17. Mai 2005
30. Deutscher Evangelischer Kirchentag vom 25.-29. Mai in Hannover
Podium widmet sich auf dem Opernplatz Hartz IV und seinen Folgen

Plakat zum Kirchentag
DRESDEN / HANNOVER – Neben den Besuchern aus Sachsen, die kurzfristig und ohne Anmeldung am 30. Deutschen Evangelischen Kirchentag (DEKT) in Hannover teilnehmen werden, haben bisher über 1.200 Personen einzeln oder innerhalb von Gruppen ihr Kommen zugesagt. Darüber hinaus werden vom 25.-29. Mai in der EXPO-Stadt 737 Mitwirkende aus dem Gebiet der sächsischen Landeskirche erwartet. Alleine 20 Anmeldungen von Vertretern verschiedener Posaunenchöre liegen vor, darunter auch eine Abordnung der Sächsischen Posaunenmission aus Dresden. Ebenso viele Vertreter von Einrichtungen, Vereinen und Initiativen werden an Ständen auf dem Markt der Möglichkeiten ihre jeweilige Arbeit vorstellen und mit den vorbeigehenden Besuchern ins Gespräch kommen. Prominente Vertreter der sächsischen Landeskirche werden auch an Bibelarbeiten oder Diskussionen teilnehmen. So leitet der sächsische Landesbischof Jochen Bohl eine Bibelarbeit am Freitag, den 27. Mai.
Der Landesausschuss für Kongress und Kirchentag in der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsens, der zu Beginn des Jahres in Chemnitz, Dresden und Leipzig Informationsveranstaltungen zum Kirchentag durchführte, hat eine Fahrt für Konfirmanden zu diesem alle zwei Jahre stattfindenden größten evangelischen Kirchentreffen organisiert. Über 100 Konfirmanden sind bisher angemeldet, die aus verschiedenen Regionen Sachsens nach Hannover fahren und in einem Gemeinschaftsquartier unterkommen werden. Sie werden dann von der DEKT-Generalsekretärin Friederike von Kirchbach willkommen geheißen und erhalten grüne Basecapes mit dem Schriftzug „Konfi aus Sachsen“. Die „Konfis“ werden dann auch auf der wichtigsten sächsischen Veranstaltung auf dem Kirchentag, einem Podium zu Hartz IV und seinen Folgen, Aktionsstirnbänder verteilen. Das Podium findet am Sonnabend, den 28. Mai von 14:00 -16:00 Uhr auf der Open-Air-Bühne am Opernplatz unter dem Titel „Arbeitslosigkeit für alle“ statt. Vier Podiumsgäste, darunter der sächsische Staatsminister des Innern, Dr. Thomas de Maizière, werden sich der Frage stellen, wie das Problem der Arbeitslosigkeit im Osten dauerhaft gelöst werden kann. Die Moderation hat der Vorsitzende des Landesausschusses des sächsischen Kongress und Kirchentages, Dr. Ingolf Huhn, der hauptberuflich Generalintendant des Theaters Plauen-Zwickau ist.
Die Stimme der betroffenen Arbeitslosen soll in den Chören der Inszenierung „Die Dresdner Weber. Hommage an Gerhard Hauptmann“ des Staatsschauspiels Dresden künstlerisch gebündelt erfahrbar werden.
Zum 30. Deutschen Evangelischen Kirchentag 2005 werden wieder 100.000 Teilnehmer aus dem ganzen Bundesgebiet und ökumenische Gäste aus dem Ausland erwartet, die sich in Hannover vor allem auf dem Messegelände, in Kirchen der Stadt und an anderen innerstädtischen Orten treffen werden. Das Motto des Kirchentages „Wenn dein Kind dich morgen fragt ...“, fordert dazu auf, in Zeiten allgemeiner Verunsicherung umso überzeugender vom christlichen Glauben zu reden und ihn weiter zu geben. So will der Kirchentag hierfür ein Ort der Begegnung und des Dialogs mit Menschen aus anderen christlichen Kirchen, anderer Religionen und mit Gästen aus aller Welt sein, sowie auch mit jenen, die fern von Kirche und Glauben nach Sinn und Orientierung suchen.
Diesmal ist die Evangelisch-lutherische Landeskirche Hannovers Gastgeberkirche, bei der bereits zum vierten Mal das Protestantentreffen stattfindet. 1949, also vor 56 Jahren, wurde die Kirchentagsidee zum ersten Mal in Hannover umgesetzt. 1997 war die sächsischen Landeskirche Gastgeberkirche und Leipzig der erste Standort des gesamtdeutschen Kirchentages nach 1990 im Osten Deutschlands. Die besondere Form der Kongress-Arbeit nach der deutschen Teilung führte in Sachsen zu einer lebendigen Laienbewegung, die besondere regionale Kirchentage organisierte und eigene Akzente im atheistisch antikirchlich geprägten Alltag setzte. Insbesondere der Kirchentag in Leipzig im „Wendejahr“ 1989 hatte somit seine eigene Brisanz im Spiegel der sich anbahnenden gesellschaftspolitischen Entwicklungen jener Zeit.(16.5.5)


