3. November 2006
Vertreter der lutherischen Kirche Papua-Neuguineas in Sachsen
Treffen mit Landesbischof Jochen Bohl und Partnerschaftsvertretern

Rundgang im Landeskirchenamt mit den Bischöfen Zau Rapa (l), Jochen Bohl und Gedisa Okameisa (r)
DRESDEN - Im Rahmen ihres Besuchsprogramms in Deutschland, trafen am 2. November der stellvertretende Landesbischof Rev. Zau Rapa und der Regionalbischof Rev. Gedisa Okamaisa von der Evangelisch-Lutherischen Kirche Papua-Neuguineas mit Landesbischof Jochen Bohl in Dresden zusammen. An der Zusammenkunft im Landeskirchenamt nahmen außerdem Vertreter von Kirchgemeinden, Kirchenbezirken und Einrichtungen teil, die partnerschaftliche Kontakte zu Christen in dem südostasiatischen Land unterhalten.
Die beiden Kirchenvertreter aus Papua-Neuguinea besuchen vom 29. Oktober bis 4. November die Landeskirchen in Mecklenburg, Thüringen und Sachsen als Träger des Leipziger Missionswerkes. Anfang des Jahres hatte Landesbischof Jochen Bohl in einer mehrwöchigen Reise die Partnerkirche im Pazifik besucht. Diese lutherische Kirche gehört mit fast einer Million Gemeindegliedern unterschiedlichster Völker und Stämme zu den größten lutherischen Kirchen im pazifischen Raum.

Gastgeschenk vom Landesbischof an Bischof Rapa und Rev. Okamaisa nach den Gesprächen
Bischof Zau Rapa überbrachte herzliche Grüße des leitenden Bischofs Dr. Wesley Kigasung und der Kirchenleitung und bedankte sich für die bisherige partnerschaftliche Zusammenarbeit. Rapa erinnerte in seinem Grußwort an die 120-jährige Missionsgeschichte, die vor genau 50 Jahren durch die Gründung der dortigen lutherischen Kirche in die eigene Verantwortung überging. Rapa zitierte einen Bibelvers, der aus seiner Heimatsprache übersetzt heißt: „Der Mensch, der das Wort Gottes bringt, hat besonders schöne Beine“. Damit brachte der Bischof zum Ausdruck, wie wichtig der Auftrag seiner Kirche sei, gemeinsam das Wachsen der Kirche zu unterstützen. So sahen Rapa, wie auch Regionalbischof Okamaisa die Hauptaufgaben für die nächste Zeit in der Verbesserung der Kommunikation zwischen den Kirchgemeinden in den unzugänglichen Gebieten, den Ausbau der Fort- und Weiterbildung für haupt- und nebenamtliche Mitarbeiter und die Stärkung der Mission. Für die bisherige Unterstützung dankten die Kirchenvertreter den anderen Kirchen und der Missionsgesellschaft und hoffen auf weitere partnerschaftliche Zusammenarbeit.

Landesbischof Jochen Bohl führt die Gäste zur Fotoausstellung über seinen Besuch in Papua
Bei seinem Aufenthalt in Papua-Neuguinea hatte Landesbischof Jochen Bohl die Zusage zur Unterstützung eines Solarprojektes gegeben, für das jetzt gesammelt werden soll. Der Besuch eines entsprechenden sächsischen Unternehmens in Radebeul stand daher am Nachmittag des 2. November ebenfalls auf dem Programm. Spätestens Anfang 2008 sollen 1.000 Lampen in Hütten, Schulen und Hilfsstationen brennen, wo jetzt nur offenes Feuer oder Petroleum-Lampen spärliches Licht verbreiten. Fachkräfte zur Unterhaltung und Reparatur sollen ebenfalls bis dahin ausgebildet werden. Bohl will in seinen Gottesdiensten in der Dresdner Frauenkirche dafür sammeln.
Aus Anlass des Weltgebetstags der Frauen im Jahre 2009, für den Papua-Neuguinea als Partnerland im Blick ist, kündigte die neue sächsische Landespfarrerin Antje Hinze, die ebenfalls am Treffen teilnahm, eine Reise in die ferne Partnerkirche an. Die Frauenarbeit nehme einen „besonderen Platz“ in der dortigen Kirche ein, bestätigte Bischof Rapa, wo es neben einer zentralen Anbindung in jedem Distrikt Beauftragte gibt, die regionale Treffen und Workshops organisieren.
Für Jugendliche sei nach Beobachtung des Bischofs das Spielen von Blasinstrumenten von „hoher Attraktivität“. So befänden sich mehrere Posaunengruppen im Aufbau, die mit Fortbildungskursen, Instrumenten und Notenmaterial durch Partnerkirchen unterstützt werden. Die sächsische Posaunenmission engagiert sich dabei seit über zehn Jahren und konnte 1999 eine Bläsergruppe aus Papua in Sachsen begrüßen und mit ihnen gemeinsam musizieren.
Bevor die beiden Bischöfe zu einem Partnerschaftstreffen nach Bischofswerda aufbrachen, besuchten sie noch die Geschäftsstelle der Posaunenmission in Radebeul.
Nach der Rückfahrt nach Leipzig, werden die Kirchenvertreter am heutigen 3. November an der dortigen abendlichen Festveranstaltung „10 Jahre Arbeitsstelle Eine Welt“ teilnehmen, bevor sie am nächsten Tag zum bayerischen Missionszentrum nach Neuendettelsau weiterreisen.
Bericht zur Reise von Landesbischof Jochen Bohl im Januar 2006:
Besuch von Bischof Dr. Wesley Kigasung in Sachsen


