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Aktuelles

27. Dezember 2006

Diakonie-Direktor fordert bessere Vorbereitung auf den "Eltern-Beruf"

Diakonie Löbau-Zittau mit Projekt für jugendliche Mütter und Eltern

Bild: Familie auf dem Weg mit Fragezeichen

RADEBEUL - Eine bessere Vorbereitung auf den "Eltern-Beruf" fordert jetzt der sächsische Diakonie-Direktor Christian Schönfeld anlässlich der zunehmenden, öffentlich bekannt werdenden Fälle von Kindesvernachlässigung und Kindesmisshandlungen. "Leider müssen wir feststellen, dass Menschen manchmal mit ihrer Verantwortung als Eltern überfordert sind. Lebensnahe Grundkenntnisse über Säuglingspflege, Hauswirtschaft und Erziehung sollten daher ganz selbstverständlich in allen allgemein bildenden Schulen vermittelt werden", betonte der Diakonie-Direktor. "Auch später sollte es vielfältige und niederschwellige Möglichkeiten zur 'Eltern-Qualifizierung' geben. Es müsste sich eine richtige 'Eltern-Kultur' entwickeln, bei der Qualität  entsprechend hohe gesellschaftliche Anerkennung erfährt."

Die Elterntrainingsprogramme, die viele Familien- und Erziehungsberatungsstellen sowie Schwangerschafts- und Schwangerschaftskonfliktberatungsstellen anbieten, sollten stärker genutzt werden" appelliert Schönfeld. So habe beispielsweise die Diakonie-Beratungsstelle Löbau-Zittau ein Projekt mit Unterstützung der Aktion Mensch, gerade für jugendliche Mütter und Eltern mit wenig Einkommen, gestartet. 
Die Einführung des Elterngeldes im kommenden Jahr sei insofern ein Schritt in die richtige Richtung, da sie beide Elternteile dazu einlade, sich aktiv in die neue Rolle einzubringen. "Doch an Menschen mit niedrigem Einkommen geht diese Initiative vorbei, da sie durch das neue maximal vierzehnmonatige Elterngeld schlechter gestellt sind als zuvor mit dem zweijährigen Erziehungsgeld", kritisiert Schönfeld.  Dabei hätten gerade diese Menschen oft vielfältige zusätzliche Probleme wie Arbeitslosigkeit, Überschuldung oder Sucht zu bewältigen.

Er begrüßte es ausdrücklich, dass die Kürzung im Freistaat durch die Weiterzahlung des Landeserziehungsgeldes noch aufgefangen werden sollen. Die Planungen mit unterschiedlichen Regelungen für das zweite und dritte Lebensjahr, nach denen für ein Kind im zweiten Lebensjahr nur fünf Monate, im dritten Jahr aber neun Monate lang gezahlt werden, wirkten allerdings noch unzureichend durchdacht, so der Diakonie-Direktor. "Statt vom Zeitpunkt der Beantragung könnte die Länge der Zahlung vom Besuch von Elternqualifizierungsmaßnahmen abhängig gemacht werden", regt er an. (DW-Öffi)

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