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Aktuelles

9. Oktober 2006

Landesbischof bei Wertediskussion im Leipziger Gewandhaus

Bohl: „Freiheit kann nicht ohne Bindungen gelebt werden“

Bild: Nikolaikirchhof erinnert mit Stele an friedliche Revolution
Ort der Erinnerung an die friedlichen Demonstrationen vor 17 Jahren

LEIPZIG - Landesbischof Jochen Bohl sieht das Konzept einer wertfreien, religionslosen Gesellschaft, die Sinnfragen ausklammert, als „gescheitert“ an. Schließlich würden, trotz 60 Jahre Frieden, Krisenerscheinungen mit sozialer Unsicherheit, Demokratieverdrossenheit, Kinderlosigkeit und steigendem Gewaltpegel auf die Ursachen in den fehlenden Bindungen hinweisen. 
Im Vorfeld des heutigen Demokratieforums „Freiheit, Aufklärung, Religion“, an dem der Landesbischof an einer Podiumsdiskussion im Leipziger Gewandhaus teilnimmt, stellte er im Vorfeld klar heraus, dass die Religion und der christliche Glaube im postmodernen Zeitalter „weiterhin bedeutsam“ sei für die Beantwortung der Fragen nach der Wahrheit und dem Sinn des Lebens. Freiheit sei nicht gleichbedeutend mit „libertär“, so Bohl, sondern immer gekoppelt mit der Notwendigkeit, „verantwortlich Bindungen zu leben“. Das Leben müsse aus christlicher Sicht an Werten ausgerichtet werden.

Landesbischof Jochen Bohl wird am 9. Oktober anlässlich der Veranstaltungen „Herbst ‚89 – Aufbruch zur Demokratie“ an einem Podium auf dem Demokratieforum im Gewandhaus teilnehmen. Bei der Abendveranstaltung soll es vor dem Hintergrund des europäischen Einigungsprozesses um Fragen nach dem Sinn deutscher und europäischer Werte gehen. Gesprächspartner des Forums, das um 19:00 Uhr beginnt, sind die Rechtsanwältin und Autorin Seyran Ates aus Berlin, der Autor Clemens Meyer und die Mitglieder des Bundestages Werner Schulz und Wolfgang Thierse.  Bundestagsvizepräsident Wolfgang Thierse wird dazu nach der Begrüßung durch den Leipziger Oberbürgermeister Burkhard Jung das Einstiegsreferat halten. 

Vor dem heutigen Demokratieforum im Leipziger Gewandhaus wird um 16:00 Uhr in der Nikolaikirche Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble aus Anlass der Erinnerung an die friedliche Revolution von 1989 eine Rede halten. Ebenfalls an die Ereignisse der Friedensgebete und Montagsdemonstrationen vor 17 Jahren erinnert das anschließende Friedensgebet um 17:00 Uhr in der Nikolaikirche, das unter dem Motto steht: „Du stellst meine Füße auf weiten Raum“. Das Friedensgebet wird von Nikolaipfarrer Christian Führer geleitet sowie von Mitgliedern des Kirchenvorstandes, von Schülern des Evangelischen Schulzentrums und der Kantorei St. Nikolai textlich und musikalisch gestaltet.

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