14. Oktober 2005
Landeskirche würdigt außerordentliche Verdienste von Professor Hans Nadler
Als Landeskonservator half er die Überreste der Dresdner Frauenkirche sichern
DRESDEN – Die Evangelisch-Lutherische Landeskirche Sachsens würdigt die außerordentlichen Verdienste des mit 95 Jahren in Dresden verstorbenen früheren sächsischen Landeskonservators, Professor Dr. Hans Nadler.
Dankbar erinnert sie sich seiner Bemühungen um den Substanzerhalt kulturhistorischer Gebäude, darunter zahlreicher Kirchen in Sachsen. Als sächsischer Landeskonservator und Leiter des Instituts für Denkmalpflege sowie als Stadtkonservator von Dresden setzte er sich persönlich für die Sicherung der Frauenkirchenruine in Dresden ein und half so, die Überreste vor der völligen Beräumung zu retten. Erst dadurch wurde es überhaupt möglich, den Wiederaufbau in Erwägung zu ziehen. Später war Nadler einer der maßgeblichen Initiatoren und kritischen Beobachter dieses Wiederaufbaus.
Gegen die Aktionen der SED-Führung zur Sprengung der evangelischen Hofkirche (Sophienkirche) in Dresden (1962) und der Leipziger Universitätskirche (1968) konnte Nadlers Protest nichts ausrichten. Trotz solcher Enttäuschungen bewirkte er die Sicherung anderer Kirchen und der darin befindlichen Kunst- und Kulturschätze. Bei der Erhaltung von zahlreichen Kapellen, Dorf- und Stadtkirchen war Nadlers Einsatz maßgeblich. Die Erfassung historischer Orgeln und deren Pflege geht auf seine Initiative zurück.
Mit Hochachtung gedenkt die Landeskirche der weitsichtigen Unterstützung von Professor Nadler und seines Bemühens, auch an entlegenen Orten die Spitzenleistungen sächsischen Kunstschaffens zu erhalten und sie damit zu Zeugnissen für das breite Fundament und für die Qualität des künstlerischen Schaffens werden zu lassen. Sie schließt sich der Würdigung der Öffentlichkeit und der Fachwelt an, die Nadlers Einsatz für die Denkmalpflege in Sachsen als eine Kulturtat von europäischer Bedeutung betrachtet. Mit der Vollendung des Wiederaufbaus der Frauenkirche ist in Erfüllung gegangen, wofür er sich seit deren Zerstörung einsetzte. Um so schmerzlicher ist es, dass er die herbeigesehnte Weihe der Frauenkirche nicht mehr erleben kann. Die Landeskirche wird seiner an diesem Tag in besonderer Dankbarkeit gedenken.(12.10.5)


