23. April 2007
Sächsische Landessynode beendete in Dresden viertägige Beratungen
Erklärungen zu G8-Gipfel, Klimaschutz und gegen rechtsextreme und menschenfeindliche Einstellungen

In drei Arbeitsgruppen wurden Vorträge reflektiert
DRESDEN – Nach viertägigen Beratungen ging am 23. April im Haus der Kirche/Dreikönigskirche die Frühjahrstagung der 25. Landessynode der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsens zu Ende.
Auf dem Tagungsprogramm standen die Behandlung von Kirchengesetzen und der Jahresbericht 2006 des Diakonischen Werkes. Diakonie-Direktor Oberkirchenrat Christian Schönfeld sprach sich im Zusammenhang mit der „Arbeitsarmut“ für einen Mindestlohn aus, da trotz Vollzeitarbeit viele Menschen auf Arbeitslosengeld II angewiesen seien. Schönfeld regte zudem die Neuauflage eines Sozialwortes der Kirchen an.
Im Mittelpunkt der Beratungen stand das eigentliche Thema der Synode „Mut zur Mission“. In Vorträgen, Arbeitsgruppen und Workshops beschäftigten sich die Synodalen sowie eingeladene Gäste aus den Bezirkssynoden mit der Herausforderung, wie das Zeugnis des Evangeliums authentisch weitergegeben werden kann. Die Synode hat ein Wort an die Gemeinden formuliert, worin sie zur Weiterarbeit ermutigt. Eine Dokumentation zu dieser Themensynode soll missionarische Bemühungen und Aktionen in den Gemeinden unterstützen.
Die Landessynode verabschiedete am 23. April eine Erklärung zum Problem des weltweit fortschreitenden Klimawandels. Hier sollen Christen und Gemeinden ihre Verantwortung wahrnehmen und sich in die Entwicklungszusammenarbeit einbringen. Durch Arbeitshilfen und der Vorstellung von Projekten sollen Kirchgemeinden Möglichkeiten für eine aktive Beteiligung vor Augen geführt werden.
Weiterhin hat die Landessynode am 23. April ein Papier verabschiedet, dass Kirchgemeinden und kirchlichen Werke und Einrichtungen dazu ermutigt, den vom 6.-8. Juni dieses Jahres in Heiligendamm stattfindenden G8-Gipfel in Fürbitte und durch eine thematisierte Bildungsarbeit zu begleiten.
Ebenfalls vom Sozial-Ethischen Ausschuss wurde eine Erklärung der Synode zu rechtsextremen und menschenfeindlichen Einstellungen in Sachsen initiiert, die im Kern noch einmal die Position der Kirche darstellen soll, dass rechtsextreme Überzeugungen mit dem christlichen Menschenbild unvereinbar sind.
In einem Kirchengesetz, wo es um die Wahlmodalitäten bei den Kirchenvorstandswahlen geht, wurde beschlossen, dass Kirchgemeindeglieder bereits schon mit dem vollendeten 14. Lebensjahr, soweit sie schon konfirmiert sind, wählen können. Bis jetzt lag das Wahlalter bei 16 Jahren. Die beabsichtigte Änderung, dass kirchliche Mitarbeiter der Kirchgemeinde nicht dem Kirchenvorstand angehören sollen, hatte keine Mehrheit gefunden. Ein Mitarbeiter darf in den Kirchenvorstand seiner Gemeinden gewählt werden.


