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Aktuelles

Landessynode beschließt Tagung mit Demokratie-Aufruf

Themensynode diskutierte diakonische Verantwortung der Kirchgemeinden

Bild: Landessynode tagt
Nach spätabendlicher Sitzung Tagung beendet

DRESDEN – Die Frühjahrstagung der Ev.-Luth. Landessynode Sachsens ist am 26. April bereits einen Tag früher als geplant mit einem Aufruf zur Wahlbeteiligung im Rahmen des Aktionsjahres „Nächstenliebe verlangt Klarheit – Kirche in Sachsen für Demokratie und gegen Rechtsextremismus“ zu Ende gegangen.
Die Mitglieder der Landessynode rufen in der Erklärung die Gemeindeglieder sowie „alle Bürgerinnen und Bürger“ auf, von ihrem Wahlrecht Gebrauch zu machen und mit ihrer Stimme diejenigen Parteien und Kandidaten zu stärken, die für die Menschenrechte und die freiheitlich demokratische Grundordnung stehen. „Rechtsextreme Parteien wie die NPD sind für Christen nicht wählbar“, heißt es in dem Papier. Das Landeskirchenamt wird gebeten, den Aufruf in geeigneter Form zu veröffentlichen.

Bild: Vorsitzender des Sozial-Ethischen Ausschusses, Pfarrer Michael Hanfstaengler
Vorsitzender des Sozial-Ethischen Ausschusses, Pfarrer Michael Hanfstängl, mit Brillenputztuch

Begründet wurde diese Aufforderung damit, dass die aus dem Herbst 1989 errungenen Freiheiten „nicht verkümmern“ sollten. Außerdem könne eine niedrige Wahlbeteiligung die Gesellschaft spalten und den Einzug extremer Parteien in die Parlamente begünstigen. Die Gesellschaft sei aber auf ein breites bürgerschaftliches Engagement angewiesen. Besonders im Blick sind in diesem Jahr am 7. Juni die Europa- und Kommunalwahl, die Landtagswahl am 30. August und am 27. September die Bundestagswahl.

Rechtzeitig zur Verabschiedung des Textes wurde ein weißes Brillenputztuch mit der Aufschrift „Nächstenliebe verlangt Klarheit – Kirche in Sachsen für Demokratie – gegen Rechtsextremismus“ fertig gestellt, das noch den Mitgliedern der Landessynode überreicht werden konnte.
Das Brillenputztuch ist ein Beitrag der Arbeitsgemeinschaft Rechtsextremismus für das Aktionsjahr. Es ist über die Evangelische Erwachsenenbildung Sachsen - - Landesstelle -, Barlachstraße 3, 01219 Dresden. Tel. 0351 / 471 72 95; Fax 0351 / 472 09 32.
e-mail: landesstelle@eeb-sachsen.de. Darüber hinaus soll es bei verschiedentlichen Anlässen Verbreitung finden.

Ebenfalls am Sonntag, wo der letzte Beratungstag mit einem Gottesdienst in der Kreuzkirche begann, hatte Diakonie-Direktor OKR Christian Schönfeld die Gelegenheit, in einem Vortrag den über 50-seitigen Bericht des Diakonischen Werkes zu erläutern.

Bild: Kind spielt am Stand des Marktes der Möglichkeiten

Schönfeld stellte dabei aufgrund der Beobachtungen von knapp 17.000 hauptamtlichen und vielen ehrenamtlichen Mitarbeitern fest, dass sich die Gesellschaft immer tiefer in Gewinner und Verlierer spalte. So nehmen Armutslebenslagen mit all den damit verbundenen Auswirkungen wie Kinderarmut, mangelnde Teilhabe an Bildung, fehlende Zukunfts- und Lebensperspektiven, Überschuldung, Zerfalle der traditionellen Familie und damit einhergehender Vereinsamung zu. Der Diakonie-Direktor gab dazu Beispiele. Er beklagte auch, dass soziale Dienstleistungen eher als konsumtive Ausgaben als Investitionen in ein Miteinander der Gesellschaft angesehen werden. Rechtlich bestehende Ansprüche würden „nur zögerlich umgesetzt“, sagte er.

Bild: Landesbischof im Gespräch mit Brotkorb-Initiative
Landesbischof Jochen Bohl im Gespräch

Die diesjährige Frühjahrstagung der Landessynode stand unter dem Thema „Die diakonische Verantwortung der Kirchgemeinden“ und am Sonnabend (25. April) fand dazu ein spezieller Thementag mit Vorträgen, Podien und Arbeitsgruppen statt, deren Inhalte und Ergebnisse in ein Handbuch für die Arbeit der regionalen diakonischen Arbeit einfließen sollen. Es soll zur Frühjahrssynode im nächsten Jahre erscheinen. Insbesondere wurde mehrfach die Bedeutung des diakonischen Handelns in den Kirchgemeinden betont sowie die Verbindung zwischen Diakonie und Kirche thematisiert. So bezeichnete Landesbischof Jochen Bohl die Diakonie als „Basisbewegung“, gerade auch vor dem Hintergrund ihrer Entstehung vor 160 Jahren. Ehrenamtliches Engagement sei in der Krankenhausseelsorge und –betreuung, Hospizarbeit, Telefonseelsorge und Besuchsdienstarbeit ein unverzichtbarer Beitrag. Die soziale Arbeit dürfe nicht nur der Beruf von Profis sein, so Bohl. „Wir brauchen Menschen mit einem diakonischen Blick“.

Neben den verabschiedeten Kirchengesetzen wurde seitens der Synode das Landeskirchenamt gebeten, die Circus- und Schaustellerseelsorge sicherzustellen und dabei insbesondere die Initiative der Evangelischen Kirche Mitteldeutschlands (EKM) zur Errichtung einer entsprechenden Projektstelle zu unterstützen. Mit der EKM, den anderen ostdeutschen Landeskirchen und der EKD soll über eine gemeinsame Finanzierung dieser Sonderseelsorgepfarrstelle verhandelt werden.

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