24. Dezember 2007
Weihnachtspredigt des Landesbischofs am Heiligen Abend
Paulus: „...dass euch niemand einfange durch Philosophie und leeren Trug“

Frauenkirche in der Weihnachtsnacht
DRESDEN - Für Landesbischof Jochen Bohl hinterließen die vertrauten Zeichen zum Weihnachtsfest den Eindruck einer „ungebrochene Faszination“. In seiner Predigt am Heiligen Abend in der Frauenkirche Dresden brachte er vor den Gottesdienstbesuchern zudem sein Erstaunen zum Ausdruck, dass bei der Beobachtung der zurückliegenden Bestsellerlisten des Buchhandels Religion offenbar als das „aktuellste der Sachthemen“ angesehen werden könne. Es würden neben Schriften für und gegen den christlichen Glauben und die Religion in vielen Romanen religiöse Fragestellungen eine zentrale Rolle spielen, so Bohl.
Auf die Frage, warum es diese Wiederkehr zu religiösen Fragestellungen gebe, äußerte er Bedenken hinsichtlich zweier möglicher Antworten. Die eine könnte in der Beurteilung der schwierigen menschlichen Natur liegen, mit sich selbst und anderen nicht zurechtzukommen und die andere in der Kompliziertheit des Lebens und der Welt. So seien die Rätsel dieser Welt ebenfalls nur eine „schlichte“ Antwort: „Die Entzauberung der Welt kann und wird es nicht geben, zu vielgestaltig, zu sehr ineinander verwoben sind die Zusammenhänge der Natur und unseres Lebens“, so Bohl. Die Suche der Menschen nach Weisheit und Erkenntnis würde gerade das zurückliegende 20. Jahrhundert zeigen, wo der dialektische Materialismus Irrungen offenlege.
Der dieser Predigt zu Grunde liegende Paulusbrief an die Kolosser wird von Bohl mit dem Vers zitiert: ‚Seht zu, dass euch niemand einfange durch Philosophie und leeren Trug, gegründet auf die Lehre von Menschen und auf die Mächte der Welt und nicht auf Christus.‘ Der Landesbischof verweist auf den „festen Grund“ und die „Richtschnur“, die im Glauben an Jesus Christus gegeben sei. Dessen Geburt als Gotteskind im Stall von Bethlehem würde zu Weihnachten gefeiert und der Glaube an Christus würde schließlich in guten Zeiten wie auch in Nöten helfen.
Nach Ansicht von Bohl wären Christen damit nicht klüger als andere, aber sie würden in der Bibel eine Grundlage kennen, die „Leben und unser Suchen trägt“. Das Buch der Bücher würde auch helfen „nicht in die Irre zu gehen“: „An Weihnachten dürfen wir zuversichtlich hoffen, dass wir glaubend finden, was wir zum Leben brauchen.“
Der Bischof verweist auf den Apostel, der sagt: „Denn in Christus wohnt die ganze Fülle der Gottheit leibhaftig und an dieser Fülle habt ihr teil in ihm, der das Haupt aller Mächte und Gewalten ist.“
Predigt vom 24.12.2007


