Internationale Tagung in Meißen zu „Der Glaube im kulturellen Wandel“
Danach treffen sich auch die Gäste mit sächsischen Gemeinden

MEISSEN – 40 Gäste aus lutherischen Kirchen in Dänemark, Schweden, Finnland, Polen, aus dem Baltikum und aus der Evangelisch-Lutherischen Kirche von Ingermanland sowie aus lutherischen, unierten und reformierten Landeskirchen in Deutschland werden vom 1. bis 5. September zu einer Tagung in der Evangelischen Akademie Meißen erwartet. Es handelt sich hierbei um den Kirchenkonvent für Nord-, Ost- und Mitteleuropa, der zu seiner diesjährigen Tagung unter dem Thema „Der Glaube im kulturellen Wandel“ zusammenkommt.
In Vorträgen, Gruppenarbeiten und Gesprächen werden Berichte aus den Ländern erwartet, wie sich Abbrüche und die Neuanfänge christlicher Traditionen und Lebensgewohnheiten auswirken. „Der christliche Glaube prägte in unterschiedlicher Weise das jeweilige Alltagsleben und wurde wiederum vom kulturellen Umfeld geprägt“, sagt der sächsische Oberlandeskirchenrat Dr. Christoph Münchow, der als Sekretär im Leitungsgremium dieser internationalen Arbeitsgruppe mitarbeitet.

Dr. Christoph Münchow
So würden drei angekündigte Hauptvorträge den Schwerpunkt auf die Frage nach dem Christlichen im kulturellen Wandel des öffentlichen und privaten Lebens lenken. Als Referenten werden der Dompropst Torkild Bach aus dem dänischen Ribe, die Religionspädagogin Prof. Katharina Szagun aus Rostock und der schwedische Bonhoeffer-Experte Bischof Dr. Martin Lind aus Linköping erwartet.
Zudem werde erörtert, wie der christliche Glaube selbst im Wandel ist, indem traditionelle christliche Themen plötzlich Aktualität gewinnen oder neue Fragen und neue Gestaltungsformen des christlichen Glaubens aufgenommen werden müssen, so Dr. Münchow.
Des Weiteren sei mit Kirchenraumpädagogen Gespräche geplant, wie es gelingen könne, die aus einem Kirchenbau sprechenden Glaubenserfahrungen und Glaubensaussagen insbesondere solchen Jugendlichen zu erschließen, die nicht im kirchlichen Milieu beheimatet sind.
Auf dem Programm des Kirchenkonvents stehen zudem Bibelarbeiten, gemeinsame Gottesdienste und der Besuch der Dresdner Frauenkirche. Im Anschluss an die Tagung werden die ausländischen Gäste Kirchgemeinden in der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsens besuchen.

Kirchenkonvent 2001: Gottesdienst in Riga mit Landesbischof i.R. Johannes Hempel (r.) aus Sachsen
Der Kirchenkonvent für Nord-, Ost- und Mitteleuropa wurde 1949 als Nordisch Deutscher Kirchenkonvent gegründet. Er bringt alljährlich Gemeindeglieder und Theologinnen und Theologen zu Konferenzen zusammen. In der Nachkriegszeit stellte sich der auf Initiative der Norwegischen Kirche entstandenen Konvent das Ziel, zur Verständigung zwischen Christen aus den Nordischen Ländern, in denen Deutschland Krieg geführt hatte, und Christen aus beiden Teilen Deutschlands beizutragen.
Während der Zeit des Kalten Krieges und der Teilung Deutschlands war zeitweilig möglich, dass die Kirchen der Skandinavischen Länder zu einem Begegnungsort von kirchenleitenden Persönlichkeiten und Gemeindegliedern aus beiden Teilen Deutschlands wurden. Nach der politischen Wende 1989/90 können Gäste aus dem Baltikum, aus Polen, Ingermanland und der ELKRAS an den Tagungen teilnehmen. Der Konvent gab sich 2007 neue Richtlinien für die Ziele seiner Arbeit und passte seinen Namen den neuen Aufgaben an.
Im Zentrum stehen die gesellschaftlichen Herausforderungen für die Kirchen in den verschiedenen Ländern, Fragen des Gemeindeaufbaus und des geistlichen Lebens sowie die Umsetzung ökumenischer Impulse in den Alltag der Kirchen und Gemeinden. Die nächsten Tagungen des Konvents werden 2009 in Finnland und 2010 in Polen stattfinden. Präsident des Konvents ist Bischof Dr. Juha Pihkala aus Tampere (Finnland). (21.08.2008)


