23. Juni 2005
Missionshaus entsendet vier Freiwillige nach Südindien, Tansania und Papua-Neuguinea
Ein Missionar berichtet über seinen Einsatz in Papua-Neuguinea

Missionshaus in der Paul-List-Straße in Leipzig
LEIPZIG – Im Evangelisch-Lutherischen Missionswerk Leipzig in der Paul-List-Straße 19 findet vom 24. bis 26. Juni das 169. Jahresfest statt. Auf dem Missionsfest, wo auch die Mitgliederversammlung des Freundes- und Förderkreises zusammenkommt, wird über neuere Entwicklungen in den Partnerkirche berichtet. Ein besonderes Ereignis ist die Aussendung von drei jungen Frauen und einem Mann im Alter zwischen 19 und 22 Jahren, die im Sonntagsgottesdienst des 26. Juni für ein Freiwilligenjahr als Praktikanten nach Südindien, Tansania und Papua-Neuguinea gehen werden. Die zwei Frauen, Lotta Schwedler aus Berlin und Anita Ludwig aus Sachsen, die in den gleichen Ort im Distrikt Tamil Nadu geschickt werden, bleiben allerdings nur sechs Monate und unterstützen dort einerseits die Frauenarbeit gegen Benachteiligungen und ein Kindertagesstätten-Projekt. Die dritte Praktikantin, Sara Hönsch aus Eisenach wird in Nordtansania ebenfalls an einem Projekt der dortigen Frauenarbeit mitarbeiten, während der 22-jährige Sebastian Todt aus Halle im fernen Papua-Neuguinea in der Partnerkirche Computer installieren und Kurse zur Textverarbeitung durchführen wird. Nach dem Gottesdienst in der Peterskirche am Schletterplatz, der um 9:30 Uhr beginnt, stellen sich die vier Praktikanten den Fragen zu Beweggründen und Erwartungen ihrer bevorstehenden Auslandseinsätze. In diesem Zusammenhang wird sich auch die neue Leiterin für Öffentlichkeitsarbeit im Leipziger Missionshaus, die Kommunikations- und „Eine-Welt“-Expertin Antje Queck (25) aus Rochlitz, vorstellen.
Die Jahrestagung im Leipziger Missionshaus beginnt am 24. Juni um 19:30 Uhr mit Geschichten und Liedern aus den Partnerkirchen des Missionswerks, wo unter anderem aus Indien ein Vertreter einer kirchlichen Mittelschule berichten wird. Der Studientag am 25. Juni beginnt um 9:00 Uhr mit Andacht und Begrüßung durch den Direktor des Leipziger Missionswerks, Michael Hanfstängl, bevor ein Vortrag von Pfarrer Rolf Strobelt (46) zum Thema „Behinderung, Krankheit und Aberglaube als missionarische Herausforderungen“ beginnt. Strobelt, Missionar auf Heimaturlaub, ist seit Jahren von der sächsischen Landeskirche für den Auslandseinsatz in der Evangelisch-Lutherischen Partnerkirche Papua-Neuguineas beurlaubt und arbeitet dort als „Pioniermissionar“ im unzugänglichen Hochland.
Im Übrigen wird der dortige Bischof Kigasung von der Ev.-Luth. Kirche in Papua-Neuguinea, die zahlenmäßig fast die gleiche Mitgliederzahl wie die sächsische hat, am 27. Juni nachmittags zu einem Besuch in Leipzig ankommen und am Tag darauf mit Landesbischof Jochen Bohl in der Dresdner Bischofskanzlei zusammentreffen. Aus terminlichen Gründen wird Bischof Kigasung aber nicht am Jahresfest teilnehmen können, wo am Studientag des 25. Juni weitere Vorträge und Gesprächgruppen stattfinden. Um 19:30 Uhr gibt es einen Abend der Begegnung mit einer Entdeckungsreise durch das Missionshaus unter dem Titel „In 80 Minuten um die Welt“, bevor am nächsten Tag der Festgottesdienst in der Peterskirche beginnt. In dem Abendmahlsgottesdienst wird der Referent des Missionshauses, Karl Albani predigen, der selbst bis 1998 als sächsischer Pfarrer in Papua-Neuguinea arbeitete.
Das heutige Missionswerk wurde 1993 in der Trägerschaft der Evangelisch-Lutherischen Kirche Mecklenburgs, Sachsens und Thüringens gegründet. Das erste Missionswerk in Sachsen gründete sich 1836 in Dresden und zog 1856 in die Paul-List-Str. 19 nach Leipzig um. 1840 wurde der erste Missionar nach Südindien entsandt; 1893 begann die Arbeit am Kilimandscharo in Tansania und 1953 kam die Arbeit in Papua Neuguinea hinzu. Während der DDR-Zeit wurden zwar die Verbindungen zu den Kirchen und Institutionen in Übersee gehalten, aber erst 1989 konnte wieder Personal entsandt werden. Durch das Freiwilligenprogramm, bei dem sich jedes Jahr rund 15 junge Menschen bewerben, haben einige ausgewählte Praktikanten in den Partnerkirchen die Möglichkeit, andere Lebens- und Glaubenserfahrungen zu machen und ihren Horizont für die Problemlagen anderer Länder zu weiten.


