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Aktuelles

13. September 2005

Gemeindetag für Aussiedler 2005

Landeskirche veranstaltet 9. Gemeindetag für Aussiedler am 17. September in Riesa

Trinitatiskirche Riesa
Trinitatiskirche Riesa

RIESA -  Der diesjährige 9. Gemeindetag für Aussiedler findet am 17. September 2005 in Riesa statt und steht unter dem Motto „Gottes bunte Welt“.
Zum umfangreichen Programm an verschiedenen Orten der Innenstadt werden 1.500 Teilnehmer aus Sachsen erwartet, die in Gruppen oder einzeln zu einem Festgottesdienst mit Landesbischof Jochen Bohl um 10:00 Uhr in der Trinitatiskirche eintreffen werden. Für Jugendliche ist ein anspruchsvolles Parallelprogramm mit Jugendgottesdienst, Band-Musik, Workshops, Talks und Bühnenshow im Gymnasium Riesa-Weida vorgesehen. Das vom Evangelischen Landesjugendpfarramt gestaltete Jugendprogramm ist in deutsch und russisch.

Nach dem gemeinsamen Mittagessen finden für die Spätaussiedler Beratungsangebote, eine Gebetsversammlung und in der katholischen Kirche St. Barbara um 13:30 Uhr ein Gesprächsforum statt, wo sich Vertreter von Behörden und Einrichtungen, die mit den Problemlagen der Aussiedler befasst sind, den Anliegen und Fragen der Neuhinzugezogenen stellen. Zu diesem Forum hat auch die Staatsministerin für Soziales im Freistaat Sachsen, Helma Orosz, ihr Kommen zugesagt. Außerdem stehen Friederike de Haas, sächsische Ausländerbeauftragte (MdL), Dr. Alexander Schumacher vom Bundesministerium des Innern aus Berlin und Günter de Vries von der Arbeitsagentur der Regionaldirektion Sachsen aus Chemnitz am Podium für Auskünfte und Informationen zur Verfügung.
Neben dem Forum gibt es ein weiteres Erwachsenenprogramm in der Trinitatiskirche und ein Kinderprogramm in der Trinitatisschule. Nach Abschlussandacht und Reisesegen  wird um 16:30 Uhr der Gemeindetag für Aussiedler zu Ende gehen.

Riesa als Veranstaltungsort wurde ausgewählt, weil hier durch die diakonischen Einrichtungen im Kirchenbezirk Großenhain langjährige Erfahrungen in der Aussiedlerberatung vorliegen. Im letzten Jahr kamen 120 Aussiedler in den Landkreis Riesa-Großenhain. In diesem Jahr waren es bisher 40 Personen, die Aufnahme fanden.
In ganz Sachsen sind die Zugangszahlen seit über zehn Jahren rückläufig. In den letzten fünf Jahren (seit 2000) kamen bis einschließlich Juli diesen Jahres rund 28.500 Spätaussiedler nach Sachsen. Im letzten Jahr waren es 3.825 Personen, von denen 51 Prozent jünger als 30 Jahre waren.
Mit der Prognose für 2005 könnte im Einjahresvergleich zu 1993, wo noch 12.945 Spätaussiedler nach Sachsen kamen, ein Unterschied von 10.000 Personen entstehen. Die Gründe für den deutlichen Rückgang werden in den strikteren Zuzugsregelungen des Bundes gesehen. So bestehen unter anderem zahlreiche Personen nicht die geforderten Sprachtests in den Herkunftsländern der GUS-Staaten der ehemaligen Sowjetunion. Neben der Verringerung der Verteilquote für Sachsen von 6,5 auf 5,34 Prozent von der Gesamtzahl der Spätaussiedler in der Bundesrepublik (2004: 59.000 Personen) nahm auch die Zahl der Übergangswohnheime auf derzeit 49 im Freistaat ab. So werden auch zahlreiche Spätaussiedler gleich in Wohnungen untergebracht.

Nach den Erfahrungen zurückliegender Gemeindetage, zuletzt im vogtländischen Auerbach im letzten Jahr, hat sich die sächsische Landeskirche erneut mit dieser Einladung an die Kirchgemeinden gewandt, damit sie auf die Aussiedler zugehen und mit ihnen zum Gemeindetag kommen. Ziel dieser Veranstaltung ist es auch, die Zugezogenen zu ermutigen sowie eine breite Öffentlichkeit in Kirche und Gesellschaft über die aktuellen Aufgaben der Eingliederung von Aussiedlern in Sachsen zu informieren und zu sensibilisieren. Neben einigen Zuwanderern aus Tschechien, Rumänien und Polen kommen die Aussiedler fast ausschließlich aus den GUS-Staaten. Von den Aussiedlern bezeichneten sich hinsichtlich der Religionszugehörigkeit 41 Prozent als "evangelisch".
Bei der Planung und Durchführung dieses Gemeindetages in Riesa engagieren sich neben den dortigen Kirchgemeinden, den diakonischen Werken in Riesa und Großenhain auch erfahrene Helfer aus nah und fern.
Seit Anfang 2005 wurden aufgrund einer Neukonzeption des Bundes die bisherigen Spätaussiedlerberatungsstellen und die Ausländerberatungsstellen zu Migrationserstberatungsstellen zusammengeführt. Im Bereich des Freistaates berät die Diakonie Sachsen in zehn Landkreisen und kreisfreien Städten. Für Jugendliche gibt es in zwölf Landkreisen und kreisfreien Städten Jugendmigrationsdienste.(13.9.5)

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