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Aktuelles

1. August 2007

Orgeldatenbank jetzt auf »www.evlks.de« online

Statt Kartei-Kästchen im Landeskirchenamt moderne Orgeldatenbank

Orgenprospekt in der Großenhainer Marienkirche
Jehmlich-Orgel (Bj. 1901) in der Großenhainer Marienkirche

DRESDEN – Die bisherige Erfassung des Orgelbestandes innerhalb der sächsischen Landeskirche wurde in  mehrjähriger Arbeit auf eine digitale Erfassung und Darstellung vorbereitet und liegt jetzt als Orgeldatenbank vor. Mit der Bezeichnung Orgelkartei der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsens (ORKASA) geht das neue Arbeitsmittel für Orgelsachverständige, Kirchenmusiker, Orgelbauer und Orgelinteressierte auf die bisherige Handkartei zurück. Ganz neue Möglichkeiten würden sich jetzt mit der elektronischen Erfassung durch die Auflistung der 1.466 Orgeln, ihrer jeweiligen Bezeichnung, dem Registerumfang, Baujahr, Orgelbauer und dem Standort ergeben, sagt der Fachbeauftragte für das Orgelwesen, Kantor Hartmut Vetter.

Die Kartei stünde jetzt nicht mehr in „Kästen in einem Raum im Landeskirchenamt“, sondern könnte von Kollegen gleichzeitig eingesehen, jeweils aktualisiert und für die eigene Projektarbeit genutzt werden. So sei jede Orgel, von der Domorgel bis zum Positiv, mit einer Dokumentation hinterlegt, die Aufschluss über Geschichte, Zustand und bauliche Veränderungen Auskunft gibt. Vetter verweist darauf, dass dieser erweiterte Zugang nur über die Beantragung einer Leseberechtigung möglich sei. „Dies soll nur wirklich den Fachleuten vorbehalten bleiben“, so der Fachbeauftragte, damit der Kreis der Mitarbeitenden „überschaubar und hilfreich bleibt“.

Vetter glaubt, dass bereits durch den allgemeinen Zugang zur Bestandsliste auf der Internetseite der Landeskirche der „Effekt denkbar“ wäre, dass beispielsweise noch nicht erfasste Orgeln plötzlich „auftauchen“ und gemeldet werden.
In Sachsen sei nach seiner Einschätzung der Orgelzustand zu ungefähr 75 Prozent gut und am Restbestand müsse in „unterschiedlicher Intensität in nächster Zeit was gemacht werden“. Pro Jahr lägen im Durchschnitt 40 – 50 Projekte auf dem Tisch, wobei im letzten Jahr insgesamt zwei Millionen Euro in Orgelbau und -reparatur investiert wurden. Aus Mitteln der Landeskirche flossen fast 500.000 Euro mit ein.

Die größten Orgeln in Sachsen sind die Orgeln in St. Nikolai und St. Thomas in Leipzig, die Orgel in der Dresdner Kreuzkirche, die Orgel in der St. Johanniskirche Zittau sowie die Orgeln im Zwickauer Dom und der Stadtkirche Mittweida. Die nachweislich ältesten Orgeln stehen nach der Liste in der Alten Kirche in Coswig (um 1615) und in der Wehrkirche von Lauterbach bei Marienberg (1620).
Als nächste größere Orgelbauvorhaben stehen u. a. die Restaurierungen der Jahn-Orgel in der Dresdener Versöhnungskirche und der Ladegast/Jehmlich-Orgel in der Petrikirche Chemnitz an. Weiter werden die Hildebrand-Orgel in Störmthal, die Donati-Orgel in Brandis und die Kreutzbach-Orgel in Frauenstein restauriert.
Hartmut Vetter hofft mit der Veröffentlichung der Orgeldatenbank auf ein gesteigertes Interesse am Orgelbestand und auf eine indirekte Werbung für den Erhalt der Orgeln. Er könne Kirchgemeinden nur ermuntern, mögliche Orgelreparaturen rechtzeitig durch Rücklagen zu berücksichtigen.

Weitere Informationen unter Orgeln.

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