3. Mai 2007
Leipziger Missionswerk erwartet drei Gäste aus Partnerkirchen
Perspektivenwechsel für drei Monate
Besuchsprogramm "Mission to the North 2007" geht in die zweite Runde

LEIPZIG - Das Evangelisch-Lutherische Missionswerk Leipzig e.V. (LMW) bereitet sich derzeit auf die Ankunft von drei Gästen aus ihren Partnerkirchen in Tansania, Indien und Papua-Neuguinea vor. Im Rahmen des Besuchsprogramms "Mission to the North 2007" werden Solomon Massangwa aus Tansania, D.T. Gnanaselvan aus Indien und James Koi aus Papua-Neuguinea vom 4. Mai an drei Monate in Deutschland verbringen. Sie wollen das Land und seine Menschen sowie die Arbeit der lutherischen Kirche kennen lernen und über Fragen des Lebens und des Glaubens ins Gespräch kommen.
Zu Beginn durchlaufen Sie eine Orientierungsphase, um das Leipziger Missionswerk und das sie erwartende Programm kennen zu lernen und einen ersten Eindruck vom Leben in Deutschland zu bekommen. Vom 14. Mai bis zum 1. Juli sind die drei Männer in verschiedenen Gemeinden und Institutionen in den Trägerkirchen des LMW - Sachsen, Thüringen und Mecklenburg - unterwegs. Sie gehen in Konvente und Predigerseminare, gestalten Senioren- und Kindernachmittage, beteiligen sich an Gottesdiensten und besuchen verschiedene kirchliche Einrichtungen.
In Sachsen werden die Gäste neben den Besuchen im Leipziger Missionswerk, einigen Leipziger Kirchgemeinden und der Theologischen Fakultät an der Leipziger Uni, die Fachhochschule für Religionspädagogik und Gemeindediakonie besuchen sowie am Sächsischen Jugend- und Gemeindebibeltag am 30. Juni bis 1. Juli in Crimmitschau teilnehmen. An zwei Aussendungsgottesdiensten von Sachsen, die in Partnerkirchen entsandt werden, ist in Schneeberg und Stollberg James Koi aus Papua-Neuguinea beteiligt.
Im Jahr des G8-Gipfels in Heiligendamm steht inhaltlich das Thema "Globalisierung" im Mittelpunkt. Wie erleben die Menschen deren Auswirkungen in ihren Heimatländern? Was tun ihre Regierungen, um das Leben der Menschen zu verbessern, und welche Rolle spielen die Kirchen dabei? "Mission to the North" bietet Gelegenheit, diese Fragen aus erster Hand beantwortet zu bekommen.
2007 findet das Programm zum zweiten Mal statt. Im vergangenen Jahr verbrachten drei Frauen ein Vierteljahr in Deutschland. Die Rückmeldungen aus den Gemeinden waren ausnahmslos positiv, auch wenn die Gäste selbst einige kritische Fragen stellten. Dass die Gottesdienste im Land der Reformation wesentlich schlechter besucht sind als in ihren Heimatländern, hat sie betroffen gemacht. Patentrezepte konnten sie während ihres Besuchs nicht liefern, aber Ideen, Impulse und interessante Einblicke in ihr eigenes Leben.(Öffi-LMW 3.4.07)
Zu den drei Männern:

Solomon Massangwa - Vater von vier Söhnen - wurde 1953 in der Arusha-Region geboren. Nach einer Handwerkerausbildung studierte er von 1977 bis 1981 Theologie an der Lutherischen Hochschule von Makumira. Von 2003 bis 2006 schrieb er sich erneut für ein Studium ein: diesmal Soziologie und Politikwissenschaft an der Katholischen Universität von Ostafrika. Derzeit arbeitet er wieder in seiner Heimatdiözese. Massangwa interessiert sich besonders für wirtschafts- und entwicklungspolitische Themen. In Deutschland möchte er vor allem etwas über die hiesige Landwirtschaft erfahren, aber auch das Alltagsleben einer Familie kennen lernen.

D. T. Gnanaselvan wurde 1961 als Sohn eines lutherischen Lehrerehepaares in Indien geboren. Er ist verheiratet und Vater zweier Kinder. Gnanaselvan arbeitete sechs Jahre als Lehrer in Tranquebar, dem Landungsort des ersten lutherischen Missionars Bartholomäus Ziegenbalg aus dem sächsischen Pulsnitz. Seit sieben Jahren ist er als Englischlehrer in Chennai (früher Madras) tätig. In seiner Freizeit gibt er Englischunterricht für Kinder aus armen Familien. Sein Hobby ist Tanzen.

James Koi wurde in 1958 in Nunga in Papua-Neuguinea geboren. Koi studierte Theologie am Martin-Luther-Seminar in Lae und erlangte dort den Bachelor of Theology. Er ist verheiratet und Vater zweier Kinder. Als Geschäftsführer des Lutherischen Gesundheitsdienstes ist er in der Hochlandregion tätig. Theologisch arbeitet Koi zum Thema "Krankheit und Heilung". Er leitet das Aktionsbündnis gegen Aids in der Westlichen Hochlandsprovinz.


