15. August 2007
Basisökumene in Sachsen soll Ökumenische Versammlung begleiten
„Das Licht Christi scheint auf alle - Hoffnung auf Erneuerung und Einheit in Europa"

DRESDEN – Mit einem Brief an die Gemeinden unterstützen die christlichen Kirchen in Sachsen die Dritte Europäische Ökumenische Versammlung im rumänischen Sibiu/Hermannstadt, wo vom 4. bis 9. September 2.500 Christen aller Konfessionen aus ganz Europa zusammen kommen werden. Im gemeinsamen Schreiben, das von Landesbischof Jochen Bohl, Bischof Joachim Reinelt vom Bistum Dresden-Meißen und vom Vorsitzenden der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen im Freistaat Sachsen, dem Superintendenten der Evangelisch-methodistischen Kirche, Friedbert Fröhlich, unterzeichnet wurde, sind die Gemeinden zu Fürbitten für das Gelingen der Versammlung sowie „für die zu vereinbarenden Handlungsschritte“ aufgerufen.

Landesbischof Jochen Bohl (r.) im Gespräch mit den sächsischen Delegierten
Aus Sachsen wird sich eine siebenköpfige Delegation aus evangelischen, katholischen Vertretern sowie einer Vertreterin der Freikirchen Anfang September mit dem Zug nach Rumänien auf den Weg machen.
Der Brief fordert die Gemeinden auf, nach dem Treffen das Gespräch mit den Delegierten zu suchen, um „ermutigende und schwierige Erfahrungen“ in Sachsen anzusprechen. Den Gemeinden wird zudem vorgeschlagen, selbst ökumenische Treffen zu organisieren, damit auch hier „die Hoffnung auf Erneuerung und Einheit in Europa gestärkt wird“. Für Sachsen haben die Ökumenischen Versammlungen eine besondere Bedeutung, da vor fast zwanzig Jahren Christen verschiedener Konfessionen zum ersten Mal in Dresden und Magdeburg zusammen kamen, um für Gerechtigkeit, Frieden und die Bewahrung der Schöpfung einzutreten. Diese Versammlung trug beim konziliaren Prozess in der DDR 1988/1989 wesentlich zu den politischen Veränderungen in Ostdeutschland bei.
Die als Pilgerreise angelegte internationale ökumenische Versammlung steht unter der Überschrift: "Das Licht Christi scheint auf alle - Hoffnung auf Erneuerung und Einheit in Europa" und begann mit einer Auftaktveranstaltung 2006 in Rom.
In Sachsen wurden zur Vorbereitung dieser Dritten Europäischen Ökumenischen Versammlung auf einer Studientagung im Januar Fragen zum Dialog zwischen den Kulturen und Religionen ebenso besprochen wie Themen zur Bewahrung der Schöpfung in Zeiten der Klimaveränderung. Andere Arbeitsgruppen diskutierten zivile Alternativen zu militärischen Auslandseinsätzen und über die Rolle der Kirchen in den europäischen Gesellschaften. Eine, zur Tagung vorbereitete Ausstellung über die ökumenische Arbeit in Sachsen, wird von den Delegierten mitgenommen und während der Versammlung zu sehen sein.
Hermannstadt, Kulturhauptstadt 2007, und selbst Symbol für die wachsende Einheit Europas, steht in dieser Region zugleich für die „ungleiche Verteilung von Licht und Schatten“, wie es im Schreiben heißt. Der Brief spricht im Zusammenhang mit der Versöhnung von einer Zukunftsinvestition, wenn es darum geht, mit deutlichem Respekt und mit Wertschätzung allen Menschen Europas zu begegnen.


