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Aktuelles

Kunst Papua-Neuguineas im Landeskirchenamt

Bilder zeigen farbenprächtig geschmückten Menschen, Masken und Kultgegenständen

Bild: Pfarrer Karl Albani erklärt einige Darstellung aus seiner Kenntnis des Landes

Mit einem Rundgang über drei Etagen im Atrium des Landeskirchenamtes in Dresden wurde am 20. März offiziell eine Ausstellung unter dem Titel ZWISCHEN DEN WELTEN von aus Papua-Neuguinea stammenden Künstlern eröffnet. Es handelt sich um moderne Bilder unterschiedlicher Größe, die farbenprächtig geschmückte Menschen, Masken und Kultgegenstände bis hin zu Szenen aus dem Alltagsleben zeigen. Bis 1969 hätte es in dem südpazifischen Land gar keine bildliche Malerei in der uns bekannten Form gegeben, sagte Pfarrer Karl Albani, Papua-Neuguinea-Referent im Leipziger Missionswerk. Die traditionellen Kulturen des Landes würden in erster Linie mit rituellen Tänzen, Masken und anderen Schnitzereien in Verbindung gebracht. Allerdings zeige diese moderne Kunst von zum Teil international bekannten Künstlern auch die Wurzeln der traditionellen Kultur mit Aspekten unterschiedlicher Zeremonien.

Bild: Ein Bild von Mathias Kauage
Mathias Kauage (2004) "Heilung und Versöhnung"

Am Rundgang im Dienstgebäude in der Lukasstraße in Dresden nahmen kirchliche Mitarbeiter teil, die aufgrund von partnerschaftlichen Kontakten und Besuchen das Land kennen gelernt haben. So waren Vertreterinnen der Kirchlichen Frauenarbeit mit dabei, die im vergangenen Jahr im Zusammenhang mit der Vorbereitung des diesjährigen Weltgebetstages die dortige lutherische Partnerkirche besuchten.
Für Dr. Frank Schmidt, Leiter des Kunstdienstes, der mit seinem Team die Ausstellung praktisch umsetzte, war diese moderne Kunstrichtung des fernen Landes etwas Neues. Weiterhin nahmen Evelyn Schwarzer, die kürzlich vom Arbeitseinsatz zur Produktion von Solarlampen aus dem Land zurückkam, als auch Robert Vogel, PC-Trainer in Papua-Neuguinea, mit seiner Frau Shirley am Treffen teil.

Bild: Kleinere Zeichnungen s/w

Die jungen Eheleute sind noch bis Juni in Deutschland, bis sie in das Heimatland von Shirley zurückkehren, die dort im Tourismusbereich tätig ist. Sie empfinde es als Privileg Deutschland besuchen zu können, sei aber wegen ihrer Hautfarbe unsicher. Sie verwies auf die vielfältigen Kulturen, Sprachen und Traditionen in ihrem Land, so dass diese Malerei nicht „die“ Kultur Papua-Neuguineas darstellen könne. Die Malerei sei nicht die typische Kunst des Landes und sie selbst freue sich trotz ihres dortigen städtischen Lebens auf die Besuche in ihrem Dorf und bei ihrer großen Familie. Die Familie und eigenes Land seien ohne ein staatliches Sozialsystem die Existenzsicherung für die Menschen.

Bild: Großes buntes Bild mit Darstellung von Paradiesvögeln

Die Bilder wurden vom Pazifischen Netzwerk e.V. zur Verfügung gestellt, die auch die Missionswerke über die aktuelle Situation in den dortigen Ländern informieren und sich seit zehn Jahren für den kulturellen Austausch einsetzen. So schreibt die Hamburger Ethnologin Marion Struck-Garbe, die im Netzwerk verantwortlich tätig ist, dass in Papua-Neuguinea vor über 30 Jahren eine Kunstakademie in der Hauptstadt Port Moresby entstand. Von den Absolventen seien manche weit über die Grenzen des Landes hinaus bekannt geworden, wie der 2003 verstorbene Mathias Kauage u.a., deren Arbeiten in Australien, den USA, Großbritannien, Japan, Indien und Deutschland ausgestellt und von bekannten Museen und Galerien aufgekauft worden seien.

Bild: Pfarrer Karl Albani erklärt die Bilder

Die weltweite Anerkennung als bedeutende Künstler hätte jedoch der modernen Kunst sowie den Künstlerinnen und Künstlern nicht die Stellung im eigenen Land gebracht, so Struck-Garbe. So gebe es immer noch keinen Ort, an dem die moderne Kunst permanent präsentiert werden könne. Außerdem sei die eigenständige Faculty of Creative Arts den Sparmaßnahmen des Staates zum Opfer gefallen. Behörden und Sponsoren seien zwar immer bereit, traditionelle Tanzgruppen (die aus rituellen Tänzen übrig gebliebenen Singsings) finanziell zu unterstützen, nicht aber Pläne und Aktionen der darstellenden modernen Künstler. Dabei sei die zeitgenössische neue Kunst ebenso Ausdruck der gegenwärtigen Kultur Papua-Neuguines wie die Singsings und die stärker an die traditionelle Kunst angelehnte Schnitzerei.(20.3.09)

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