22. Juli 2007
Würdigung der Lebensleistung von Baudirektor Eberhard Burger
Burger war auf einer Baustelle mit einer geistlichen Dimension tätig

Frauenkirchpfarrer Sebastian Feydt segnet im Gottesdienst Eberhard Burger (Foto: Renate Beutel)
DRESDEN - Dr.-Ing. E.h. Eberhard Burger, Baudirektor und Sprecher der Geschäftsführung der Stiftung Frauenkirche Dresden, wird mit Wirkung vom 1. August 2007 auf eigenen Wunsch als Kirchenbaurat in den Ruhestand versetzt. Gleichzeitig wird er aus der Geschäftsführung der Stiftung ausscheiden und in deren Stiftungsrat eintreten.
Das bisherige Lebenswerk Eberhard Burgers wurde am 22. Juli in einem Gottesdienst und mit einem Festakt gewürdigt. Um 11:00 Uhr begann unter Anwesenheit von Vertretern der Stiftung Frauenkirche Dresden, der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsens, verschiedener am Wiederaufbau beteiligter Unternehmen, der Fördergesellschaften und Freundeskreise sowie langjähriger Wegbegleiter und der engsten Familie ein öffentlicher Gottesdienst in der Frauenkirche. Dieser war getragen von der Dankbarkeit für das gelungene Werk und gab Raum für Bitten um den Segen Gottes für das zukünftige Wirken Eberhard Burgers.

Eberhard Burger und Stiftungsratsvorsitzender Bernhard Walter (r.) am Tag der Frauenkirchweihe
Im Anschluss hat unter der Anwesenheit von über 200 geladenen Gästen ein Festakt in der Unterkirche der Frauenkirche stattgefunden. Ansprachen wurden von Landesbischof Jochen Bohl, dem Präsidenten des Evangelisch-Lutherischen Landeskirchenamt Sachsens, Hans-Dieter Hofmann, und dem Stiftungsratsvorsitzende Bernhard Walter gehalten.
Professor Gerhard Glaser, Landeskonservator a. D., Professor Wolfram Jäger, Tagwerksplaner beim Wiederaufbau der Frauenkirche Dresden, und Professor Thomas Will, Dekan der Fakultät Architektur der TU Dresden, richteten vor dem Empfang Grußworte an Dr. Burger.
Eberhard Burger wird nach seinem 27-jährigen Dienst für das Landeskirchenamt in den Ruhestand versetzt und beendet gleichsam seine Tätigkeit als Baudirektor für den Wiederaufbau der Frauenkirche Dresden, die ihn 15 Jahre seines Lebens begleitet und ausgefüllt hat. Auch wenn er ebenso aus der Geschäftsführung der Stiftung Frauenkirche Dresden ausscheidet, deren Sprecher er seit 2001 war, bleibt doch sein Wissen und sein Engagement der Frauenkirche und der sie tragenden Stiftung erhalten. Eberhard Burger wird in den Stiftungsrat wechseln und dort die weitere Arbeit für Frieden und Versöhnung begleiten.
Rede des Landesbischofs zur Verabschiedung Burgers

Lutherdenkmal vor der Frauenkirche
Auf der Festveranstaltung hat Landesbischof Jochen Bohl, der Kuratoriumsvorsitzender der Stiftung Frauenkirche ist, in seiner Rede Eberhard Burger als „Christenmenschen und Bauingenieur“ gedankt und gewürdigt. Es sei für ihn ein segensreicher Umstand gewesen, dass der Baudirektor „unaufdringlich und seinem Wesen entsprechend bescheiden, aber in klarer Eindeutigkeit für seine lutherische Glaubensüberzeugung stand“. Damit verwies Bohl einerseits auf seine berufliche Qualifikation, die er im Dienst der Landeskirche gesammelt hatte, und andererseits auf sein berufliches Handeln in Verbindung mit der geistlich-theologischen Dimension seiner Aufgabe.
Neben der Ansicht des Landesbischofs, dass es sich beim Wiederaufbau der Frauenkirche um eine „Baustelle mit einer geistlichen Dimension“ gehandelt habe, ging er in seiner Rede über die Person des Baudirektors hinaus auf das protestantische Berufsethos ein. So sei die „Hochachtung des Berufs ein Kennzeichen der lutherischen Konfession; und in ihrer Theologie hätten die Berufe der Menschen eine besondere Bedeutung“.
Martin Luther hätte, so Bohl, die göttliche Berufung zum Dienst, die in seiner Zeit ausschließlich dem geistlichen Stand zugesprochen wurde, in großer Eindeutigkeit auch auf die weltlichen Tätigkeiten übertragen. Damit wäre auf die Person Burgers übertragen, „ein Mann vom Bau und ein Mensch mit einer festen Glaubensüberzeugung, das Geistliche und Weltliche voneinander getrennt und doch je in ihrer Bedeutung unentwegt aufeinander bezogen, gerade in dieser Zuordnung erst vollkommen“. Für den Landesbischof mache dies einen Protestanten aus.
Lebensdaten zu Dr. Eberhard Burger

Stätte seines Wirkens kurz vor Fertigstellung
- 26. Juli 1943 in Berlin geboren
- 1962 – 1968 Studium TU Dresden zum Diplom-Ingenieur
- 1968 – 1980 Bauleiter auf Großbaustellen und Bauingenieur für technische und technologische Bauvorbereitungen
- 1980 Ev.-Luth. Landeskirchenamt Sachsens: Investitionsvorbereiter und Mitarbeiter im Baureferat
- 1990 Ernennung zum Kirchenbaurat im Landeskirchenamt
- 1992 Beurlaubung zur Übernahme der Geschäftsführerstelle Architektur und Baukonstruktion bei der Stiftung der Frauenkirche e.V.
- 1995 Geschäftsführer und Baudirektor der Stiftung Frauenkirche Dresden
- 10. Februar 2006 Verleihung der Ehrendoktorwürde


