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Aktuelles

1. November 2006

Sächsischer Landesbischof warnt vor Selbstbezogenheit

Predigt von Landesbischof Joch Bohl im Dom zu Meißen am Reformationsfest

Bild: Türme des Meißner Doms von der Evangelischen Akademie aus gesehen
Blick vom Pastoralkolleg im St. Afra Klosterhof zum Dom

MEISSEN -  Der sächsische Landesbischof Jochen Bohl hat zum Reformationsfest vor übertriebener Selbstbezogenheit und mangelndem Verantwortungsbewusstsein gewarnt. Der moderne Mensch genieße ein Maß an Freiheit, "wie es das wohl nie zuvor gegeben hat", erklärte Bohl am Dienstag bei seiner Predigt im Meißner Dom. Viele meinten deswegen, "sie seien sich selbst genug und bräuchten die Mitmenschen nicht".

Sie würden so tun, als gebe es keine Bindungen an die Gemeinschaft und keine Verantwortung für die anderen, fügte Bohl hinzu. "Darüber zerbrechen Ehen und Lebensgemeinschaften, und oft genug so leichtfertig, als wäre das nichts." Kinder würden vernachlässigt und in der Arbeitswelt werde es "unmenschlich". Die Spaltungen vertieften sich. Ohne die Akzeptanz von Grenzen verkehre sich die Freiheit zur Willkür. "Dann leiden zuerst die Schwachen, am Ende aber alle", sagte der sächsische Bischof weiter.

An dem Gottesdienst nahmen auch zahlreiche Gäste teil, die seit Montag die zweitägigen Veranstaltungen zum 50-jährigen Bestehen des sächsischen Pastoralkollegs besucht hatten. Die 1956 eröffnete Einrichtung zur Weiterbildung von Pfarrern, Prädikanten und anderen Mitarbeitern ist seit 1999 auf dem Gelände der Evangelischen Akademie Meißen untergebracht. Außerdem versammelten sich am Dienstag die Domherren des Hochstifts Meißen zu ihrer Herbsttagung. ( ©epd 31.10.2006 )

50 Jahre Pastoralkolleg (landeskirchlich)

 

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