12. Mai 2007
Landesbischof: Europa-Verdrossenheit hat Europa nicht verdient
Treffen von 2500 europäische Christen im rumänischen Sibiu im September

Landesbischof Bohl (r.) und die sächsischen Delegierten
DRESDEN - Anlässlich eines informellen Treffens der Teilnehmer der am 4. bis 9. September 2007 stattfindenden Dritten Europäischen Ökumenischen Versammlung im rumänischen Sibiu (Hermannstadt) betonte Landesbischof Jochen Bohl, dass der europäische Gedanke weiterhin eine „große und hervorgehobene Bedeutung“ habe. Er machte am 10. Mai in Dresden den sieben sächsischen Delegierten Mut, sich auf der Tagung für ein gemeinsam gestaltetes Zusammenwachsen der Europäer einzusetzen. Eine Europa-Verdrossenheit habe Europa nicht verdient, so Bohl, und verwies auf die geöffneten Grenzen, die lange Friedensperiode und den Fortschritt in vielen Regionen. Er sehe aber auch die Gefahr des „Verblassens christlicher Traditionen“ in manchen Teilen Europas und warb um die positive Rückbesinnung auf die Geschichte des Kontinents, der auf unterschiedliche christliche Traditionen gegründet sei. Nach Ansicht des Landesbischofs funktioniere in Sachsen die ökumenische Zusammenarbeit gut und sie sei „belastbar“. Die besondere Situation der gemeinsamen Vorbereitung dieser Delegation wäre ein Beleg dafür.
Die Delegation aus Sachsen setzt sich aus evangelischen, katholischen Vertretern und einer Vertreterin der Freikirchen zusammen. Im Rahmen der Vorbereitung auf Sibiu hatte bereits Ende Januar in Dresden das Ökumenische Informationszentrum zusammen mit der evangelischen Kreuzkirchgemeinde und dem Stadtökumenekreis zu einem Studientag eingeladen. In Arbeitsgruppen wurden Fragen zum Dialog zwischen den Kulturen und Religionen ebenso besprochen wie zu Themen zur Bewahrung der Schöpfung in Zeiten der Klimaveränderung. Andere Arbeitsgruppen diskutierten über zivile Alternativen zu militärischen Auslandseinsätzen und über die Rolle der Kirchen in den europäischen Gesellschaften. Die Ergebnisse dieses Studientages waren an die sächsischen Delegierten für die 3. Europäische Ökumenische Versammlung in Sibiu übergeben worden. Die sächsischen Teilnehmer werden nach einem Aussende-Gottesdienst in der Dresdner Kreuzkirche nicht mit dem Flugzeug fliegen, sondern eine Bahnfahrt antreten, zu der in den durchfahrenden Ländern andere Delegierte dazu kommen werden.

Die als Pilgerreise angelegte internationale ökumenische Versammlung steht unter der Überschrift: "Das Licht Christi scheint auf alle - Hoffnung auf Erneuerung und Einheit in Europa" und begann mit einer Auftaktveranstaltung 2006 in Rom. Etwa 2.500 katholische, evangelische und orthodoxe Christen aus ganz Europa werden auf der Konferenz gemeinsam darüber beraten, wie das Zusammenleben zwischen unterschiedlichen Konfessionen und Religionen gelingen kann und was die Kirchen für Gerechtigkeit, Frieden und die Bewahrung der Schöpfung tun können.
Ausgehend von der Idee eines großen Friedenskonzils der Kirchen setzen sich seit mehr als zwanzig Jahren Christen verschiedener Konfessionen auf der ganzen Welt gemeinsam für Gerechtigkeit, Frieden und die Bewahrung der Schöpfung ein. Mit seinen Tagungen trug beispielsweise der Konziliare Prozess in der DDR 1988/1989 wesentlich zu den politischen Veränderungen in Ostdeutschland bei.
Auf dem Weg der 3. Europäischen Ökumenischen Versammlung


