6. November 2007
Martinsfeste und -umzüge in sächsischen Kirchgemeinden
Katholische und evangelische Christen veranstalten Feste gemeinsam
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Martinssingen in der Kirche
DRESDEN - In den kommenden Tagen finden in zahlreichen Städten und Gemeinden Sachsens Martinsfeste statt. Ob nun vor, während oder nach dem Martinstag (11. November) wird mit abendlichen Lampionumzügen, szenischen Darstellungen, dem Singen von Liedern und dem Teilen der leckeren Hörnchen vor allem Kindern das traditionelle Geschehen nahe gebracht. Zentrum und Ausgangspunkt vieler Umzüge und Feiern sind die örtlichen Kirchen. In diesem Jahr fällt der Martinstag auf einen Sonntag, so dass in einigen Gemeinden wie im erzgebirgischen Zöblitz Familiengottesdienste am Nachmittag vor den gemeindlichen Umzügen stehen. An den meisten Orten beginnen die Martinsumzüge mit Andachten um 17:00 Uhr, die häufig in ökumenischer Zusammenarbeit mit katholischen Nachbargemeinden und kirchlichen Kindergärten durchgeführt werden.

Kreuzkirche - Zentraler Auftakt der Adventsaktion "Licht ins dunkle Tal"
Neben zahlreichen Martinsfeiern in und um Dresden laden katholische und evangelische Christen der Dresdner Innenstadtgemeinden alle Jungen und Mädchen zur Feier des Martinstages am Sonntag, 11. November, um 17:00 Uhr, in die Kreuzkirche ein. Dort führen die Junge Gemeinde der Kirchgemeinde Frieden und Hoffnung aus Dresden-Löbtau ein Martinsspiel auf und Posaunenbläser aus Dresden-Niedersedlitz begleiten dann die Teilnehmer während des traditionellen Lampionumzugs mit dem Heiligen Martin an der Spitze über die Kramergasse bis in den Vorhof der Altmarktgalerie. Hier werden auch die traditionellen Martinshörnchen ausgegeben und miteinander geteilt. Diese gottesdienstliche Feier in Dresden bildet zugleich die zentrale Veranstaltung als Auftakt für die Adventsaktion „Licht ins dunkle Tal“ des Evangelisch-Lutherischen Missionswerks Leipzig, der sächsischen Landeskirche und des Landesverbandes der evangelischen Kindertagessstätten. Landesbischof Jochen Bohl ist Schirmherr der Aktion. Dabei sollen bis zum Epiphaniasfest am 6. Januar nächsten Jahres 50.000 Euro an Spendengeldern gesammelt werden, um Solarlampen für die Hochlanddörfer in Papua-Neuguinea finanzieren zu können.

Ökumenisches Martinsfest auch in Leipzig-Schönefeld
Das Zwickauer Martinsfest am 11. November steht ebenfalls ganz im Zeichen der Adventsaktion "Licht ins dunkle Tal". Das Programm in Zwickau beginnt um 16:30 Uhr im Dom St. Marien. Angekündigt sind Informationen zur Adventsaktion, Lieder, ein Spielstück und natürlich die traditionellen Martinshörnchen. Anschließend zieht ein Laternenumzug mit dem Heiligen Martin hoch zu Ross und einem Spielmannszug quer durch die Innenstadt. Beendet wird das Fest mit dem Singen von Martinsliedern in zwei Seniorenheimen. Die Organisatoren rechnen mit 500 bis 600 Teilnehmenden.
In Leipzig lädt die Christuskirche in Eutrizsch bereits ab 10:00 Uhr zu einem offenen Kindervormittag rund ums Martinsfest ins Gemeindehaus ein. Lampionumzug, Martinsfeuer und Imbiss erwartet in Leutzsch Kinder und Eltern im Anschluss an den Familiengottesdienst, der um 15.30 Uhr in der St. Laurentiuskirche beginnt. Auf der Bühne im Eutritzscher Park wird um 17:00 Uhr ein Martinsspiel aufgeführt und auch an anderen Orten beginnen die Umzüge. Unter dem Motto "Licht ins dunkle Tal" stehen Martinsandacht und Martinsspiel um 18:00 Uhr in der Kirche Podelwitz. Mit Spenden wird ein Projekt der Partnerschule in Papua-Neuguinea unterstützt.Der CVJM, die evangelische und die katholische Gemeinde Schönefelds sowie die Förderschule Schloss Schönefeld laden zu einem Martinsfest mit Martinsspiel, Laternenumzug und gemütlichem Ausklang ein. Beginn ist 16:00 Uhr im Schloss Schönefeld, Zeumer Str. 1., und endet gegen 18:00 Uhr im Garten des CVJM.
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Stefan Weber, der Türmer der Stadt Chemnitz, wird wieder aktiv dabei sein
Unter dem Thema " Ich teile meine Welt mit dir" wird in Chemnitz am 11. November der größte Martinsumzug in Sachsen durchgeführt, zu dem wieder wie im letzten Jahr 1.200 Kinder mit ihren Eltern, Schulklassen und Kita-Gruppen auf dem Theaterplatz erwartet werden. Das Vorprogramm beginnt um 16:00 Uhr, das von Gemeindepädagogen und Mitarbeitern vom Don Bosco Haus mit Spielaktionen vorbereitet wurde. Auf der Videowand werden Bilder von Kindern aus Chemnitz und Kindern aus Togo gezeigt, die von ihrer jeweiligen Welt erzählen. Ein Stand von „Brot für die Welt“ lädt zur Information ein. Das Martinsspiel auf der Bühne um 17:00 Uhr tragen Jugendliche der Luthergemeinde vor. Damit alle gut sehen können, wird das Bühnenprogramm auf eine große Leinwand übertragen. Diese Chemnitzer Aktion wurde vom Ökumenischen Arbeitskreis organisiert und wird vom Kulturamt der Stadt unterstützt.

Hl. Martin in der Kirche von Riesa-Pausitz
Bei den Martinsumzügen, nicht selten von Reitern auf Pferden begleitet, gedenkt man dem Heiligen Martin von Tours, der vormals als Soldat am Stadttor von Amien (Frankreich) einem Hilfsbedürftigen die Hälfte seines Mantels gab. Nach diesem Ereignis, das sich im 4. Jahrhundert abgespielt haben soll, sah er anschließend in einem Traum Jesus in dem Bettler und ließ sich taufen. Daraufhin wurde der historische Martin Missionar und später Bischof von Tours.Nach dem Zweiten Weltkrieg brachten die Flüchtlinge aus Schlesien den Brauch der Martinsumzüge in den Westen Deutschlands: an der Spitze des Zuges reitet der "Heilige", oft vom Bettler begleitet; dann folgen singende Kinder mit Lampions in den Händen. Der Lichterbrauch geht auf die Bedeutung Martin Luthers in Thüringen zurück: am 10. November, dem Geburtstag Luthers und Vorabend des Fests seines Namenspatrons, versammelten sich auf dem Erfurter Domplatz abends Kinder mit Papierlaternen, um des Reformators zu gedenken, der am darauf folgenden Tag, am 11. November, auf den Tagesheiligen getauft wurde.
Der volkstümliche Brauch der Martinsgans, die man vielerorts zum Martinsfest verzehrt, basiert auf dem Martinstag als Hauptzinstag: Am Martinstag begann das neue Wirtschaftsjahr der Bauern. An das Gesinde wurden die Löhne bezahlt, Pachtverträge wurden geschlossen, Steuern abgeführt, Knechte und Mägde konnten, wie an Lichtmess, den Dienstherrn wechseln. Zu Martini wurde das Vieh geschlachtet, das aus Kostengründen nicht den ganzen Winter hindurch gefüttert werden konnte: dazu gehörten die Gänse; so ergab sich der Brauch, am Martinstag, vor dem großen Fasten im Advent, Gänsebraten zu essen.


