16. April 2005
Theologiestudenten zu Gast im Landeskirchenamt
Landesbischof: In einer Zeit der Rückkehr zur Religion den Glauben selbstbewusst und offen bekennen

Landesbischof Jochen Bohl im Gespräch mit Theologiestudenten im Landeskirchenamt
DRESDEN - 31 Theologiestudenten waren am 15. April 2005 zu Gast im Evangelisch-Lutherischen Landeskirchenamt Sachsens in Dresden und wurden zu Beginn ihres Aufenthalts vom Präsidenten des Landeskirchenamtes, Hans-Dieter Hofmann, begrüßt und mit der Struktur des Hause vertraut gemacht. Die Studierenden des Faches Evangelische Theologie aus verschiedenen Universitäten sollten an diesem Tag einen Einblick in die Arbeitsweise und die Aufgaben dieser landeskirchlichen Verwaltung bekommen. Die Studenten, die aber mehrheitlich an der Leipziger Fakultät studieren, gehören zu den 128 Theologiestudenten, die derzeit im Landeskirchenamt als Interessenten für den späteren Pfarrdienst der Landeskirche bekannt sind.
Neben der Vorstellung des Gesamtaufbaus und spezieller Arbeitsbereiche bestand für die Studierenden die Gelegenheit zu einem Gespräch mit Landesbischof Jochen Bohl. Insbesondere die Fragen zu Ausbildungsplätzen nach dem I. Theologischen Examen im sogenannten Vorbereitungsdienst (Vikariat) und spätere Anstellungsmöglichkeiten sowie die Entwicklungen bei der Beauftragung von Prädikanten standen im Zentrum des Interesses der Studenten. In diesem Jahr wird die Landeskirche zehn Vikare in den zweijährigen Vorbereitungsdienst übernehmen können, für den sich zuletzt 14 Bewerber einem Auswahlverfahren gestellt haben.
Der Landesbischof zeigte Verständnis für den vorgetragenen Wunsch auf eine Ausweitung von Vikariatsplätzen, verwies aber auch auf die Zwänge der Kirche, die in der personalen Perspektive die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen einbeziehen muss. So könne aus einer anhaltend niedrigen Geburtenrate in Zukunft ein „unlösbares Problem" für das Sozialwesen erwachsen.
Landesbischof Jochen Bohl machte aber auch den Studenten Mut, in einer Zeit der *Rückkehr zur Religion" den Glauben *selbstbewusst und offen" zu bekennen und missionarische Chancen zu nutzen. Bohl sprach die Errungenschaft der Freiheit an, die aber mit wachsender Individualität auch die Gemeinschaft in der Kirche schwächen kann. So sieht er seine Funktion in erster Linie als ein „Amt für die Einheit". Für den Bischof bedeutet das, aber auch für jede Pfarrerin und jeden Pfarrer, "zu den Leuten zu gehen und Anstöße zu geben", nicht zuletzt im Zusammenhang mit der Förderung ehrenamtlicher Mitarbeit.
Nach dem Gespräch mit dem Landesbischof wurden die Studenten über verschiedene Zuständigkeiten und den Aufbau des Landeskirchenamtes informiert und konnte sich in einzelnen Abteilungen über deren Arbeitsinhalte informieren. Einige der anwesenden Theolgogiestudenten werden das Landeskirchenamt spätestens wieder aufsuchen, wenn sie nach dem I. Theologischen Examen an der Uni und nach Abschluss der zweijährigen Vorbereitungszeit (Vikariat) zum II. Theologischen Examen in diesem Hause geprüft werden.(15.4.5)


