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Aktuelles

16. November 2005

Landesbischof für unveränderten Entwurf für Leipziger Universitätskirche

Architektur muss der Bedeutung des Ortes in historischer als auch in konzeptioneller Weise gerecht werden

Bild: Innenraum nach Architektenplanung mit Säulen
Innenraum nach visualisierten Plänen des Architekten

DRESDEN – Der sächsische Landesbischof Jochen Bohl spricht sich für die unveränderte Umsetzung des preisgekrönten Entwurfs des niederländischen Architekten Erick van Egeraat zum Wiederaufbau der Universitätskirche in Leipzig aus.

Die seit der Reformation für evangelisch-lutherische Gottesdienste genutzte Universitätskirche St. Pauli, in der als einer der ersten reformatorischen Theologen Dr. Martin Luther predigte, wurde 1968 auf Anweisung der damaligen SED-Diktatur widerrechtlich gesprengt. Dieser Willkürakt drängte auf eine Wiederherstellung. Durch die gegenwärtigen Überlegungen zu einer Neugestaltung des Leipziger Universitätsgeländes wurden die Forderungen nach einem Wiederaufbau realistisch.

In einem international ausgeschriebenen Wettbewerb zur Gestaltung des innerstädtischen Universitätscampus erhielt der Vorschlag van Egeraats den ersten Preis. Dieser Entwurf erinnert im Äußeren an die Paulinerkirche und sieht im Inneren die weitgehende Rekonstruktion der dreischiffigen gotischen Hallenkirche vor. Dieser neue Raum soll sowohl für sakrale Zwecke wie Gottesdienste als auch für Konzerte sowie als Aula für akademische Festakte nutzbar sein. Der Entwurf van Egeraats hat große Zustimmung erfahren. Nach langen und teilweise kontroversen Diskussionen führte er zu einem tragfähigen Konsens und sollte, so Bohl, „nicht infrage gestellt werden.“

Der Landesbischof unterstützt ausdrücklich die unveränderte Realisierung dieses Entwurfs, der unter anderem die komplette Ausführung der im Innenraum befindlichen, das Gewölbe tragenden Säulen vorsieht. „Nur so kann diese Architektur der Bedeutung des Ortes sowohl in historischer als auch in konzeptioneller Weise gerecht werden“, so Bohl. Gleichzeitig spricht er sich gegen eine Imitation der Säulen mittels einer Lichtkonstruktion aus, die vor dem Hintergrund der historischen Bedeutung der ehemaligen Universitätskirche nicht überzeugen kann.(15.11.5)

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