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Aktuelles

Begegnungstag für Aussiedler 2008 in Kamenz

Erneut informatives und unterhaltsames Programm für Jung und Alt

Bild: Kleine Mädchen tanzen auf der Bühne des Jugendtages

Bild: Jugendliche am Rande des Getriebes

Mit einem Gottesdienst für Erwachsene und Kinder ging am Nachmittag des 20. September in Kamenz der 11. Begegnungstag für Aussiedler zu Ende. Landesbischof Jochen Bohl hielt in der Hauptkirche St. Marien die Predigt. Über 1.500 Teilnehmer, darunter 300 Jugendliche, kamen meist in Bussen aus verschiedenen Regionen Sachsens in die Lessingstadt. Für Jugendliche wurde ein unterhaltsames Parallelprogramm mit Jugendgottesdienst, Band-Musik, Sport, Workshops, Talk und Tanz auf dem Gelände der Kamenzer Bildungsgesellschaft angeboten. Am Nachmittag zeigten einzelne Gruppen ihr zuvor in Workshops eingeübtes Programm in einer Bühnenshow. Das Motto des Aussiedlertreffens lautete „Hoffnung verbindet“.

Bild: Vollbesetzte St. Marienkirche in Kamenz
St. Marienkirche in Kamenz

Am Morgen begrüßte der Kamenzer Superintendent Wolfgang Müller in der vollbesetzten Kirche die Teilnehmer, bevor der Leiter des Geschäftsbereichs beim Landrat, Benedikt Ziesch, die Gäste auch in russischer Sprache begrüßte.
Der Kamenzer Oberbürgermeister Roland Dantz gab seine Freude zum Ausdruck, dass die Landeskirche Kamenz für die Begegnung ausgesucht hatte. Mit Blick auf die Aussiedler sei das Bestreben, aufeinander zuzugehen und ein Wir-Gefühl zu entwickeln. „Das Leben von ihnen sollte als Bereicherung angesehen werden“, sagte Dantz und fügte hinzu, dass die gute Aufnahme ein Zeichen dafür sei, dass Ostdeutschland trotz aller Probleme ein „menschenfreundlicher Landstrich“ sei. Er dankte den Helfern für die gelungene Etappe in Kamenz.

Bild: Zuhörer im Rathaussaal beim Forum
Rathaussaal: Im Forum war jeder Platz besetzt

Nach dem Begrüßungstreffen hatten die Aussiedler Gelegenheit in der Kirche weiter an einem musikalisch-unterhaltsamen Erwachsenenprogramm teilzunehmen oder andere Angebote wahrzunehmen. Parallel dazu gab es ein Kinderprogramm im Gemeindehaus. Im traditionellen Gesprächsforum, stellten sich Vertreter von Behörden und Einrichtungen, die mit den Problemlagen der Aussiedler befasst sind, den Anliegen und Fragen der Neuhinzugezogenen. Das Forum fand im vollbesetzten Ratssaal des Rathauses statt. Insbesondere Fragen zu den in den Herkunftsländern verpflichtenden Sprachkursen, dem Nachzug von Familienangehörigen, Angebote von Integrationskursen sowie die Anrechnung von Fremdrenten bestimmten das Gespräch mit den 200 Teilnehmern.

Bild: Stand mit Köstlichkeiten im Ausstellungszelt auf dem Marktplatz
Hier gab es Scheburek mit Hack drin

Häufig wurden lange Bearbeitungszeiten und hohe Kosten für die Beschaffung von Dokumenten beklagt. Außerdem war wie schon häufig die Anerkennung von Ausbildungsabschlüssen von Interesse, weil sie z.T. aus östlichen EU-Ländern anerkannt werden, während die russischen und kasachischen nicht anerkannt werden. Dies sehen die Aussiedler im Widerspruch zum häufig beklagten Fachkräftemangel.
Die Fragen beantworteten Vertreter des Bundesinnenministeriums, des Sächsischen Sozialministeriums sowie Fachreferenten für Migrations- und Flüchtlingsfragen. Im Anschluss gab es noch kurz Gelegenheit für persönliche Anliegen am Podium.-
Zur gleichen Zeit boten an andere Stelle (Gemeindehaus) Migrationserstberater ihre Hilfe an, während sich beispielsweise im Ausstellungszelt auch Aussiedlervereine mit ihren Aktivitäten vorstellten.
Bis zu diesem Tag war eine Kunstausstellung mit angefertigten Exponaten von Aussiedler im Lichthof des Kamenzer Rathauses zu sehen, die auf großes Interesse stieß.

Bild: Landesbischof predigt auf der Kanzel
Landesbischof predigt in der St. Marienkirche

Landesbischof Jochen Bohl ging zu Beginn seiner Predigt auf das Schicksal der Aussiedler ein, die ihre Heimat in eine ungewisse Zukunft verließen. Es entstünden daraus mitunter bisher unbekannte Sorgen und Nöte. Grenzen könne man mit Erlaubnis und Pässen überwinden, sagte er. Es gebe aber auch Grenzen, die nicht so einfach zu überwinden seien. Bohl verwies auf die Nachfolge der Jünger Jesu, die hinsichtlich des Verständnisses für Jesu Weg ebenfalls an Grenzen stießen. Allerdings machten sie dann auch die Erfahrung, dass es ein Leben gebe, das über die eigene Grenzerfahrung hinausreiche. „Der Glaube hilft uns, wenn wir an Grenzen stehen“, machte der Landesbischof Mut. Der Heilige Geist helfe, dass die Angst nicht fesselt. Gerade für die Aussiedler sei es im Glauben ein Geschenk Gottes, nicht alleine zu sein, nicht die Hoffnung zu verlieren, sondern die unerwarteten Lebenschancen zu nutzen.(20.9.08)

Weitere THEMEN

Einladung zu den nächsten Begegnungstagen
  • 12. September 2009 in BORNA
  • 11. September 2010 in ZWICKAU

Bild: In der Marienkirche war fast durchgehend Programm

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