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Aktuelles

25. Oktober 2005

Erklärung der Kirchenleitung aus Anlass der Weihe der Frauenkirche zu Dresden

Der Glanz der Weihe soll alte Wunden nicht zudecken oder vergessen machen

Bild: Sächsische Posaunenmission und Zuschauer beim Aufsetzen der Kuppelhaube am Neumarkt
Sächsische Posaunenmission anlässlich des Aufsetzens der Turmhaube mit Kuppelkreuz

DRESDEN - Folgende Erklärung der sächsischen Kirchenleitung wurde allen Kirchgemeinden der Landeskirche mit der Bitte zur Kenntnis gegeben, in den Gottesdiensten im Rahmen der Abkündigungen den Text vor der Gemeinde zu verlesen. 

"In großer Dankbarkeit gegenüber Gott dürfen wir am Sonntag, dem 30. Oktober 2005 die Weihe der Frauenkirche feiern.
Nach der Zerstörung durch den furchtbaren Bombenangriff auf Dresden im Februar 1945 wurde dieser hervorragende Bau des Luthertums in seiner bewundernswerten Architektur, die bis ins Detail von einer geistlichen Botschaft geprägt ist, wieder errichtet und steht nun allen Menschen offen. Über dem Glanz dieses Tages und aller Freude über die Vollendung des Bauwerks sollen alte Wunden nicht zugedeckt oder vergessen werden. Sie zu heilen, aber die Narben dennoch sichtbar zu lassen, war das Anliegen derer, die sich für den Wie-deraufbau engagierten und ihn ausführten. So steht die Frauenkirche als ein Zeichen für die Grunderfahrung von Verletzung und Heilung des Lebens. Sie ist ein Symbol dafür, dass Gott der Menschenwelt trotz ihres Versagens die Möglichkeit zu einem Neuanfang eröffnet.

Bild: Außenmauer der Frauenkirchen mit alten und neuen Steinen
Steinernes Gebot von Zeit und Wahrheit

Wir wissen uns allen verbunden, die sich von dem Gedanken des Wiederaufbaus faszinieren ließen und ihn mit Zeit, Kraft und finanziellen Mitteln unterstützt haben. Nur durch dieses enorme, alle Grenzen überschreitende Engagement ist es möglich geworden, diese Kirche wieder aufzubauen. Wir erinnern uns auch derer, die von dieser Hoffnung ebenfalls beseelt waren, aber den Tag der Weihe nicht mehr erleben können.
Heute sehen wir in Dankbarkeit auf das Geschaffene. Sie schließt die umfassenden Bemü-hungen in den letzten Jahren ein, große und kleine Kirchen in unserer Landeskirche zu er-halten.

Die wiedererstandene Frauenkirche erinnert an das Vergangene und ruft uns zur Verant-wortung für die Gegenwart. Wir hoffen, dass in der Zukunft von dieser Kirche Frieden aus-geht. Darum steht über den Festtagen der Weihe der Frauenkirche zu Dresden ein Wort der Bibel: „Friede sei mit euch“. Der Friedensgruß des auferstandenen Herrn Jesus Christus bringt die Zuversicht des christlichen Glaubens zum Ausdruck, ohne das Leiden in einer un-erlösten Welt zu leugnen.
„Friede sei mit euch“ – dieser Segenswunsch soll allen gelten, denen die Dresdner Frauen-kirche zu einem Ort der Besinnung wird. Möge fortan in ihr das Evangelium gepredigt wer-den und sie immer ein Ort des Friedens, gelebter Begegnung und geglückter Versöhnung sein."

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