14. September 2006
10. Gemeindetag für Aussiedler in der sächsischen Landeskirche
Gesprächsforum geht auf Fragen und Anliegen der Aussiedler ein

PIRNA - Der diesjährige 10. Gemeindetag für Aussiedler findet am 16. September 2005 in Pirna statt und steht unter dem Motto „Vertraut den neuen Wegen“.
Zum umfangreichen Programm an verschiedenen Orten der Innenstadt werden 1.300 Teilnehmer aus Sachsen erwartet, die bis 10:00 Uhr in Gruppen oder einzeln zur Begrüßung in der Pirnaer Stadtkirche St. Marien zusammenkommen. Zum Auftakt haben auch die sächsische Sozialministerin Helma Orosz, der Bundesbeauftragte für Aussiedlerfragen, Dr. Christoph Bergner, sowie die Ausländerbeauftragte Friederike de Haas ihr Kommen zugesagt. Um 15:00 Uhr wird es zum Abschluss des Gemeindetages einen Gottesdienst in der Marienkirche geben, in dem Landesbischof Jochen Bohl predigen wird.
Parallel findet im Berufsschulzentrum Pirna-Copitz ein Jugendtag für Aussiedler und Einheimische mit Band-Musik, Workshops, Talks und Bühnenshow statt. Der Jugendgottesdienst beginnt um 10:30 Uhr. Das gesamte Programm, so auch die vom Evangelischen Landesjugendpfarramt gestaltete Jugendveranstaltung, ist auf Deutsch und Russisch.
Nach der Begrüßung teilen sich die Veranstaltungen der Erwachsenen in ein Gesprächsforum, in Beratungsangebote, einer Gebetsversammlung und in ein musikalisch begleitetes Programm zum Thema „Mit der Taufe leben“.
Im Gesprächsforum in der Klosterkirche, das ebenfalls um 11:00 Uhr beginnt, werden sich Politiker und Fachleute den Anliegen und Fragen der Neuhinzugezogenen stellen. Im Forum stehen Staatssekretär Dr. Bergner, Dr. Alexander Schumacher, Referent im Bundesministerium des Innern, sowie aus dem sächsischen Sozialministerium, Ministerialrat Harald Piekert, und von der Dresdner Agentur für Arbeit der dortige Vorsitzende, Thomas Wünsche, am Podium für Auskünfte zur Verfügung.
Zum parallelen Kinderprogramm wird in die Goetheschule am Dohnaischen Platz eingeladen.

In den letzten fünf Jahren (seit 2001) kamen bis einschließlich Juli dieses Jahres fast 23.000 Spätaussiedler nach Sachsen. Im letzten Jahr waren es 1.904 Personen, ein Jahr davor 3.826 (2004). 51 Prozent der Aussiedler sind jünger als 30 Jahre.
Die Gründe für den deutlichen Rückgang werden in den strikteren Zuzugsregelungen des Bundes gesehen. So bestehen unter anderem zahlreiche Personen nicht die geforderten Sprachtests in den Herkunftsländern der GUS-Staaten der ehemaligen Sowjetunion. Neben der Verringerung der Verteilquote für Sachsen von 6,5 auf 5,34 Prozent von der Gesamtzahl der Spätaussiedler in der Bundesrepublik (2005: 35.522 Personen) nahm auch die Zahl der Übergangswohnheime im Freistaat ab. So werden zahlreiche Spätaussiedler gleich in Wohnungen untergebracht. Aufgrund der niedrigen Zuzüge verzögert sich vielfach der Beginn der Sprachkurse wegen der zu geringen Kursteilnehmerzahl, so dass die Betroffenen erst später am Arbeitsmarkt effektiv vermittelt werden können
Nach den Erfahrungen zurückliegender Gemeindetage, zuletzt in Riesa im letzten Jahr, hat sich die sächsische Landeskirche erneut mit dieser Einladung an die Kirchgemeinden gewandt, damit sie auf die Aussiedler zugehen und mit ihnen zum Gemeindetag kommen. Ziel dieser Veranstaltung ist es auch, die Zugezogenen zu ermutigen sowie eine breite Öffentlichkeit in Kirche und Gesellschaft über die aktuellen Aufgaben der Eingliederung in Sachsen zu informieren.
Die Aussiedler kommen fast ausschließlich aus den GUS-Staaten, von denen 41 Prozent bei der Konfessionszugehörigkeit „evangelisch“ angeben.
Bei der Planung und Durchführung dieses Gemeindetages in Pirna engagieren die dortigen Kirchgemeinden, das Diakonischen Werk, die Caritas und ehrenamtliche Helfer.
Seit Anfang 2005 sind aufgrund einer Neukonzeption des Bundes die bisherigen Spätaussiedlerberatungsstellen und die Ausländerberatungsstellen zu Migrationserstberatungsstellen zusammengeführt worden. Im Bereich des Freistaates berät die Diakonie Sachsen in zehn Landkreisen und kreisfreien Städten. Für Jugendliche gibt es in zwölf Landkreisen und kreisfreien Städten Jugendmigrationsdienste, so auch in Pirna.


