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Aktuelles

8. September 2005

Landeskirche legt Hilfe-Bilanz zur Tsunami-Katastrophe vor

Diakonie hat Spendenkonto für amerikanische Hurrikan-Opfer eingerichtet

DRESDEN – Der Finanzdezernent im Landeskirchenamt, Oberlandeskirchenrat Reinhard Kersten, bilanzierte nach Abschluss der Spendeneingänge für die Flutopfer der Tsunamie-Katastrophe in Südasien ein „beispiellose Hilfsbereitschaft“. Nach seinen Angaben wurden in den sächsischen Kirchgemeinden 611.799,59 Euro gesammelt, die in den vergangenen acht Monaten entweder der Diakonie Katastrophenhilfe oder den Projekten des Leipziger Missionswerkes überwiesen wurden. Unberücksichtigt davon bleiben Überweisungen von privater Seite, die in der von 24 der 25 Kirchenbezirke zusammengestellten Übersicht nicht enthalten sind.

Nach Aussage des Finanzdezernenten hat die Spendenbereitschaft der Kirchgemeinden sogar um über 7.000,-- Euro über der nach der Flutkatastrophe 2002 in Sachsen gelegen. Auslöser für die außerordentliche Hilfsbereitschaft war der Aufruf von Landesbischof Jochen Bohl Ende letzten Jahres, eine Sonderkollekte in den Gottesdiensten zum Jahreswechsel zu sammeln. Das Landeskirchenamt beschloss zu dieser Zeit einen Spendenbeitrag von 30.000 Euro im Rahmen einer Soforthilfe bei Naturkatastrophen.
Zahlreiche Sammlungen und Sonderaktionen in Gemeinden wie Benefizkonzerte folgten in den darauffolgenden Wochen und Monaten.

Der von der sächsischen Muldeflut besonders heimgesuchte Kirchenbezirk Grimma konnte keine Angaben über das Spendenaufkommen machen, weil sich die Kirchgemeinden und Kirchgemeindeglieder einem Sofort-Projekt des dortigen Landratsamtes angeschlossen haben. Mit einer sicherlich nicht geringen Summe haben sie damit ein Projekt in Talalla in Sri Lanka unterstützt.

In der Höhe der Spendensammlung taten sich insbesondere die Kirchenbezirke Aue, Annaberg und die beiden Dresdner Kirchenbezirke hervor. Im erzgebirgischen Aue kamen fast 97.000,-- Euro zusammen, wo die Kirchgemeinde Hartenstein mit 15.589 Euro das höchste Spendenergebnis vorweisen konnte. Ebenfalls mit Abstand sehr hohe Kollekten als finanzielle Hilfe für die Flutopfer in Südasien haben die Dresdner Kreuzkirchgemeinde und die Kirchgemeinde Wiesa im Kirchenbezirk Annaberg gesammelt.

Nach aktuellen Angaben der Diakonie Sachsen sind bis einschließlich August diesen Jahres insgesamt Flutspenden in Höhe von fast 790.000 Euro eingegangen. Das Leipziger Missionswerk, das derzeit konkrete Projekte wie den Bau von Häusern oder die Beschaffung von Fischerbooten und Südindien umsetzt, hat neben Beträgen anderer Trägerkirchen und privater Spender bis jetzt 473.000 Euro für die Tsunamie-Überlebenden erhalten.

Angesichts der Opfer und Zerstörungen durch die Stürme und Fluten im Süden der USA besteht auch hier aktuell über die Diakonie Sachsen die Möglichkeit, die Diakonie Katastrophenhilfe mit ihren kirchlichen Partnerorganisationen zu unterstützen. Die Arbeit der Hilfseinrichtungen laufen schon seit Tagen auf Hochtouren, so dass jetzt die Nothilfemaßnahmen mit Lebensmitteln, Decken und Hygiene-Artikeln greifen. Dennoch stellen sich alle Beteiligten auf eine längerfristige Unterstützung und nötigen Erfahrungsaustausch ein, um besonders die Bevölkerung unterhalb der Armutsgrenze zu erreichen und sinnvoll zu unterstützen.

Spendenkonten für die Arbeit der Diakonie Katastrophenhilfe:

  • Diakonie Sachsen
    Konto: 100 100 100 + Kennwort „Hurrikan USA“
    LKG Sachsen, BLZ 850 951 64
  • Diakonie Sachsen
    Konto: 100 100 100 + Kennwort: „Überschwemmung Osteuropa“
    LKG  Sachsen, BLZ: 850 951 64
  • Diakonie Sachsen
    Konto: 100 100 100 + Kennwort: „Fluthilfe Asien“
    LKG  Sachsen, BLZ: 850 951 64

 

Evangelisch-Lutherisches Missionswerk Leipzig

Fischerboote wurden bereits ausgeliefert und mit Hausbau wurde begonnen

Bild: Boote für Chandrapadi
Boote für Chandrapadi

LEIPZIG - Für den Wiederaufbau an der Küste von Tamil Nadu in Südindien hat das Leipziger Missionswerk bislang rund 473.000 Euro an Spenden erhalten.
Für diese überwältigende Hilfsbereitschaft vieler Spender und Spenderinnen konnte das Leipziger Missionswerk bis jetzt 1.175 Familien in Tamil Nadu beim Aufbau einer neuen Existenz unterstützen.
Bei Sadras wurden 880 Familien mit dem Nötigesten der Anfangszeit versorgt. Mit Lebensmittel, Kleidung und Seife konnten den Familien sofort nach der Katastrophe geholfen werden.
Am 8. Juni 2005 wurden 20 Boote, Außenbordmotoren und die Fischernetze in Chandrapadi ausgeliefert. Je fünf Familien bekamen ein Fiberglasboot.
Gemeinsam mit dem Ev.-luth. Missionswerk Niedersachsen (ELM) entstehen 187 Häuser in der Nähe von Sadras .
„Die Not ist immer noch riesengroß,“ so Indienreferentin Ute Penzel. „Am Meisten betroffen sind wieder die Ärmsten und Schwächsten. Wir sind froh, dass wir mit dem Häuserbau beginnen konnten. Unser Partner vor Ort hat eine Baufirma gefunden und nun geht es voran.“

Von den Menschen bei Tranquebar kam die Bitte, dass das Leipziger Missionswerk für den  Aufbau von weiteren 101 Häuser engagieren möchte.
„Unser Koordinator, Herr Vasanth, wird sich mit unserem Partner für einen Bauplatz zum Häuserbau in der Nähe von Kesavan Palayam einsetzen, so dass die dort lebenden Dalit Familien nicht vernachlässigt werden, „sagt die Indienreferentin. „Da bedeutet natürlich ein großer finanzieller Mehraufwand, aber die Menschen sind uns wichtig. Wir hoffen auch darauf, dass sich weiterhin Menschen für den Wiederaufbau engagieren.“ Die Indienreferentin wird Mitte Oktober nach Indien fliegen und sich über den Fortschritt des Häuserbaus informieren.

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