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Besuch im „Leipziger Neuseenland“ am Schöpfungstag

ACK in Deutschland feierte ökumenischen Tag der Schöpfung am 4. September

Bild: Besucher versammeln sich zur Bläsermusik nach dem Gottesdienst auf dem Martin-Luther-Platz

  • Tagesbericht vom 5. September unter SPEKTRUM

„Die Erde ist kein Paradies“, sagte die evangelisch-methodistische Bischöfin und stellvertretende Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Deutschland (ACK), Rosemarie Wenner (Frankfurt a.M.), in ihrer Predigt im Gottesdienst zum ökumenischen Tag der Schöpfung am 4. September in der Stadtkirche St. Marien in Borna. Das Leid der Flüchtlinge und die geschundene Schöpfung zeigten, dass die endgültige Erlösung der Schöpfung durch Gott noch ausstehe. Der Gottesdienst in Borna war die zentrale Feier der ACK, die in diesem Jahr unter dem Motto „Zurück ins Paradies?“ stand. In ihr wirkten u.a. der Vorsitzende der ACK in Deutschland, Bischof Karl-Heinz Wiesemann (Speyer), und der sächsische Landesbischof Carsten Rentzing mit.

Bild: Blick auf Neuseenland mit Segelbooten

Borna wählte die ACK als Ort, weil sich an dort besonders zeige, wie eine geschundene Natur wieder verändert werden könne. Nach vielen Jahren des Braunkohletagebaus war die Landschaft um Borna durch Renaturierungsprojekte in das Naherholungsgebiet „Leipziger Neuseenland“ verwandelt worden. Auf einer Exkursion vor dem Gottesdienst konnten sich rund 150 Teilnehmer von den Veränderungen überzeugen. Allerdings habe die Renaturierung auch die Grenzen des menschlich Machbaren aufgezeigt und neue Probleme geschaffen, da viele ihre Arbeitsplätze im Braunkohletagebau verloren hatten. „Wir sind nicht angekommen im Paradies“, sagte Bischöfin Wenner. „Wir leben jenseits des Gartens Eden.“ Alle Geschöpfe seien in einer Schicksalsgemeinschaft verbunden.

Die Schöpfung leide, sagte Wenner in Anlehnung an eine Passage aus dem Römerbrief des Apostels Paulus.

Bild: Bischöfin Rosemarie Wenner predigte
Ev.-meth. Bischöfin Rosemarie Wenner

„Das Wunderwerk der Schöpfung ist nicht nur vom natürlichen Kreislauf von Werden und Vergehen gekennzeichnet, es ist auch durch den Größenwahn und Eigennutz der Menschen bedroht“, so die Bischöfin. Gleichzeitig sei alles von Gottes Hand umhüllt. Neues Leben breche sich dort Bahn, wo Menschen die Natur achten sowie große und kleine Schritte unternehmen, sie zu bewahren. „Wir Menschen schaffen aber keine paradiesischen Zustände. Wir sind ja nicht die Herren der Schöpfung, auch wenn Gott uns schöpferische Fähigkeiten gegeben hat.“ Das eigentliche Paradies werde Gott noch schaffen. „Christen rechnen mit der Erneuerung und handeln in der Hoffnung, dass Gott auch aus unserem unvollkommenen Leben etwas Ganzes macht.“
 
An die Exkursion und den Gottesdienst schloss sich eine Prozession um die Stadtkirche zur nahe gelegenen Emmauskirche an. Die Emmauskirche war 2007 im Ganzen aus dem devastierten Dorf Heuersdorf nach Borna gebracht worden. Sie stehe als Zeichen für die 126 Siedlungen, die im Zuge des Braunkohletagebaus abgebaggert oder zugeschüttet wurden, so Verantwortliche der ACK in Sachsen.

Bild: Ein Gottesdienst mit besonderer ökumenischer Teilnahme und Prägung

Rund 51.000 Menschen mussten zwischen Sachsen-Anhalt und Thüringen ihre Heimat verlassen. Nach der Prozession fand ein Empfang der ACK im Bürgerhaus „Goldener Stern“ statt.

Seit dem Jahr 2010 feiert die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) in Deutschland jährlich einen Ökumenischen Tag der Schöpfung. Er geht auf eine Anregung des damaligen Ökumenischen Patriarchen Dimitrios I. zurück, einmal im Jahr „gemeinsam zum Schöpfer zu beten“. Dieser Tag wird bundesweit begangen und regt dazu an, das Lob des Schöpfers gemeinsam anzustimmen und gleichzeitig die eigenen Aufgaben für die Bewahrung der Schöpfung in den Blick zu nehmen.(ACK-5.9.2015)

Ökumenischer Tag der Schöpfung

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