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Aktuelles

28. Juni 2005

Landesbischof bekräftigt Friedensauftrag der Weltreligionen

Bohl sieht mit „Rückkehr zur Religion“ eine höhere Verantwortung für die Kirchen

Bild: Beide Bischöfe vor Bild von Landesbischof i.R. Dr. Johannes Hempel
Landesbischof Bohl und Bischof Kigasung vor dem Gemälde von Landesbischof i.R. Dr. Hempel

DRESDEN – Der sächsische Landesbischof Jochen Bohl hat angesichts des 475. Jahrestages des „Augsburger Bekenntnisses (Confessio Augustana) dazu aufgerufen, weiterhin an der „unbestreitbar positiven Entwicklung“ in Übereinstimmungen mit der Römisch-katholischen Kirche festzuhalten und sich weiter den ökumenischen Aufgaben zu stellen. Diese eigenen Erfahrungen sollten angesichts der gegenwärtig zu beobachtenden „Rückkehr zur Religion“ nach Ansicht von Bohl weltweit dazu führen, dass die Religionen einen „aktiven und wichtigen Beitrag zum friedlichen Miteinander der Völker und Nationen leisten“ und gemeinsam „Instrumentalisierungsversuchen“ widerstehen.

Anlass für das neuerliche ökumenische Bekenntnis einerseits und die Sorge um den bedrohten Frieden auf vielen Erdteilen, war der Besuch des Leitenden Bischofs der Evangelisch-Lutherischen Kirche Papua-Neuguineas, Dr. Wesley Kigasung (54), am 28. Juni 2005 beim Landesbischof in Dresden. Kigasung gilt als einer der führenden Theologen des pazifischen Raumes. Er hielt 2003 in Winnipeg einen vielbeachteten Vortrag auf der 10. Vollversammlung  des Lutherischen Weltbundes zum Hauptthema „Zur Heilung der Welt“ (For the Healing of the World) und war mehrere Jahre in seinem Land Direktor des Ökumenischen Forschungsinstitutes für Pastoral und Sozioökonomische Studien.

Im Gespräch mit Bischof Kigasung informierte sich der Landesbischof über das gegenwärtige Umfeld, in der sich die lutherische Kirche Papua-Neuguineas befindet. Große Herausforderungen stellten sich unter anderem im Zusammenwachsen der kulturell unterschiedlich geprägten Landesteile, in den sozialen und wirtschaftlichen Umbrüchen sowie in der Umweltproblematik. In der Kirche selbst, sähen sich manche Gemeinden einer Zerreißproben durch amerikanisch geprägte evangelikale Gruppen ausgesetzt.
Während seines Gesprächs mit dem Landesbischof sprach der neuguineische Bischof eine Einladung gegenüber Bohl aus, die Evangelisch-Lutherische Kirche in Papua-Neuguinea zu besuchen. Angesichts der 50-jährigen Unabhängigkeit dieser fast einer Million Mitglieder starken Kirche im pazifischen Raum und der ebenso langen partnerschaftlichen Beziehungen zum Missionswerk in Leipzig, plant der Landesbischof einen Gegenbesuch für das nächste Jahr. Beide Bischöfe bekräftigten die bisherige enge Partnerschaft und streben übereinstimmend eine weitere Vertiefung dieser gewachsenen Beziehungen auf verschiedenen Ebenen an.

Dr. Wesley Kigasung hält sich derzeit auf Einladung dreier Missionswerke in Deutschland auf, so auch seit dem 27. Juni zu einem Kurzbesuch beim Evangelisch-Lutherischen Missionswerk in Leipzig. Er wird bis zum 30. Juni Gastvorlesungen an den Theologischen Fakultäten in Dresden und Leipzig halten und am 28. Juni abends mit Vertretern des Partner-Kirchenbezirks Bautzen im ostsächsischen Bischofswerda zusammentreffen. Am letzten Besuchstag von Bischof Kigasung wird er mittags mit dem Leipziger Superintendenten Martin Henker die Leipziger Nikolaikirche und im Anschluss eine Ausstellung im Missionshaus über Papua-Neuguinea besuchen. Abends führt der Bischof Gespräche mit jungen Theologen der sächsischen Landeskirche, bevor er am nächsten Tag nach Bayern weiterreisen wird.
Begleitet wird der Bischof auf seiner Besuchstour in Sachsen durch den Länderreferenten für Papua-Neuguinea im Leipziger Missionshaus, Pfarrer Karl Albani.

Bischof Dr. Wesley Kigasung als Missionarssohn 1950 in Lae geboren, studierte später am dortigen englischsprachigen Martin-Luther-Seminar der Kirche und wurde Mitte der 70er Jahre zum Pastor ordiniert. Der Landpastor wurde dann später zu weiteren Studien delegiert, unter anderem nach Deutschland und den USA, wo er als erster Theologe seiner Kirche promovierte. 1998 wurde Kigasung zum leitenden Bischof gewählt.
Die Evangelisch-Lutherischen Landeskirchen Sachsen, Mecklenburg und Thüringen unterstützen über das Evangelisch-Lutherische Missionswerk Leipzig die Kirche partnerschaftlich durch die Entsendung von Mitarbeitenden, aber auch finanziell. Ein Schwerpunkt des Engagements liegt in der theologischen Aus- und Weiterbildung, in der Frauenarbeit, beim Gesundheitsdienst und in der Stärkung der Finanzverwaltungen. Darüber hinaus gibt es  Partnerschaften zwischen Gemeinden und Kirchenbezirken der Landeskirchen mit Distrikten und Gemeindeverbänden.(28.6.5)

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