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Aktuelles

Woche für das Leben vom 25. April bis 2. Mai

Aktionstag im Deutschen Hygiene-Museum Dresden macht psychische Krankheiten in der Familie zum Thema

Bild: Organisatoren vor dem Hygiene-Museum
J. Hintzen, D. van Loyen, Y. Wilke, F. del Chin werben für den Aktionstag in Dresden

Mit einem Aktionstag greifen die evangelische und die katholische Kirche am Sonnabend, 25. April, von 15:00 bis 20:00 Uhr im Deutschen Hygiene-Museum Dresden das Thema psychische Krankheiten in der Familie auf. Zum Programm gehören unter anderem ein Info-Markt, eine Podiumsdiskussion, Filmvorführungen und ein Musical. Die Teilnahme ist sowohl den ganzen Tag hindurch als auch zu den einzelnen Programmpunkten möglich. Von 15:00 bis 20:00 Uhr wird auch eine Kinderbetreuung angeboten. Der Eintritt ist frei, um eine Spende wird gebeten.

Zu Beginn des Aktionstags wird von 15:00 bis 16:30 Uhr im Hörsaal des Museums der Film „Knetter - übergeschnappt“ von Martin Koolhoven aus dem Jahr 2005 gezeigt. Die niederländische Tragikkomödie beschreibt auf heitere und unkonventionelle Weise den Alltag des neunjährigen Mädchens Bonnie, das mit viel Einfallsreichtum das Zusammenleben mit seiner Mutter – die an einer manisch-depressiven Störung leidet – meistert.

Bild: Auf der Pressekonferenz wird das Programm vorgestellt
Yvonne Wilke (l.), Geschäftsführerin der EAF, stellt das Programm vor

Von 16:30 bis 17:00 Uhr gibt es einen Info-Markt, auf dem Verbände, Selbsthilfegruppen und Initiativen ihre Angebote zum Thema präsentieren. Dabei stellen sich unter anderem Psychosoziale Beratungsstellen, Sozialdienste, Behindertenwerkstätten oder der Verein „Angehörige und Freunde psychisch Kranker e.V.“ vor.
Um 17:00 Uhr ist die Trommelgruppe des Gutes Gamig zu hören. Der Verein Gut Gamig ist als freier, gemeinnütziger Träger eine Einrichtung zur Förderung chronisch psychisch kranker und seelisch behinderter Menschen und wurde 1991 von einer Nervenärztin gemeinsam mit Betroffenen und Angehörigen gegründet. Ziel des Vereins ist es, einen Platz zu schaffen, an dem psychisch kranke Menschen, die den Anforderungen des Alltags nicht mehr allein gewachsen sind, die aber in der Geborgenheit einer Gemeinschaft ihr Leben wieder in den Griff bekommen können, in Würde in ihren Entfaltungsmöglichkeiten gestärkt werden.

Bild: Experten erläutern den Sachstand zu psychischen Erkrankungen
Friederhard Wendler (l.), Psych. Kontakt- und Beratungsstelle der Diakonie Dresden, und Mathias Mader, Seelsorger St. Marienkrankenhaus Dresden

Gegenwärtig arbeiten ca. 120 psychisch kranke und seelisch behinderte Menschen auf Gut Gamig nahe Dohna und nutzen die vielfältigen Leistungsangebote der Einrichtung. Neben einer sozialtherapeutischen Wohnstätte betreibt der Verein u.a. die Gamiger Werkstätten mit handwerklich-technischen und landwirtschaftlichen Arbeitsangeboten. Die ökologische Landwirtschaft hat für den Verein eine besondere Bedeutung. Gut Gamig e.V. ist Mitglied des Diakonischen Werkes der sächsischen Landeskirche

Ein einstündiges Musical mit dem Titel „Linie 1“ beginnt um 17:15 Uhr. Die Theatergruppe „Kunterbunt“ der psychosozialen Kontakt- und Beratungsstelle aus Zittau führt das Playback-Theaterstück auf. Darstellerinnen und Darsteller sind Frauen und Männer, die von psychischen Erkrankungen betroffen sind oder waren.

Nach einer Pause mit Imbiss, während der auch nochmals der Info-Markt geöffnet ist, wird das Thema des Tages ab 19:00 Uhr nochmals in einem Podiumsgespräch in seinen vielfältigen Facetten beleuchtet. Bis 20:00 Uhr diskutieren dazu die Vertrauenslehrerin eines Gymnasiums, einer der Musicaldarsteller, eine Psychologin, der Seelsorger einer Fachklinik und die Mutter eines Betroffenen über psychische Krankheiten in der Familie. Eingeleitet wird die Runde von einem Kurzfilm unter dem Titel „Darüber spricht man nicht – Angehörige psychisch Kranker“.

Bild: Plakat zum Aktionstag

Zum Hintergrund:

Psychische Krankheiten sind häufig: 27 Prozent der Bevölkerung in den Staaten der Europäischen Union müssen jährlich damit rechnen, mindestens an einer psychischen Störung zu erkranken. Trotzdem werden solche Krankheiten verschwiegen, tabuisiert und die Betroffenen ausgegrenzt - eine traurige Tatsache, die sich durch die Geschichte des Umgangs mit psychischen Erkrankungen seit Menschengedenken zieht.

Wie ist es möglich, an dieser Situation etwas zu ändern? Es geht um das Wohl der Betroffenen und ihrer Angehörigen, und dies nicht zuletzt auch im Interesse der 50 Prozent der Bevölkerung, die im Laufe ihres Lebens noch damit rechnen müssen zu erkranken. Wie lässt sich erreichen, dass Betroffene aktiv am gesellschaftlichen Leben teilhaben können? Wie sieht eine Gesellschaft aus, in der psychische Krankheiten zum Alltag gehören und nicht verschwiegen werden? 20 Prozent aller Kinder und Jugendlichen in Deutschland gelten als psychisch auffällig.

Umgekehrt leben über 1,5 Millionen Mädchen und Jungen mit psychisch kranken Eltern zusammen. Fragen die damit zusammenhängen: Was ist, wenn eine psychische Krankheit in den Alltag einer Familie einbricht? Wenn er von Depressionen, außergewöhnlichen Verhaltensauffälligkeiten und Klinikaufenthalten überschattet wird?

Bild: Plakat zur Gesamtaktion

Woche für das Leben

Die alljährliche Woche für das Leben ist eine Initiative der Deutschen Bischofskonferenz und des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland. Das Jahresmotto für 2009 lautet: „Gemeinsam mit Grenzen leben“ und findet vom 25. April bis 2. Mai statt. Am 25. April wird sie in Lüneburg bundesweit eröffnet. Die Woche für das Leben steht in den Jahren 2008-2010 unter der Dreijahresüberschrift „Gesund oder krank – von Gott geliebt“.
Veranstaltet wird der Aktionstag durch die Evangelisch-Lutherische Landeskirche Sachsens, das Bistum Dresden-Meißen und das Deutsche Hygiene-Museum Dresden. Die Veranstaltung wird gefördert durch das Sächsische Staatsministerium für Soziales.

Weitere Veranstaltungen im Deutschen Hygiene-Museum Dresden

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