1. Dezember 2005
Fahrräder für Jesaja und seine Arbeitskollegen
Die Adventsaktion der Landeskirche hatte einen erfolgreichen Start

DRESDEN / LEIPZIG - Seit dem 1. Advent läuft die Adventsaktion "Ein Fahrrad für Jesaja". Getragen und organisiert wird sie von der sächsischen Landeskirche, dem Evangelisch-Lutherischen Missionswerk Leipzig und dem Landessportpfarrer.
Der Bischof der tansanischen Nord-Diözese, Martin Shao, hatte um finanzielle Unterstützung gebeten, um kirchlichen Mitarbeitern, sogenannten Evangelisten jeweils ein Fahrrad als robustes aber preiswertes "Dienstfahrzeug" zur Verfügung stellen zu können.
Bereits vor dem offiziellen Start sind unter dem Stichwort "Adventsaktion" 1.040 Euro auf dem Spendenkonto des Leipziger Missionswerkes eingegangen.
Viele Gemeinden, Kindergärten, Schulen und andere Interessenten haben die Idee aufgenommen, einen Adventskalender in Gestalt eines Fahrrades zu basteln. Jeden Tag kommen Teile des Gefährts hinzu, bis es mit den entsprechenden Teilbeträgen komplett ist. Im Faltblatt zur Aktion sind die Preise der 24 Einzelteile des Fahrrades in einer anschaulichen Darstellung in Euro und tansanischen Schilling angegeben. Die Preisspanne liegt zwischen 49 Cent für eine Klingel und 14,59 Euro für den Rahmen. Insgesamt kosten die Fahrräder der ins Auge gefassten Marke "Phönix" pro Stück 60 Euro.

"Massentransportmittel" Fahrrad in Ostafrika
Beim Kinderaktionstag am 12. November in Großrückerswalde wurden beispielsweise alle Fahrradteile unter den Anwesenden verlost. Auch die Familie des Kindes, das den höchsten Betrag gezogen hat, nahm die Herausforderung an. Für solch eine gute Aktion unterstütze man den Junior gern.
Auf der Konfirmandenfreizeit der Ephorie Stollberg/Erzgebirge vom 25. bis 30. Oktober 2005 wurde gemeinsam ein Gottesdienst erarbeitet, der am 30. Oktober im Rüstzeitheim Rehgarten bei Chemnitz gefeiert wurde. Eine Vorbereitungsgruppe hatte über mehrer Zwecke der Dankopfersammlung abzustimmen und entschied sich auf Anhieb mit großer Mehrheit für die Adventsaktion "Ein Fahrrad für Jesaja". Es konnten 128,06 Euro gesammelt werden.
Mitarbeiterinnen des Eine-Welt-Ladens der Kirchgemeinde in Borna überreichten am 6. November 2005 dem Direktor des Leipziger Missionswerkes, Michael Hanfstängl, in der Bornaer Kunigundenkirche 600 Euro beim dortigen Missionsfest. Die Mittel stammen aus Erlösen der Eine-Welt-Gruppe der Kirchgemeinde, die mit ihrem Engagement seit Jahren den fairen Handel mit den Entwicklungsländern unterstützt. Beim anschließenden Kaffeetrinken kam noch genügend Geld für zwei weitere Fahrräder zusammen. Die Teilnehmer waren sich einig: "...für ein so pfiffiges und gut nachvollziehbares Projekt, macht es richtig Spaß zu spenden".
In Langenbernsdorf wurde die Aktion zum Martinstag gestartet. Beteiligt sind der Johanniter-Kindergarten, der Evangelische Schulhort und die Kirchgemeinden Langenbernsdorf und Trünzig. Das eigentliche Ziel von zwei Fahrräder wird wohl bei anhaltender Begeisterung für das Projekt übertroffen werden können.

Lange "Wasserwege" mit dem Fahrrad
Cornelia Behr aus Grimma unterstützt die Aktion mit einer besonderen Idee und viel persönlichem Einsatz: Sie faltet Sterne nach der alten japanischen Origami-Technik - 300 Kniffe für einen Stern. Den Erlös spendet sie komplett für Jesaja Swai und seine Arbeitskollegen. "Das ist für mich gelebter Glaube, so wie ich ihn während der Flut in Grimma erfahren habe", begründete die begeisterte Radfahrerin ihr Engagement. Um der großen Nachfrage nach zu kommen - Firmen ordern die Sterne als Weihnachtsdekoration und Geschenke - sucht sie jetzt nach freiwilligen Helfern. Aus dem einen Fahrrad, das sie sich vorgenommen hatte, werden nun wohl fünf werden.
Dies sind nur einige Beispiele für Gruppen, die die Aktion unterstützen. Mit den Spenden von Einzelpersonen und Familien können bislang bereits drei Fahrräder finanziert werden.
Damit alle Evangelisten und Sozialarbeiterinnen ab nächstem Jahr nicht mehr täglich viele Kilometer zu Fuß gehen müssen, werden 22.920 Euro benötigt. 382 Frauen und Männer arbeiten ehrenamtlich als ausgebildete kirchliche Mitarbeiter, um anderen die Nachricht von Jesus Christus weiterzusagen.(27.11.5)


