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Aktuelles

9. Juni 2005

Lange Nächte in den Kirchen bieten abwechslungsreiches Programm

In Dresden verbinden organisierte Streifzüge Themen, Orte und Räume

Bild: Besucher informieren anhand von Schautafeln
Nacht der Kirchen 2005, Christuskirche DD-Strehlen

DRESDEN / LEIPZIG – In den beiden sächsischen Großstädten Dresden und Leipzig laden über 120 Kirchen und kirchliche Zentren verschiedener Konfessionen und Gemeinschaften zur Nacht der offenen Kirchen ein. In Leipzig wird dieses Ereignis am 1. Juli 2005 in der Zeit von 20:00 bis 24:00 Uhr zum ersten Mal stattfinden. Ein gleichfalls interessantes Programm aus Musik, Tanz, Meditation, Führungen und Leckereien erwartet die Besucher zuvor in Dresden, wo am 11. Juni zwischen 18:00 und 24:00 Uhr unter dem Motto „Gehen, Sehen, Entdecken“ die mittlerweile dritte „Nacht der Kirchen“ stattfindet, die von einer örtlichen ökumenischen Initiativgruppe vorbereitet wurde. Einzelne Programmpunkte gehen aber auch über Mitternacht hinaus und Angebote zu Gesprächen lassen vor Ort keinen Interessierten ratlos alleine stehen. Die Programmangebote für Einzelpersonen, Familien und Gruppen sind bei diesen bisher größten Gemeinschaftsaktionen der Kirchen kostenfrei.

Bild: Logo zur Nacht der Kirchen in Dresden

Von den Kirchen in Dresden-Rähnitz und –Wilschdorf im Norden der Landeshauptstadt mit Programmen unter anderem von Kindern und Jugendlichen bis nach Lockwitz im Süden mit Kirchen- und Orgelführungen in der Schlosskirche sowie von Hosterwitz im Osten mit Gitarrenkonzert bis nach Briesnitz im Westen mit Posaunen- und Orgelkonzert und Kirchenführungen haben die Gemeinden im Stundentakt oftmals mehrere Angebote im Wechsel. Die Umtriebigen können sich eine Tour von Andacht, Kunst, Jazz, Gospel, Geschichten, Theater, Tanz, Film, Meditation, Musik verschiedener Genre, Führungen und Kulinarisches selbst zusammenstellen, auch wenn die Wege recht weit sein können. Die weithin sichtbare und mächtige Christuskirche in Dresden-Strehlen feiert in diesem Jahr ihren 100. Geburtstag und lädt zu Kirchenführungen, Vorträgen und Turmbesteigungen ein. Eine Ausstellung erzählt über ihre Baugeschichte und Architektur.

Im Zentrum der Stadt sind die Verbindungen zu Kirchen noch fußläufig. In der Kreuzkirche beginnt die „Nacht der Kirchen“ mit der traditionellen Kreuzchorvesper mit den Kruzianern und zum Abschluss um 23:00 Uhr lädt ein Offenes Singen alle Dresdner Kirchenchöre ein. Das Gesamtprogramm bietet auch drei „Streifzüge“ jeweils als Themenpaket an, so unter dem Titel „Leben – Lieben – Lachen – Weinen“ eine Tour in vier Gotteshäuser der Innenstadt, darunter auch in die Synagoge der Jüdischen Gemeinde.
Zwei weitere Wege führen entweder thematisch zu Kirchen dreier großer christlicher Konfessionen und deren Bauentwicklung im Wechsel gesellschaftlicher Verhältnisse oder zum Typus Kirchenbau im Aufbruch in das vorige Jahrhundert anhand von drei Kirchen in den damaligen östlichen Dresdner Vororten. Darüber hinaus ist ein Orgelspaziergang zu verschiedenen Jehmlich-Orgeln in Dresdner Kirchen geplant. 

Unter dem Motto „aus der tiefe“ findet um 21:30 Uhr in der Loschwitzer Kirche ein geistliches Konzert der Hochschule für Kirchenmusik Dresden mit Vertonungen des 130. Psalms aus fünf Jahrhunderten statt. Gerahmt von zwei zeitgenössischen Kompositionen erklingen bei diesem Abschlusskonzert im Rahmen eines Aufbaustudiums der Kirchenmusikhochschule Werke von Josquin Desprez, Michael Praetorius, Nikolaus Bruhns, Johann Sebastian Bach und Jan Dismas Zelenka.
Ganz ohne Sponsoring konnte die Organisation und Werbung der „Nacht der Kirchen“ nicht durchgeführt werden. Unter der Koordinierung der „Kontaktstelle Kirche“ in Dresden taten sich neben zahlreichen Unterstützern vor allem die Sächsische Zeitung und das Unternehmen „Schäfer IT-Systems“ hervor.
In Leipzig unterstützten die Aktion die dortigen Stadtwerke und die Leipziger Volkszeitung.

Am 1. Juli auch in Leipzig nach Lust und Laune die Kirche und den Ort wechseln

Bild: Logo zur Nacht der Kirchen in Leipzig
Nacht der Kirchen in Leipzig

In Leipzig läuft die „Nacht der offenen Kirchen“ am 1. Juli ebenfalls unter der „Flagge“ der dortigen „Kontaktstelle Kirche“. Allerdings hat hier vor allem das Evangelische Jugendpfarramt den Anstoß für das erste große gemeinsame Kirchenevent gegeben und die organisatorischen Vorarbeiten geleistet. Auch hier konnten alle christlichen Konfessionen und Gemeinschaften für die Aktion gewonnen werden, so dass schließlich auf den Programmseiten 63 Veranstaltungsorte zu finden sind.
Fast alle Gemeinden sorgen nun für einen ereignisreichen Abend. Mancherorts kann man sich am Feuer wärmen, an  anderer Stelle wird man durch Leckereien zum längeren Verweilen verführt. Labyrinthe können durchschritten und im Tanz kann der tiefen Sehnsucht im Leben begegnet werden. Hier wechseln jede halbe Stunde die Angebote.

Zwei Fahrten, die an der Hoffnungskirche in Leipzig-Knauthain um 20:15 und 22:15 Uhr beginnen, stehen unter dem Titel „Kirchfahrt Südwest – 1000 Jahre Sakralbauten im Leipziger Südwesten“ und führen zu verschiedenen Kirchen unterschiedlicher Epochen. Neben Führungen, Turmbesichtigungen in Kirchen und Kapellen stellen sich auch besondere Zentren vor. Das Berufsbildungswerk für Hör- und Sprachgeschädigte (BBW) wird im dortigen Meditationsraum mit dem Gebärdenchor, der Tanzgruppe, der Step-Aerobic-Gruppe zusammen mit einer Vokalistengruppe eines Gospelchores ein bewegtes Programm bieten. Von und für Jugendliche führt im Theater Otto-Schill-Straße 7 ab 20:00 Uhr die Theatergruppe des Evangelischen Schulzentrums zusammen mit der Gruppe JAZZMOSPHERE ein Arrangement „JAZZundLYRIK – gegenwä(e)rtig“ auf. Das Leipziger Missionshaus in der Paul-List-Straße 9 öffnet auch seine Türen für Bildvorträge und Berichte aus fernen Partnerländern. In der Lutherkirche am Johannapark wird das dortige Vorhaben des Forum Thomanum mit musikalischen Beiträge vorgestellt.

Musikalisch wird an fast jedem Veranstaltungsort Interessantes zu vernehmen sein. So spielt Professor Holm Vogel in der Auferstehungskirche in Leipzig-Möckern um 22:30 Uhr auf der ältesten Orgel Leipzigs. Kirchenmusikalische Programmpunkte gibt es unter anderem in Leipzig-Großzoscher, -Eutritzsch, -Sellerhausen, -Schönefeld, -Wahren, -Knauthain, -Gundorf, - Thekla und in Mölkau.
Im Zentrum wird den Besuchern eine Orgelführung in der Nikolaikirche geboten und in der Thomaskirche dürfen die Besucher sogar die Kanzel „erklimmen“.
In Leipzig wie Dresden gibt es auch für Kinder und Jugendliche spezielle Programme, die meist an den Anfang des Abends gelegt wurden, während die Erwachsenen wie beispielsweise in der Bethlehemgemeinde in der Südvorstadt den Abend mit einer „Andacht unter dem Sternenhimmel“ um 23:30 Uhr mit anschließendem Lagerfeuer ausklingen lassen können.(8.6.5)  

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