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Aktuelles

18. Juli 2007

Landesbischof gegen Abschaffung der stichtagsbezogenen Regelung

Grundzüge des Stammzellgesetzes müssen nicht verändert werden

Bild: Landesbischof im Gespräch zu biotechnologischer Forschung
Früherer Besuch des Landesbischofs (l.) im Dresdner Max-Planck-Institut zu Fragen der Implikationen in der biotechnologischen Forschung

DRESDEN – Landesbischof Jochen Bohl hat sich vor dem Hintergrund der derzeitigen Debatte um die Lockerung des Stammzellgesetzes für die Beibehaltung der stichtagsbezogenen Regelung ausgesprochen. Allerdings läge eine Verschiebung des Stichtags „in der Logik des vor fünf Jahren gefundenen Kompromisses“, so dass damit die Grundzüge des nach langem Ringen beschlossenen Gesetzes nicht verändert würden. Für Bohl war die damalige Entscheidung eine „Sternstunde des Parlaments“, weil es den Abgeordneten gelungen sei, eine tragfähige Abwägung in einem schwierig aufzulösenden ethischen Konflikt zu treffen.

Mit dem Heilungsgebot und dem Tötungsverbot würden hier zwei „höchstwertige ethische Güter“ in Spannung zueinander treten. Der Landesbischof stellt klar, dass wissenschaftliche Forschung aus christlicher Sicht notwendig und geboten sei, um Krankheiten zu lindern und wenn möglich zu heilen. Allerdings dürfe der Schutz des Lebens aber nicht aufgelöst werden, auch nicht, um hoher und anerkennenswerter Ziele willen. „Menschliches Leben darf nicht zu einem Instrument der Forschung gemacht werden wie andere auch – denn es hat einen Wert an sich“, so Bohl. Er hält die damalige politische Entscheidung einer Stichtagsregelung für Forschungen an Stammzelllinien daher für einen „tragfähigen Kompromiss“.

Nach Bohls Auffassung bestehe auch bei den derzeitigen Vorschlägen für eine Abschaffung der stichtagsbezogenen Regelung „keine Notwendigkeit“, um Forschungen auf hohem Niveau fortsetzen zu können. Beispielsweise könne sich ein neuer Stichtag auf den Januar dieses Jahres beziehen. Der Landesbischof wendet sich somit gegen die Entscheidung des Nationalen Ethikrates, der sich am 16. Juli dafür ausgesprochen hatte, zugunsten einer Einzelfallprüfung die Stichtagsregelung abzuschaffen.

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