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Aktuelles

5. Oktober 2007

Die Bedeutung der Kirchenmusik in unserer Gesellschaft

Durch die Beiträge der Kirchenmusik wird die Poesie der Geschichte bewahrt

Bild: Blick ins Podium
Reges Interesse am Gespräch zur Kirchenmusik

CHEMNITZ – In einem Podiumsgespräch am späten Freitagnachmittag in der Säulenhalle des Museums der Städtischen Kunstsammlungen am Theaterplatz mit Vertretern der Kirchenmusik und der Kultur ging es um die Bedeutung der Kirchenmusik in der Gesellschaft. „Die Kirchenmusik ist die gemeinsame Mutter der europäischen und nordamerikanischen Musik“, sagte Oberkirchenrat Eduard Berger aus Dresden als Moderator zum Einstieg in die Gesprächsrunde. Anschließend wurde als Ist-Aufnahme mehrfach die Bedeutung der Kirchenmusik als starker Faktor der musikalischen Laien-Breitenarbeit gewürdigt.

Für den Präsidenten des Sächsischen Musikrates, Professor Christoph Krummacher, hätte die Kirchenmusik eine besondere Brückenfunktion in die Kirche hinein, weil sie nach außen wirke und die „Zutrittsschwelle“ für Menschen, die meinen, über andere Brücken nicht mehr gehen zu können, niedrig halte. Professor Christfried Brödel, Rektor der Hochschule für Kirchenmusik, kann sich eine Kirche nicht ohne Kirchenmusik vorstellen und die Kirche gehöre zur Gesellschaft. Sie sei der stärkste Bereich, der nach außen wirke. Brödel verwies auf die beispielhafte offene Arbeit mit Kindern ohne den üblichen Leistungsdruck. Für ihn sei dies ein „Integrationsfaktor“.

Bild: Podiumsteilnehmer im Gespräch
1. Beigeordneter Lorenz Franzisti, spricht für den Landkreis Zwickauer Land

Als Landeskirchenmusikdirektor Markus Leidenberger die Kirchenmusik als Salz in der großen Gesellschaft bezeichnete, und dass durch ihre Beiträge die „Poesie an der Geschichte bewahrt und an Generationen weitergegeben werde, war der Punkt im Gespräch erreicht, wo es um die Soll-Aufnahme gehen musste. So brachten Zuhörer wie der Löbauer Kantor Christian Kühne neuerliche Ganztagsangebote in den Schulen zur Sprache, wo pädagogische Angebote in den Gemeinden negativ tangiert würden.

Krummacher verwies darauf, dass dies Schulkonzept in Sachsen kein Zwang, sondern ein Angebot sei. Er sprach sich für einen Online-Katalog von qualifizierter außerschulischer Förderung aus, wo sich die Kirchenmusiker einbringen können. Ein Konfliktfeld wurde in den ausfallenden Musikstunden gerade im Grundschulbereich ausgemacht und die Frage diskutiert, ob nicht der Einsatz von Kirchenmusikern im Lehramt möglich sei. Brödel bestätigte das jahrelange Bemühen, Kirchenmusik und Schulmusik zu verknüpfen, was an der bisherigen Doppelfachlösung nicht möglich sei. Krummacher gab den Hinweis, dass es durch das neue Hochschulgesetz mehr Freiräume gebe, um einen Kombinationsstudiengang einzurichten.

Im weiteren Gespräch wurde durch den Landesobmann des Kirchenchorwerks, Jens Staude, eine geringere Förderung bei Sing- und Lehrwochen bemängelt und vermutet, dass sich die Förderung seitens des Freistaats stärker auf Großprojekte verlagere. Da eine Vertreterin des Staatsministeriums für Wissenschaft und Kunst, nicht für diese Art von Förderung zuständig war, blieb die Frage in dieser Runde offen.

Abgesehen von den angesprochenen Problemanzeigen waren sich wohl alle in der Feststellung von Staatsminister a.D. Steffen Heitmann (MdL und Vorsitzender der Kulturstiftung) einig, dass „Menschen, die mit Musik aufwachsen, gemeinschaftsfähiger sind“. So seien sie gesellschaftsgestaltend und –erhaltend. Die Musik hätte eine „identitätsstiftende Wirkung“, so Heitmann. Für den Landeskirchenmusikdirektor sei speziell die Kirchenmusik keine „Darbietung des Äußerlichen“. Sie hätte somit „Vorbild- und Wächterfunktion“.

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