Navigation überspringen

Aktuelles

11. November 2007

Start der Adventsaktion „Licht ins dunkle Tal“ in Sachsen

Bei zahlreichen Festen zu Sankt Martin wurde schon fleißig gesammelt

Bild: Spielgruppe in der Kreuzkirche mit St. Martin
Hl. Martin und seine Begleiter in der Kreuzkirche

DRESDEN – Unter dem Motto „Licht ins dunkle Tal“ begann am Wochenende an vielen Orten Sachsens während der Sankt Martinsfeiern die gemeinsame Sammelaktion der sächsischen Landeskirche, des Leipziger Missionswerkes und des Landesverbandes der evangelischen Kindertagesstätten. Die ökumenische Feier in der Dresdner Kreuzkirche am 11. November um 17:00 Uhr bildete zugleich die zentrale Auftaktveranstaltung für das Spendenprojekt. Zu dieser Martinsfeier hatten katholische und evangelische Christen der Dresdner Innenstadtgemeinden alle Jungen und Mädchen eingeladen. Dort führten die Junge Gemeinde der Kirchgemeinde Frieden und Hoffnung aus Dresden-Löbtau ein Martinsspiel auf und Posaunenbläser aus Dresden-Niedersedlitz begleiteten dann die Teilnehmer während des traditionellen Lampionumzugs mit dem Heiligen Martin an der Spitze über die Kramergasse bis in den Vorhof der Altmarktgalerie.

Bild: Pfarrer Karl Albani und Agnes Gabee

Die 700 Besucher der ökumenischen Feier in der Kreuzkirche wurden von Superintendent Dr. Peter Meis begrüßt, nachdem ein Kinderchor den musikalischen Auftakt gab. Im Anschluss an das Martinsspiel stellte Pfarrer Karl Albani, Papua-Neuguinea-Referent im Leipziger Missionswerk, Agnes Gabee aus Papua-Neuguinea vor. In Pidgin, eine der Sprachen des Landes, gab Gabee ihre Freude über das spezielle Solarlampen-Projekt für ihr Land zum Ausdruck. Sie wünsche sich, dass sich viele Leute an der Aktion beteiligen, damit es in den Hütten „viel heller und damit viel schöner wird“. Zwischenzeitlich wurde das Licht in der Kreuzkirche gelöscht, so dass nur 20 Solarlampen den Altarraum beleuchteten. Zum Schluss der halbstündigen Feier erteilte Dekan Klemens Ullmann den Segen mit den Worten „zieht in Frieden“.
(Bild: Pfarrer Karl Albani und Agnes Gabee aus Papua-Neuguinea)

Bild: Martin auf dem Pferd reitet zur Altmarktgalerie voran

Vor der Kreuzkirche formierte sich unter Posaunenklängen der Lampionzug in Richtung Altmarktgalerie, wo der Heilige Martin die traditionellen Martinshörnchen (Butterhörnchen) zum Verteilen frei gab. Nach einem ersten Überschlag der Sammlungen an der Kirche und vor der Altmarktgalerie für das Solarlampenprojekt ergaben über 600 Euro. Damit können an die zehn Lampen mit Zubehör beschafft werden.

Bild: Hörnchen werden aus Körben an die Lampionträger verteilt
Überall im Lande wurden Butterhörnchen verteilt

Nach Ansicht der Initiatoren biete die Aktion zudem für Kirchgemeinden Raum für kreative Mitgestaltung und Begleitung, die immerhin Hilfe für viele Menschen und für viele Jahre bringen könne.
Evangelische Gemeinden, Schulen und Kindergärten sind bis zum Epiphaniasfest am 6. Januar 2008 aufgerufen, sich mit kreativen Ideen an der Aktion zu beteiligen. Das Spendenziel liegt bei 50.000 Euro.
Landesbischof Jochen Bohl, der die Schirmherrschaft über diese Aktion übernommen hat, konnte sich bei seiner Partnerschaftsreise im Januar 2006 selbst ein Bild von der Lebenssituation der Menschen in den abgelegenen Hochlandregionen machen: "Es ist ein außerordentlich hartes Leben.

Bild: Pfarrer Karl Albani zeigt noch einmal die Leuchte, daneben St. Martin
Vor der Altmarktgalerie in Dresden mit St. Martin

Um den Menschen in dem fernen pazifischen Inselstaat zu helfen, wurde auch an anderen Orten wie in Leipzig und Zwickau auf die Adventsaktion „Licht ins dunkle Tal“ hingewiesen und gesammelt. So waren Martinumzüge zur gleichen Zeit und zum gleichen Thema in Knauthain von der dortigen Hoffnungskirche, in Anger-Crottendorf von der Trinitatiskirche sowie in Zwickau, vom Dom St. Marien aus unterwegs.
Mit Beginn der „Adventsaktion“ zum Martinstag sind damit Advent oder gar Weihnachten nicht vorverlegt. Vielmehr sollte das Martinsfest eine Verstärkung des Gedankens vom nachhaltigen Teilen, der Besinnung und der Anteilnahme sein, der insbesondere in den Adventswochen zum Tragen kommen soll. Zur inhaltlichen Begleitung des Hilfsprojekts wurde für Vorschul-, Grundschul- und Christenlehrekinder eine Materialmappe für die Adventszeit erstellt. Mit 24 Blättern führt sie die jungen Betrachter einfühlsam und  anschaulich die Welt und das Leben von Gleichaltrigen in Papua-Neuguinea vor Augen. Damit soll Hilfe ein konkretes Gesicht bekommen.

Bild: Pfarrer Albani und Landesbischof Bohl mit Solarlampe in Papua-Neuguinea
Landesbischof Bohl (r.) 2006 vor Ort in Papua-Neuguinea mit Pfarrer Albani

Nachts herrscht eine Finsternis, die wir in unseren beleuchteten Städten so gar nicht kennen. Nachts zu reisen, ist nahezu unmöglich, weil es einfach zu gefährlich ist." Die Solarlampe könne mit geringem Aufwand das Leben der Menschen enorm verbessern: "Es ist zwar nur eine kleine Lampe, aber ein großer Schritt zu mehr Lebensqualität." Die Eigenschaften der Lampen fasst er mit vier Worten zusammen: "hilfreich, robust, praktisch, nachhaltig".
Für große Teile des Inselstaates im Pazifik sei der Aufbau eines Stromnetzes auf weite Sicht nicht möglich. Die Menschen in den unterentwickelten Bergregionen leben in rußgeschwärzten fensterlosen Hütten. Selbst die medizinische Versorgung von Kranken und Hilfsbedürftigen erfolge oft bei Kerzenschein oder mit Taschenlampe.

Bild: Nach einem Pressegespräch im Vorfeld mit Gast aus Papua-Neuguinea
Gabriele Oehme, Referentin für evangelische Kitas, Pfarrer Manasseh Lapu, Pfarrer Karl Albani präsentieren in Dresden die Solarlampe

Pfarrer Manasseh Lapu aus Papua-Neuguinea, zurzeit als Austauschpfarrer in Deutschland, begrüßt die Adventsaktion ausdrücklich: "Die Solarlampen sind ein sehr positiver Schritt, um in Regionen zu helfen, in denen sich die Menschen nicht selbst helfen können." In Deutschland gäbe es vielleicht auch manchmal Stromausfall, aber ein ganzes Leben ohne Licht, könnten sich wohl die wenigsten vorstellen. "Mit Hilfe der Solarlampen können Kinder ihre Hausarbeiten auch abends erledigen oder Bücher lesen. Da die Lampe transportabel ist, kann man sie auch gut mit in den Garten nehmen." In einem tropischen Land wie Papua-Neuguinea herrscht nach Sonnenuntergang um 18:00 Uhr für zwölf Stunden Dunkelheit.

Bild: Familie im Hochland vor ihrer Hütte im Tropenwald
Freude über Test auf Tropentauglichkeit vor Ort

Die Solarlampen wurden von einer Dresdner Firma speziell für den Einsatz in Entwicklungsländern konstruiert und werden schon seit vielen Jahren erfolgreich in diesen Ländern genutzt. Sie sind tragbar, tropentauglich und erzeugen helles Licht. Eine einzelne Lampe mit Solarmodul kostet einschließlich aller Nebenkosten für Transport und Werkzeuge 65 Euro. Sie werden als Bausatz geliefert und von einheimischen Jugendlichen vor Ort montiert.
Geld zu sammeln ist aber nicht das alleinige Ziel: "Wir wollen die Partnerschaft, die bereits seit mehr als 50 Jahren zwischen unseren Kirchen besteht, in den Gemeinden bekannter machen und wünschen uns, dass sich die Menschen in Sachsen intensiver mit der oft sehr schwierigen Lebenssituation in Papua-Neuguinea beschäftigen", erläutert Karl Albani, Papua-Neuguinea-Referent im Leipziger Missionswerk.(11.11.07)
Weiter Informationen über die Technik der Lampe, Materialien zur Aktion, Anregungen, Animationen sowie zur Spendenüberweisung: Adventsaktion "Licht ins dunkle Tal" 

Schriftgrösse
[A]
[A]
[A]
Link-Tipps