26. April 2005
Frauen treffen Frauen – Rogate 2005
Biblische Botschaft in die persönliche und historische Situation tragen

Begegnung steht im Mittelpunkt
DRESDEN - Zum Wochenende des Sonntags Rogate (d.h., bittet!) am 1. Mai treffen sich an 48 Orten in der sächsischen Landeskirche Frauen der Kirchgemeinden zum Gottesdienst und zur Begegnung. Das traditionelle Rogate-Treffen der Frauen steht in diesem Jahr unter dem alttestamentlichen Spruch: „Ich danke dir, Gott, dass ich wunderbar gemacht bin.“
„Viele kennen diesen Psalmvers und wissen um die Richtigkeit dieser Aussage, die dem Verstand völlig klar ist. In unserer Seele melden sich aber oft genug Gegenstimmen“, so Bettina Dörfel, die Landesleiterin der Kirchlichen Frauenarbeit in Sachsen. Diese Aussage solle in diesen Tagen „wieder auf’s Neue buchstabiert und entdeckt“ werden.
Dazu geben die Rogate-Frauentreffen Anregungen und Empfehlungen. So beispielsweise Gottesdienstentwürfe, die von einem Team von haupt- und ehrenamtlichen Frauen erarbeitet worden sind. Dieser Gottesdienstentwurf ist auch über das Internet der Kirchlichen Frauenarbeit unter Materialien abrufbar.
Die Rogate-Treffen wurden 1947 eingeführt, weil viele Frauen damals - durch den Krieg verwitwet - mit ihrer familiären Situation alleine fertig werden mussten. Darauf hin bot die Kirchliche Frauenarbeit für diese Frauen ein Fest unter dem Thema „Gottes Gebot für Frauen in Not“ an.
In den 80er Jahren änderte sich der Stil der Frauentreffen. Bis dahin stand ein längerer Verkündigungsteil im Mittelpunkt, der eine Rednerin voraussetzte. Dann wurden bis heute stärker Gestaltungen gewählt, bei der eine Moderatorin mit Frauen vor Ort das Treffen plant und durchführt.
Nach der Vorstellung der Landesleiterin ist das „Rogate-Frauentreffen“ die Vergewisserung der biblischen Botschaft in die jeweilige persönliche und historische Situation von Frauen. Alles in allem würde bei den Treffen, die sich wie ein dichtes Netz über die gesamte Landeskirche zögen, die „Vielfalt und Fülle der Ideen und Gaben unter den Kirchenfrauen sichtbar“, so Dörfel.
Der Rogate-Sonntag ist ein Festtag für die ganze Gemeinde, insbesondere für und mit den Frauen. Allerdings bekommen in zahlreichen Gemeinden die Frauentreffen durch einen speziellen Rogate-Gottesdienst ab 14:00 Uhr ein eigenes Gewicht. Beispielsweise in Seelingstädt bei Zwickau, wo eine Moderatorin aus der Schweiz begrüßt wird. In der barocken St.-Otto-Kirche in Wechselburg, in Hammerbrücke im Kirchenbezirk Auerbach, in der Dorfkirche Malkwitz für die nördliche Region von Oschatz, in der Zittauer Klosterkirche, in Küren bei Wurzen oder in Priesnitz bei Borna treffen sich Frauen zum Gottesdienst und anschließend zu einem gemeinsamen Kaffeetrinken.
Für die Dresdner Kirchenbezirke findet bereits einen Tag zuvor am Sonnabend, 30. April, das Rogate-Frauentreffen in der Apostelkirche Dresden-Trachau statt. Hier beginnt das Treffen um 14:30 Uhr zuerst mit einem gemeinsamen Kaffeetrinken, bevor der besondere Gottesdienst mit Kurrendegruppen des Kirchenbezirks Dresden Nord um 16:00 Uhr beginnt. In vielen Gemeinden wird die Rogate-Spende für die Bekämpfung der lebensgefährlichen Noma-Krankheit in Afrika verwandt.
Ebenfalls am 30. April Treffen sich die Frauen des Kirchenbezirks Marienberg um 14:00 Uhr in Großrückerswalde.
Der Sonntag „Rogate“ als Betesonntag folgt dem Singesonntag „Kantate“ und entstammt dem frühen liturgischen Brauch der Bittprozessionen. Er ist der sechste von sieben Sonntagen in der Osterzeit vor Christi Himmelfahrt. Diese Sonntage sind auch beliebte Termine für Konfirmationen in den Kirchgemeinden.(25.4.5)


