5. Juli 2007
Nacht der geöffneten Kirchen von Elster bis Mulde

Häufig gab es Abende am Lagerfeuer mit Musik wie hier in Gundorf im Kirchhof
Evangelische Kirchgemeinden im Muldental machen auf sich aufmerksam

In der Michaeliskirche in Leipzig-Gohlis gibt es eine "Taschenlampenkirchenführung" für Kinder
Zur „Nacht der offenen Kirchen“ und zur „Nacht der offenen Dorfkirchen“ laden am 7. Juli zwei benachbarte Regionen gleichzeitig mit ihren Kirchgemeinden zu einem außergewöhnlichen Abendprogramm ein. Auf einer Länge von fast 50 Kilometern, von der sächsischen Landesgrenze im Westen in Dölzig bis Ragewitz an der A14 östlich von Grimma, werden 111 Kirchen und Gemeindehäuser von 19:00 bzw. 20:00 Uhr bis Mitternacht ihre Türen zu dieser bisher einzigartigen Nachtaktion öffnen. Neben vielen musikalischen Angeboten von Klassik bis Pop wird es wie vor zwei Jahren bei der 1. Nacht der Kirchen in Leipzig Theater, Turmbesteigungen, Ausstellungen, Lichtinstallationen, Führungen, Filme, Texte, Kunst und vieles andere mehr geben. Diesmal kommen aber 37 Dorfkirchen im Muldental dazu, die mit ihrer eigenen Initiative ganz bewusst auf die vielen Kleinode alter Kirchbaukunst und auf das evangelische Kirchgemeindeleben in der ländlichen Region aufmerksam machen wollen. Die Schnittstelle zwischen der Initiative des Kirchenbezirks Grimma und die des Kirchenbezirks Leipzig wird an der Kirchgemeinde Panitzsch deutlich, die gleich in beiden Programmen erscheint.
Nacht der offenen Kirchen in Leipzig

Kinderprogramm in der Bethanienkirchgemeinde
Von 20:00 bis 24:00 Uhr beteiligen sich 75 Leipziger Kirchgemeinden an der 2. Nacht der offenen Kirchen und laden mit verschiedenen Programmen zum Besuch ein. Auch für das leibliche Wohl wird vielerorts gesorgt. Die thematische Spannbreite der angebotenen Programme und die große Zahl der teilnehmenden Gemeinden soll die Vielfalt und den Reichtum christlichen Lebens in der Stadt Leipzig widerspiegeln.
Vor allem auf Kinder ausgerichtet sind die Angebote beispielsweise in der Michaeliskirche am Nordplatz, in der evangelisch-reformierten Kirche am Tröndlinring, in der Gnadenkirche Wahren und in der St. Pankratiuskirche Engelsdorf. Jugendliche werden in der Evangelisch-Freikirchlichen Gemeinde (Baptisten), Bernhard-Göring-Str. 18-20, zu moderner christlicher Rockmusik eingeladen. Die Lutherkirche am Johannapark wird zur Jugendkirche. Hier sorgt das Evangelische Jugendpfarramt für ein abwechslungsreiches Programm. Auch die Angebote der Thomaskirche werden für junge Leute interessant sein. Unter anderem erwartet hier eine Boulderwand gewandte Kletterer.

Die Leipzig English Church lädt alle Tanzfreudigen ins Gemeindehaus, Schreberstr. 3-5, ein. "Kunstkirche" lautet das Motto in der katholischen Propsteikirche St. Trinitatis. Die evangelische Friedenskirche Gohlis bietet unter dem Motto „Genusskirche“ neben Kurzfilmen für Augen und Ohren, duftende Blumenarrangements für die Nasen sowie lukullische Angebote an, bevor um 20:00 Uhr die Ausstellung "Sakrale Skulpturen" eröffnet wird. Gezeigt werden Arbeiten aus Holz und Eisen des Darmstädter Künstlers Thomas Wellner. Trompetenmusik umrahmt die Ausstellungseröffnung. Die Skulpturen sind dann weiterhin bis zum 12. August täglich von 15:00 bis 18:00 Uhr zu sehen.
Die Nacht der offenen Kirchen lädt alle Leipziger und ihre Gäste, Christen wie Nichtchristen zum Entdecken und Kennen lernen kirchlicher Räume und Angebote ein. Oft wechseln die Programme stündlich. Kommen und Gehen sind jederzeit möglich. Der Eintritt ist kostenlos. Das gesamte Programm mit genauen Orts-, Zeit- und Programmangaben ist unter www.kirche-leipzig.de nachzulesen. Programm-Flyer liegen auch in Pfarrämtern und Kirchen aus. In der Leipziger Volkszeitung erscheint am 6. Juli eine Beilage mit dem Veranstaltungsprogramm der Nacht der offenen Kirchen.
Nacht der offenen Dorfkirchen

In der Kirche von Beucha gibt es eine Nachtmusik
Die diesjährige erste Nacht der offenen Dorfkirchen wird durch die Mitwirkung von vielen Ehrenamtlichen in- und außerhalb von Kirchgemeinden möglich. Sie ist Auftakt und ein Bestandteil des Projekts „Radwege als Lernwege“ – Offene Kirchen im Muldentalkreis“ der Evangelischen Erwachsenenbildung in Sachsen. Neben Kultur und innerer Einkehr ermöglichen viele Kirchen durch Turmbesteigungen einen Blick auf die reizvolle Landschaft des Muldentalkreises. Im Vordergrund steht auch hier das sinnliche Erleben von Musik, Licht- und Diameditationen sowie Imbissangeboten.
So stellt sich jede der 37 Kirchen unter ein Thema oder Motto. Manchmal ist es die „Kirche für die Jugend“ wie in Albrechtshain mit Jugendband, die „Kirche für Kinder“ wie in Neichen oder die so genannte Generationen-Kirche in Klein- und Großbardau mit Kinderprogramm und Wanderung. Erdmannhain stellt sich als „Radfahrerkirche im Kerzenschein“ vor und Lastau will zum südlichsten Kirchturm der Dorfkirchennacht einladen. Der Eintritt ist auch hier wie in Leipzig frei.

Insbesondere die Musik nimmt bei fast allen Orten einen festen Programmpunkt ein. Orgelmusik steht dabei im Vordergrund, ob nun im Zusammenhang mit dem Paul-Gerhard-Jubiläum wie in der Beuchaer Nachtmusik oder als „Königin der Instrumente“ wie in Deuben. Die Musik wird in Machern ganz „international“, wenn Trompetentrios und israelische Tänze erklingen oder die Zuhörer mit dem Kontrabass akustisch um die Welt reisen können.
Im besonders abwechslungsreichen halbstündigen Programm-Stakkato wird der Besucher in Grethen „Dem Himmel nah“, in Großbothen „Im Zeichen Paul Gerhardts“, in Ragewitz in der „Kirche der Sinne“ und in Rohrbach gleich zu einem fünfstündigen „Großen Gemeindefest“ eingeladen. In Zschirla geht es um ein geheimes Reliquiemversteck im Altar und weniger spannend, aber dafür bewegt, können die Besucher in Althen, Borsdorf, Gerichshain und Zweenfurth an einer Fahrradtour teilnehmen.


