Navigation überspringen

Aktuelles

Landeskirche gegen vier geöffnete Sonntage im Advent

, denn es widerspreche dem Ausnahmecharakter der Sonntagsöffnung

Bild: Schild: "Gott sei Dank, es ist Sonntag" - Evangelische Kirche

DRESDEN – Die Evangelisch-Lutherische Landeskirche Sachsens hat am 4. Dezember 2008 beim Sächsischen Oberverwaltungsgericht in Bautzen einen Normenkontrollantrag gegen die Ladenöffnungszeiten im Advent der Stadt Böhlen bei Leipzig eingereicht. Die Stadt Böhlen veröffentlichte am 17. Oktober dieses Jahres eine Verordnung, die den Verkaufseinrichtungen in der Stadt Böhlen die Möglichkeit einräumt, an allen diesjährigen Adventssonntagen in der Zeit von 12:00 bis 18:00 Uhr öffnen zu dürfen.

„Die durchgehende Öffnung der Geschäfte an vier aufeinander folgenden Sonntagen widerspricht dem Ausnahmecharakter der Sonntagsöffnung“, so Oberlandeskirchenrat Klaus Schurig in Dresden. Für einen Zeitraum von fünf Wochen ohne Sonntagsruhe werde der Lebensrhythmus zwischen Werk- und Sonntagen dauerhaft außer Kraft gesetzt. Dies sei mit dem verfassungsrechtlichen Gebot des Sonn- Feiertagsschutzes nicht zu vereinbaren.

Bild: Menschen auf der Rolltreppe

Die Regelung des Sächsischen Ladenöffnungsgesetzes, die nach dem Wortlaut des Gesetzes eine gebündelte Öffnung der Geschäfte an allen vier Adventsonntagen nicht ausschließt, kann sich damit als verfassungsrechtliches Problem für die Städte und Gemeinden herausstellen, die eine solche Bündelung vorsehen.

Bei dem Normenkontrollantrag geht es der Landeskirche nicht um eine kurzfristige Schließung der Geschäfte im Advent in der Stadt Böhlen, sondern um eine verlässliche Beantwortung der Frage, ob Städte und Gemeinden an die Ladenöffnung an vier aufeinander folgenden Sonntagen gestatten dürfen.

Mit einer Ladenöffnungsregelung an vier aufeinander folgenden Sonntagen würde der Wochenrhythmus für einen erheblichen Anteil des Jahres außer Kraft gesetzt. Dies widerspräche auch unabhängig vom besonderen kirchlichen Interesse am Sonntag auch dem grundlegenden Anliegen des Sonntagsschutzes. Einzelne Ausnahmen vom grundsätzlichen Gebot der Sonntagsruhe müssten so in Anspruch genommen werden, dass sie Einzelfälle innerhalb der sonst geregelten Ordnung darstellen.

Die besondere Bedeutung der Adventssonntage für die Kirchen bringt es mit sich, dass besonders die gebündelte Öffnung an allen vier Adventsonntagen von den Kirchen nicht widerspruchslos hingenommen wird. Dem Advent kommt als Vorweihnachtszeit eine besondere Funktion innerhalb des christlichen Jahreskreises als Zeit der Besinnung und der familiären Ruhe zu. Er erfülle damit einen ganz besonderen Zweck in der Vorbereitung auf das nahende Weihnachtsfest.(7.12.08)

Schriftgrösse
[A]
[A]
[A]
Link-Tipps