13. Juli 2005
Podiumsgespräch mit Bischöfin Dr. Margot Käßmann
Gorßes Interesse - ursprünglich war im kleineren Kreis ein "Rundgespräch" geplant

Bischöfin Dr. Margot Käßmann aus Hannover als Gast auf der Podiumsveranstaltung der Frauenarbeit am 14. Juli
DRESDEN - Die seit vier Jahren durch die Kirchliche Frauenarbeit der sächsischen Landeskirche durchgeführten "Rundgespräche" mit dem Titel "Frauen, die sich trauen" erfährt in diesem Jahr eine Fortsetzung in einer Podiumsdiskussion am 14. Juli um 14:00 Uhr in der Dresdner Dreikönigskirche. Neben drei Frauen, die aus dem katholischen, dem evangelischen und einem außerkirchlichen Hintergrund heraus der Frage nachgehen, wie eine gerechte Gemeinschaft zwischen Frauen und Männern erreicht werden kann, wird auch die Landesbischöfin der hannoverschen Landeskirche, Dr. Margot Käßmann, am Gespräch teilnehmen. Ursprünglich war diese Veranstaltung mit einer überschaubaren Zahl von bis zu 70 Interessentinnen aus Politik, Landessynode und Frauenarbeit als eine offene Gesprächsrunde geplant gewesen, bis die Anmeldungen von 120 überschritten waren und der "kontrollierte Zugang aufgegeben wurde", so die Landespfarrerin der Kirchlichen Frauenarbeit, Angela Lau. Die Veranstaltung sei eigentlich nur für Frauen gedacht gewesen, so Lau, aber es soll keiner "weggeschickt" werden.
Nun findet eine Podiumsdiskussion im Kirchraum der Dreikönigskirche statt, mit der die Landespfarrerin die Hoffnung verbindet, dass hier auch konkret die Vereinbarkeit von Beruf und Familie im Zusammenhang mit der Rollenverteilung der Geschlechter angesprochen wird. Da will sie schon gerne auf "patriarchalische Strukturen" aufmerksam machen, die das bisher verhindern würden. Eine Lösung dieses Problems könne dann nach Lau auch zur Beantwortung der eigentlichen Frage führen, "was geschehen muss, damit die Kirche ein Ort sein kann, wo sich "Frauen und Männer das ‚Sagen' und die Verantwortung teilen können". Deshalb wurde als ein "lebendiges" Beispiel für Frauen in Leitungsverantwortung Bischöfin Käßmann als eine Frau "die sich traut" eingeladen. Die Landespfarrerin ist sich sicher, dass es potentiell alle Frauen sind, "die sich trauen", nur geschähe vieles in der Rolle als Mutter im "Verborgenen" und der berufliche Zugang in die Leitungsverantwortung stünden „strukturelle Behinderungen im Wege“. Als Beleg dafür, aber auch als "keine Alternative" sei die „erschreckende“ Tatsache zu nennen, dass in Deutschland 40 Prozent der Hochschulabsolventinnen kinderlos seien, um erst im Beruf Fuß fassen zu können, um dann voranzukommen.
Der praktische Ablauf des Podiumsgesprächs wird schließlich so aussehen, dass drei Frauen aus ihrem Lebensweg heraus beispielhaft ihre Rollenerfahrungen vorstellen und Landesbischöfin Margot Käßmann diese Voten mit ihren Erfahrungen im gesellschaftlichen Umfeld und in der Kirche vergleicht. Einige Zuspitzungen und Thesen sollen dann die Besucherinnen zu Nachfragen und zu eigenen Äußerungen animieren. Am Ende wünscht sich die Landespfarrerin Angela Lau im "Idealfall" eine Vision, die zu Hoffnung Anlass gibt, weiterhin die Kraft zu behalten und Freude zu empfinden bei dem weiteren "gemeinsamen Weg zu einer gerechten Gemeinschaft von Frauen und Männern".
Landesbischof Jochen Bohl ermutigte und betonte im Vorfeld dieser Veranstaltung erneut die Bereitschaft der Landeskirche, Frauen zu ermutigen und zu fördern, damit sie ihre vielfältigen Gaben und Erfahrungen auch in die Leitungsverantwortung einbringen können.(11.7.5)


