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20. November 2006

Herbsttagung der Landessynode in Dresden beendet

Bild: Plenum der Landessynode im Sitzungssaal
Synodalberatung im Festsaal der Dreikönigskirche

DRESDEN – Mit der Verabschiedung der Änderungsvorschläge zur Verfassung der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsens ging in Dresden am Nachmittag des 20. November die viertägige Herbsttagung der 25. Landessynode zu Ende. Landesbischof Jochen Bohl sprach nach Beschluss den „langen Weg“ an, der zum Abschluss gekommen sei. Er dankte allen Beteiligten für ihr Bemühen.
Ebenfalls wurde der Entwurf des Haushaltgesetzes 2007 mit großer Mehrheit an zwei Sitzungstagen beraten und beschlossen. Das veranschlagte Gesamtvolumen von 149,3 Millionen Euro ist zum laufenden Jahr fast unverändert. Damit das strukturelle Defizit abgebaut werden kann, soll der konsequente Sparkurs trotz erwarteter Kirchensteuermehreinnahmen fortgesetzt werden. Landesbischof Jochen Bohl hielt seinen vielbeachteten Bericht vor den Synodalen, indem er noch einmal den „wichtigen Dienst“ der Kirche für die Gesellschaft gegen die Ladenöffnung an Sonntagen hervorhob. Die Möglichkeit der Öffnung an Adventssonntagen sieht Bohl als „beschwerlich“ an.

Bei dem von der Kirchenleitung vorgelegten Kirchengesetz zur Änderung der Verfassung der sächsischen Landeskirche wurde mit der nötigen Zweidrittelmehrheit der Entwurf mit einigen nachträglichen Veränderungen beschlossen. So ist dem Landesbischof ein erweitertes Vetorecht zugestanden worden. Ansonsten ging es um die „Stärkung des synodalen Elements“, so die Synodalpräsidentin Gudrun Lindner. Die neuen Akzente in der veränderten Verfassung sind die Ämterbefristung beim Landesbischof und beim Präsidenten des Landeskirchenamtes auf zwölf Jahre und die Stärkung der „mittleren Ebene“ bei den Kirchenbezirken mit Wahlmöglichkeit durch erweiterte Kompetenzen. Professor Ulf Liedke, Mitglied im Verfassungsausschuss, der die Idee einer stärkeren Betonung auf das „episkopal-synodale“ Prinzip verdeutlichte, sieht dennoch in dem nun beschlossenen Entwurf „keine neue Verfassung“. Vielmehr sei sie eine Fortschreibung der Urfassung von 1922 und der Modifizierung von 1950. Der veränderte Verfassung tritt am 1 Januar 2008 in Kraft.

Auf der Synodentagung wurde weiterhin im 79-seitigen Bericht des Landeskirchenamtes über die Tätigkeit der verschiedenen Ressource Bilanz gezogen und zur Aussprache gestellt. Wie bei der Behandlung des Haushaltgesetzes zog das kirchliche Engagement bei den evangelischen Schulen und der Bildungsverantwortung das Interesse der Synodalen auf sich. Der Synodale, Rechtsanwalt Till Vosberg, fasste Anliegen zusammen, wo er bei notwendigen Schwerpunktsetzungen gerade hier für eine erweiterte Initiative in der „Fläche“ plädierte.
Der traditionelle Bericht der Kirchenleitung zur Herbsttagung zog ebenfalls Bilanz über die Arbeit des vergangenen Jahres und beinhaltet beispielsweise die Ökumenisch-missionarischen Aktivitäten der Landeskirche und ihre ökumenischen Verbindungen.
Landesbischof Jochen Bohl nahm in seinem Bericht außerdem Stellung zum Islam. Dabei rief er zu Respekt gegenüber dieser ebenfalls monotheistischen Religion auf, bezeichnete aber den militanten Islamismus als „politische Heilsideologie“, die in „verwerflicher Weise die Religion instrumentalisiere“.

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