ an der Hauptstraße 3a hinter dem „Lutherhaus“ in Weinböhla, die am 1. April eröffnet wird, geht auf eine Initiative von Eltern und der Kirchgemeinde in Weinböhla zurück, weil hier zunehmend Kindergartenplätze fehlten. Der kommunale Gemeinderat zeigte sich außerordentlich interessiert und kooperativ, so dass entsprechende Beschlüsse im Herbst 2002 fallen konnten. Den Hauptteil der Baukosten von 850.000 Euro trägt somit auch die politische Gemeinde Weinböhla, wobei immerhin 125.000 Euro aus kirchlichen Mitteln stammen.
Der vom Dresdner Architektenbüro Schaufel entworfene und in den letzten neun Monaten erstellte Rundbau, der an ein Lampion erinnert, soll schließlich 60 Kindern in vier Gruppen, darunter zwei Krippengruppen, aufnehmen. Das Haus steht allen Kindern vom 3. Monat bis zum Einschulungsalter offen, unabhängig von der Konfessionszugehörigkeit, kultureller Prägung sowie von seelischen, geistigen oder körperlichen Fähigkeiten. Nach Angaben des Kinderhauses soll eine lebensbezogene und situationsorientierte Pädagogik die Kreativität, Spielfreude, Neugier sowie das Selbstvertrauen und das Vertrauen der Kinder in die Umwelt wecken und stärken. Mit gemeinsamem Singen, Spielen und Beten soll der christliche Glauben im Alltag erlebbar gemacht und den Kindern vermittelt werden. Gezielte Beschäftigungs- und Bildungsangebote werden sich am Lebensumfeld der Kinder, am Rhythmus von Tages- und Jahreslauf und am Kirchenjahr orientieren. Das Kindergartenteam mit der Leiterin Anke Treuheit, drei Erzieherinnen und einem Erzieher nehmen sich vor, in der Beobachtung der Natur und dem Umgang mit Naturmaterialien, die Schöpfung für die Kinder erfahrbar zu machen. 
 
1. April:
 Öffnung des Kinderhauses für alle zu diesem Tag angemeldeten Kinder, Eltern und Erzieher und Erzieherinnen

2. April:
Tag der offenen Tür von 9:00 – 11:00 Uhr, danach Kinderkonzert mit  Christian Rau und Fredy Conrad

3. April:
9:30 Uhr Festgottesdienst mit Kindern, anschließend Festumzug von der Kirche zum Kinderhaus.
Festakt und Einweihung des Hauses.
An der Einweihung nimmt Oberlandeskirchenrat Harald Bretschneider aus Dresden teil.

Bild: Schnappschüsse von der Einweihung des Kindergartens mit Festgottesdienst
Festakt und Einweihung des Kinderhauses Weinböhla mit Oberlandeskirchenrat Harald Bretschneider

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