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EKD und VELKD begrüßt das „Zeichen der Einheit“

Bild: Nach der Unterzeichnung (Foto: WCRC / Anna Siggelkow)

(v.l.n.r.): Rev. Jerry Pillay, Präsident der Weltgemeinschaft Reformierter Kirchen (WGRK); Bischof Brian Farrell, Sekretär des Päpstlichen Rats zur Einheit der Christen; Dr. Martin Junge, Generalsekretär des Lutherischen Weltbunds; Rev. Dr. Jong Chun Park und Ivan Abrahams, der Präsident und der Generalsekretär des Weltrats Methodistischer Kirchen; sowie Rev. Chris Ferguson, WGRK-Generalsekretär. (Foto: WCRC / Anna Siggelkow) 
 

500 Jahre nach Beginn der Reformation: „Historischer Moment“ in Wittenberg

Als „historischen Moment“ hat der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm, die heutige Unterzeichnung des „Wittenberger Zeugnisses“ durch die Weltgemeinschaft Reformierter Kirchen (WGRK) und den Lutherischen Weltbund (LWB) gewürdigt. Im Rahmen ihrer 26. Generalversammlung hatte sich die WGRK in einem Ökumenischen Festgottesdienst am Vormittag in der Wittenberger Stadtkirche auch der Gemeinsamen Erklärung zur Rechtfertigungslehre aus dem Jahr 1999 angeschlossen. Mit der Unterzeichnung bekräftigt sie die Absicht, die Einheit der Kirche zu fördern. 

„Als Kirche setzen wir ein Zeichen für die Einheit in einer zerrissenen Welt“, so der Ratsvorsitzende in seinem Eingangsvotum zu dem Festgottesdienst in der Wittenberger Stadtkirche. „500 Jahre nach Beginn der Reformation haben wir verstanden, dass wir uns mit der Trennung der Kirche nie abfinden können. Wir haben verstanden, dass wir dazu aufgerufen sind, die Trennung zu überwinden und mutig neue Wege zu gehen, im Bemühen um die Einheit der Kirche“, so Bedford-Strohm. Christinnen und Christen seien zutiefst überzeugt, dass die Liebe jede Trennung überwinden könne. „Umso mehr setzen wir uns ein für eine Welt, in der jeder Mensch in Würde leben kann. Dieser Herausforderung stellen wir uns gemeinsam, Christinnen und Christen unterschiedlicher Konfession.“

Auch für den Vorsitzenden des Deutschen Nationalkomitees des LWB und Leitenden Bischof der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD), Landesbischof Gerhard Ulrich, sind die Unterzeichnungen in Wittenberg ein Grund zur Freude. Sie machten deutlich, „dass wir als protestantische Kirchen gemeinsam mit der katholischen Kirche auf einem ökumenischen Weg sind. Das ist zugleich ein starkes Zeichen für die Verantwortung, die wir als Christenheit in der Welt haben und wahrnehmen wollen.“

Landesbischöfin Ilse Junkermann, stellvertretende Leitende Bischöfin der VELKD, die auch im Gottesdienst mitgewirkt hat, betonte den besonderen theologischen Akzent der Reformierten Theologie, die die Bewährung des Gerechtfertigten thematisiere. Die WGRK bringe „dieses starke politische und gesellschaftliche Verantwortungsgefühl als wertvolles Pfund in unsere ökumenische Gemeinschaft ein.“

Am 31. Oktober 1999 haben die Römisch-Katholische Kirche und der Lutherische Weltbund mit der Unterzeichnung der „Gemeinsamen Erklärung zur Rechtfertigungslehre“ ihre gegenseitigen Lehrverurteilungen aus der Zeit der Reformation als nicht mehr kirchentrennend bezeichnet. 2006 hat sich die Evangelisch-Methodistische Kirche angeschlossen, 2012 hat die Anglikanische Kirche ihre inhaltliche Zustimmung erklärt. Die Kirchen, die sich der Gemeinsamen Erklärung anschließen, erklären, dass es „ein gemeinsames Verständnis der Rechtfertigung durch Gottes Gnade im Glauben an Christus“ gibt, tragen aber jeweils ihre eigenen Akzente im Verständnis der Rechtfertigungslehre ein.(5. Juli 2017)

Die 26. Generalversammlung der Weltgemeinschaft Reformierter Kirchen, die alle sieben Jahre zusammentritt, tagt noch bis zum 7. Juli unter dem Thema „Lebendiger Gott, erneuere und verwandle uns“ in Leipzig. 

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