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Aktuelles

28. Oktober 2006

Sachsen feiert Reformationsfest

Landesbischof Jochen Bohl am 31. Oktober im Dom zu Meißen predigen

Bild: Lutherrose

DRESDEN - In diesem Jahr steht noch einmal bei der Dresdner Frauenkirche und ihrem ersten Kirchweihfest der Rückblick auf die Weihe vor einem Jahr im Vordergrund. Die Dresdner und ihre Gäste werden am 29. Oktober um 11:00 Uhr in und vor der Frauenkirche den Festgottesdienst miterleben können. Die protestantische Bürgerkirche, die bisher fast zwei Millionen Menschen besucht haben, wird den Auftakt bilden für zahlreiche Veranstaltungen um das Reformationsfest, das diesmal am Ende eines verlängerten Wochenendes einen besonderen Akzent erhält. Aus diesem Grunde hat auch das Zweite Deutsche Fernsehen (ZDF) am Nachmittag eine Sondersendung mit der Übertragung des Festgottesdienstes aus Dresden im Programm.

Bild: Besucher vor der Frauenkirche
Besucher vor der Frauenkirche am29. Oktober

Neben den Gottesdiensten zur Erinnerung an das Reformationsgeschehen vor bald 500 Jahren finden auch zahlreiche Konzerte statt. In Leipzig, wo der Reformator Dr. Martin Luther seine Disputation führte, wird nach einem musikalisch ausgestalteten Abendmahlsgottesdienst in der Thomaskirche am Nachmittag um 17:00 Uhr das „Elias“-Oratorium durch die Robert-Franz-Singakademie Halle unter Leitung von Gothart Stier aufgeführt. Chor- und Orchesterkonzerten erklingen aber auch in den Kirchen anderer Regionen Sachsens. So gibt es Gospel-Konzerte in Wendischbora bei Meißen und in Bad Schandau sowie klassische Konzerte in Chemnitz, in mehreren Leipziger Kirchen, in Leisnig, Löbau, Markkleeberg, Radeberg, Wurzen und in Dresden-Bühlau, -Hosterwitz, -Pillnitz (Weinbergkirche). In der Kreuzkirche erklingt um 9:30 Uhr Musik im Festgottesdienst mit dem Figuralensemble unter Leitung von Kreuzorganist Holger Gehring.
In Penig bei Rochlitz werden unter dem Motto „Gottes Lob in Mozarts Zeit“ 250 Sänger aus Kirchgemeinden der Region am Reformationstag um 17:00 Uhr gemeinsam in einem Abschluss-Gottesdienst singen.

Bild: Kirchenfahne auf der Frauenkirche

Landesbischof Jochen Bohl wird am 31. Oktober in seiner Bischofskirche, dem Dom zu Meißen um 10:00 Uhr predigen. An diesem Tag werden sich die Domherren des Hochstifts Meißen zu ihrer Herbsttagung versammeln. An diesem Gottesdienst werden auch zahlreiche Gäste teilnehmen, die am 30. und 31. Oktober die Jubiläumsveranstaltung zum 50-jährigen Bestehen des Pastoralkollegs der sächsischen Landeskirche besuchen. Das Pastoralkolleg, das sich seit 1999 auf dem Gelände der nahen Evangelischen Akademie im Klosterhof befindet, hält an diesen beiden Tagen Rückblick auf entsprechende Fort- und Weiterbildungen insbesondere für Pfarrerinnen und Pfarrer.

Das Reformationsfest gibt auch Anlass für Gemeindeveranstaltungen für neue Gemeindekooperationen wie bei der Kirchspielgründung in Wantewitz im Kirchenbezirk Großenhain oder zu Aktionen und Gemeindeabenden. In Oschatz finden im Rahmen einer „Lutherolympiade“ lustige Spiele statt, in Chemnitz ein Sponsorenlauf für die Innensanierung der Lutherkirche in Schönau und in Brockwitz sowie bei der Dresdner Studentengemeinde ein Gemeindeabend „Zur Person Martin Luther“. In diesem Fall soll es auch Gelegenheiten zu Spiel, Lachen und Gewinnen geben. Zahlreiche Veranstaltungen sind über den Internet-Kalender der Landeskirche oder durch die Superintendenturen der Kirchenbezirke zu erfahren.

Bild: Lutherrose
Lutherrose

An einigen Orten wird der Feiertag auch mit Ökumenischen Gottesdiensten gemeinsam mit evangelisch-methodistischen und römisch-katholischen Christen gegangen. Ansonsten wird traditionell an das Reformationsgeschehen gedacht, die in den historischen sächsischen und thüringischen Landen ihren Anfang nahm. 1517 waren mit den 95 Thesen Dr. Martin Luthers zum Ablass und der Heiligenverehrung die Reformation in Windeseile über Wittenberg hinaus verbreitet worden. In Sachsen ist das Reformationsfest seit  1667 Feiertag. Es ist auch durch die sächsische Spezialität der „Reformationsbrötchen“ im Bewusstsein der Bevölkerung. Ob nun Pfarrer- oder Bischofsmütze, Lutherrose oder Hagelknopf, die Herkunft dieses Gebäcks ist nicht eindeutig geklärt. Jedenfalls bieten zahlreiche Bäcker Sachsens, wie Leipziger, Chemnitzer und Zwickauer Land die Brötchen an, während die Bäcker um Radebeul beispielsweise das größere „Lutherbrot“ ebenfalls aus leichtem Striezelteig und klassischen Stollenzutaten in den Tagen vor dem Fest anbieten.(27.10.6)

Veranstaltungskalender

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