4. Oktober 2007
Kirchenmusik in Sachsen mit Außenwirkung
Kostenlose kirchenmusikalische Basisarbeit bei Kindern und Jugendlichen

DRESDEN – Die kirchenmusikalischen Aktivitäten in der sächsischen Landeskirche sind in den letzten Jahren kontinuierlich gestiegen und die Außenwirkung nahm rapide zu. Zu diesem Schluss kam eine neuerliche detaillierte Untersuchung anhand der jetzt vorliegenden Zahlen für das letzte Jahr und der Jahre zuvor. Eine Überraschung war, dass sich der Anteil von Gemeindegliedern, die eine kirchenmusikalische Veranstaltung besuchten, von der Zeit nach der poltischen Wende von 1990 bis heute (2006) deutlich mehr als verdreifacht hat. Dieser unglaubliche Anstieg lässt sich allerdings nur aus der gegenläufigen Entwicklung von Bevölkerungsrückgang und der damit geringer werdenden Gemeindegliederzahl erklären, wo sich die Anzahl der Akteure, Veranstaltungen und Besucher von Konzerten erhöht haben müssen.
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Tatsächlich stiegen 2006 die Besucherzahlen von kirchenmusikalischen Veranstaltungen zum Vorjahr auf über 712.000. Hinter dem Vergleich von 710.000 Besuchern (2005) zum Jahr 2000 mit 683.000, 1995 mit 580.000 und 1990 mit 334.000 Besuchern liegt somit eine kontinuierliche Steigerung. Gleichzeitig ist alleine in den letzten zehn Jahren die Anzahl der Veranstaltungen von 3.850 auf 4.175 gestiegen. Die gleiche Tendenz zeigt sich bei den Sängerinnen und Sängern in den insgesamt über 900 Chorgruppen im gleichen Zeitraum mit der Steigerung von 16.300 auf über 17.600. Trotz dieser Entwicklung lässt eine solche Erhöhung in absoluten Zahlen nur den Schluss zu, dass im Vergleich zu früher, ein deutlich höherer Anteil der Bevölkerung kirchenmusikalische Veranstaltungen besucht.
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Offenbar wirkt sich die besondere und lange Tradition der sächsischen Kirchenmusik sowie das qualifizierende Element der Hochschule für Kirchenmusik in Dresden so nachhaltig aus, dass durch die Professionalität und das Engagement der über 450 Kirchenmusiker und der fast 1.000 Honorar- und Hilfskräfte bisherige Einsparungen in diesem Bereich noch aufgefangen werden konnten. Allerdings ist durch die Intensivierung der kirchenmusikalischen Arbeit das Netz straff gespannt. „Das Netz darf nicht reißen“, sagt Landeskirchenmusikdirektor Markus Leidenberger, denn, „noch haben wir es hier in Sachsen“. Und Leidenberger verweist auf die jetzt stattfindenden 4. Landeskirchenmusiktage in Chemnitz, von denen ein „Licht im Leuchtturm der kirchenmusikalischer Arbeit in Sachsen“ ausgehe.

Dass dieses Licht nicht erlöschen wird, zeigt die intensivierte Nachwuchsarbeit bei Kindern. Trotz des dramatischen Geburtenrückgangs seit Beginn der 90er Jahre blieb diese Arbeit in Kurrenden und Jugendchören auf gleichem Niveau. So gibt es weiterhin wie in den vergangenen Jahren rund 700 Kurrenden mit 8.000 jungen Sängern, mehr als fünf Jahre zuvor (7.425), sowie eine erhöhte Anzahl von Instrumentalkreisen und ihren Teilnehmern. Die Jugendchöre stiegen von 81 auf 100 an. Diese, für die Teilnehmenden kostenlose kirchenmusikalische Basisarbeit, die auch Nichtchristen offen steht, ist ein weiterer Stabilisierungsfaktor für die kirchenmusikalische Basisarbeit. Das Kirchenchorwerk der sächsischen Landeskirche, in dem 750 Chöre erfasst sind, ist der zahlenmäßig stärkste Laienmusikerverband im Freistaat Sachsen.


