8. Mai 2006
Dankgottesdienst in Leipzig nach Heimkehr der Irak-Geiseln
Landesbischof Jochen Bohl predigte in der Leipziger Nikolaikirche

Kirche St. Nikolai in Leipzig
LEIZPIG – „Es ist eine wunderbare Freude, die uns in dieser Stunde zusammengeführt hat.“ Mit diesem Satz begann Landesbischof Jochen Bohl in der Leipziger Nikolaikirche am 8. Mai seine Predigt im Rahmen des Dankgottesdienstes aus Anlass der Beendigung der Geiselnahme von René Bräunlich und Thomas Nitzschke. Bohl sprach vom „Geschenk des Lebens“, das angesichts der Gefahr der langen Geiselhaft jetzt nach der Freilassung gefeiert werde.
Zum Dankgottesdienst hatte Pfarrer Christian Führer die Angehörigen, Freunde und die Leipziger in die Nikolaikirche eingeladen. Führer und seine Gemeinde organisierten während der 99 Tage andauernden Geiselhaft der sächsischen Ingenieure im Irak insgesamt 27 Mahnwachen an der Leipziger Nikolaikirche. Er begrüßte die Gottesdienstbesucher zu Beginn der Dankfeier, zu der auch der Leipziger Oberbürgermeister Burkhard Jung und der sächsische Ministerpräsident, Professor Georg Milbradt, gekommen waren. Der Leipziger Superintendent Martin Henker sprach das Dankgebet.
Nachdem der Landesbischof in seiner Predigt auf den vergangenen Sonntag „Jubilate“ in seiner Bedeutung für die christliche Auferstehungsbotschaft einging und betonte, dass es Grund gäbe Gott zu loben, machte er aber auch im Anschluss auf die momentane Situation im Irak mit „mehreren Dutzend Geiseln“ aufmerksam. Bohl: „Der Irak ist zu einem Tollhaus aus Hass und Todesverliebtheit geworden, in dem keine Perspektive zu erkennen ist.“

Die Hoffnung für die Entführten hatte einen Ort
So dankte der Landesbischof insbesondere allen, die in dieser Situation mit „Augenmaß und nüchterner Geduld“ dem Ziel verpflichtet waren, die Geiseln zu retten. Als Vertreter der Bundesregierung nahm der Staatssekretär des Auswärtigen Amtes, Reinhard Silberberg, am Gottesdienst teil. Bohl dankte aber auch den vielen Menschen in Leipzig, die „bewegende Zeichen“ gesetzt haben. Der Bischof sprach davon, dass die Nikolaikirche ein Ort geworden sei, an dem sich eine wunderbare Botschaft von Zusammenhalt und Solidarität verdichtet habe.
Predigttext: „Bittet, so wird euch gegeben; suchet, so werdet ihr finden; klopfet an, so wird euch aufgetan. (Matthäus 7, 7).


