Navigation überspringen

Aktuelles

1. April 2007 - DRESDEN

Kirchliche Baupfleger: Den Kirchen eine Zukunft sichern

Baubüros beraten bei Bauvorhaben und erarbeiten Instandsetzungskonzepte

Bild: In der ersten Reihe während der Feierstunde sitzen die Baupfleger
Freude der Baupfleger an diesem Tag (vorne)

DRESDEN – Das älteste von jetzt fünf Baupflegebüros in der sächsischen Landeskirche feierte am 30. März im Haus An der Kreuzkirche 6 in Dresden sein 40-jähriges Bestehen. Mit zwei Mitarbeitern am 1. April 1967 begonnen, arbeiten heute sechs Mitarbeiter des Büros in der Dresdner Kirchenamtsratsstelle für die Erhaltung von insgesamt 1.100 kirchlichen Gebäuden, darunter 400 Kirchen und Kapellen, in acht Kirchenbezirken. Das ist ein Betreuungsbereich von einem Viertel der Kirchen auf dem Gebiet der Landeskirche, wo das Baubüro Kirchgemeinden bei Bauvorhaben berät und Restaurierungs-, Gestaltungs- und Instandsetzungskonzepte erarbeitet.

"Nachdem zu DDR-Zeiten ein 50-jähriger Instandsetzungsstau bestand, konnten seit 1990 viele Kirchgebäude dank finanzieller Unterstützung durch Bund, Land, Stiftungen, private Initiativen, der Landeskirche und vieler Kirchgemeindeglieder endlich denkmalgerecht saniert werden", sagte der für den Kirchenbezirk Dresden-Mitte zuständige Baupfleger Stephan Däßler. Kirchenamtsrat Jörg am Rhein, der den Empfang am Jubiläumstag nach einer Andacht in der Dresdner Kreuzkirche eröffnete, benannte die Kreuzkirche und das Evangelische Kreuzgymnasium als die derzeitig größten Dresdner Bauvorhaben.

Bild: Festgemeinde und Dr. Böhme im Vordergrund
Über hundert Gäste - darunter Dr. Ulrich Böhme

Stephan Däßler würdigte anschließend die bisherige Zusammenarbeit mit den Denkmalschutzbehörden und den Förderantragsstellen. Er wies aber zugleich darauf hin, dass trotz des jetzigen „akzeptablen Zustands der Gebäude“ weiterhin besondere Anstrengungen nötig seien, da er den Baubedarf alleine im Bereich des Dresdner Büros bis zum Jahr 2020 in einer Höhe von 100 Millionen Euro einschätzt.
Den zentralen Hauptvortrag hielt der frühere landeskirchliche Baureferent im Landeskirchenamt, Dr. Ulrich Böhme, der das 40-jährigen Wirken der Baupflege als „Vorbild kirchlicher Erbebewahrung“ ansieht. Bei Verzicht auf kirchliche Baupfleger, käme pro Person ein dreifaches der Kosten an Beratungs- und Projektierungskosten auf die Kirchgemeinden zu, rechnet Böhme vor, was ein „gesamtkirchlicher Mehraufwand“ bedeuten würde.

Er plädierte weiterhin für die „flächendeckende Erhaltung“ der Kirchgebäude, das neue „strategische Herausforderungen“ bedeute. Neben der konsequenten aber widmungsgemäßen Vielfachnutzung der Kirchen und der gesellschaftlichen Miterbeverantwortung würdigte er den Erfolgsweg der EKD-Kirchbaustiftung, zu deren Gründer er zählt. Mittlerweile habe sie, nach Böhme, ein jährliches Fördervolumen von zwei Millionen Euro. Böhme ermunterte alle für weitere Fördermitglieder zu werben und zog sein Fazit, dass die Baupflegebüros „auf Erbebewahrung eingestellt“ seien, und der „Kirche eine Zukunft sichern“.

Bild: Bauherren bei Sanierungsbeginn Kreuzgymnasium auf dem Schulhof
Freude bei Bauherren über Beginn der Sanierungsarbeiten am Evangelischen Kreuzgymnasium Dresden

Den Anfang nahm die kirchliche Baupflege nach einer Entscheidung des Landeskirchenamts im Jahre 1967, da es zu DDR-Zeiten zunehmend keine freien und selbstständigen Architekten mehr gab, die den Kirchenbau fachkundig begleiten konnten. In einer Baracke in Loschwitz ohne Telefonanschluss begann die Arbeit, die später auf die vier weiteren Kirchenamtsratbereiche in Bautzen, Chemnitz, Leipzig und Zwickau ausgedehnt wurden. Derzeit sind 14 Baupfleger als Fachberater für die Kirchgemeinden tätig, deren Arbeit ab 2008 in die Struktur der drei neuen sächsischen Regionalkirchenämter übergehen wird. Das Dresdner Baupflegebüro hat seinen Sitz seit der politischen Wende in der Kreuzstraße 7.

Schriftgrösse
[A]
[A]
[A]
Link-Tipps