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Aktuelles

Regionaler Kirchentag Erzgebirge vom 8.-10. Mai 2009

Superintendent Führer dankte fürs Gelingen und wünschte Menschen des Erzgebirges und den Gästen Hoffnung, Lebensmut und Gottes reichen Segen

Bild: Blick zur Abschlussveranstaltung auf dem Markt

Bild: Landesbischof Bohl predigt in der vollen St. Annenkirche
Kantate-Gottesdienst in St. Annen

Am Sonntagmorgen riefen die Kirchen die Besucher des Kirchentags zu den Gottesdiensten, die mit Gospels und Musicals, Kantaten und klassischer Musik, Bands, Bläser und Chören jeweils eigene Akzente setzten. Rund 300 Motorradfans trafen sich zum Biker-Gottesdienst am Pöhlberg. In der prall gefüllten Silberlandhalle erfreuten sich 1.200 Besuchern an wunderbarer Bläsermusik. In Cunersdorf fand ein sehr gut besuchter Gospel-Gottesdienst statt.
Die große St. Annenkirche im Herzen von Annaberg bot wegen Überfüllung nicht allen 1.900 Besuchern Sitzplätze. Arbeit zu schaffen sei das höchste Gebot, sagte Landesbischof Jochen Bohl in seiner Predigt zum Kantate-Gottesdienst. Das Ziel müsse heißen, das Wirtschaften so zu gestalten, dass sie „nicht von der Gier nach immer mehr bestimmt wird“. Vielmehr solle sie eine Teilnahme aller – und auch der Schwachen – ermöglichen.

Bild: Gospel-Gruppe in der Geyersdorfer Kirche
VOICEPOINT-CHOIR mit Band

In Geyersdorf in der Nähe von Annaberg wurde ein im Gottesdienst integriertes Liederprojekt unter dem Titel „Singt von Hoffnung“ vorgestellt. Wegen Überfüllung der kleinen Kirche konnten nicht alle Besucher Platz finden und mussten in die Silberlandhalle ausweichen. Das Crossover-Projekt bringt Band, Liedermacher, Posaunenchor, Organist und Kirchenchor zu einem genreübergreifenden Zusammenspiel. Dieser erstmals in dieser Form durchgeführte Singe-Gottesdienst soll Gemeinden ebenfalls dazu inspirieren, solche Gottesdienste auszuprobieren. In Geyersdorf waren die Besucher von dieser neuen Klangidee offenbar begeistert. Im Nachhinein wird ein Werkheft erscheinen, das es den Gemeinden erleichtert, ähnliche Projekte durchzuführen. Bei der EKD Zukunftswerkstatt 2009, die im September in Kassel stattfinden wird, stellt sich auch dieses Projekt aus Sachsen vor.
Die Geyersdorfer Kirche erlebte noch mittags unter dem Titel „Gospel Moments“ ein mitreißendes Konzert vom regionalen VOICEPOINT-CHOIR mit Band. Die Zuhörer waren von professioneller Gesangsqualität des Ensembles begeistert.

Bild: Superintendent Führer und Pfarrer Loderstädt auf der Bühne
Annaberger Superintendent und Pfarrer begrüßen die Gäste

Mit einem großen Gottesdienst im Herzen der Altstadt fand der Regionale Kirchentag Erzgebirge am 10. Mai in Annaberg-Buchholz seinen Abschluss. Über 1.200 Sänger und rund 300 Musiker setzten den glanzvollen Schlusspunkt unter ein Fest, das nicht nur wegen seiner Größe, sondern vor allem wegen seines Inhalts den Gästen noch lange in Erinnerung bleiben wird. In schwieriger Zeit erlebten Tausende Besucher auf dem Annaberger Markt, in Kirchen und zahlreichen Veranstaltungsorten ein großes Fest der Hoffnung.
Superintendent Dr. Klaus Michael Führer und Pfarrer Karsten Loderstädt aus Annaberg-Buchholz begrüßten von der Bühne auf dem Markt die jeweiligen Gäste aus den Erzgebirgsregionen. Nebenher war es passend, auch gleich den Müttern am Muttertag das Beste zu wünschen. Das Wort für den Tag sprach der ERF-Direktor Jürgen Werth, der noch vor kurzem die Pro Christ Übertragung aus Chemnitz mit geleitet hatte. Er fühle sich bereits hier zu Hause, sagte er.

Bild: Eine junge Helferin beim Verteilen der Wegzehrung
WEGZEHRUNG für alle

Superintendent Führer widmete die Kollekte angesichts des gelungenen dreitägigen Kirchenfestes in ein Dankopfer um. Zur einen Hälfte soll das gesammelte Geld für den vom Landesjugendpfarramt eingerichteten missio fonds gehen, wo regionale Projektstellen im kirchlich-sozialen Bereich mitfinanziert werden. Der andere Teil ist für Hilfe zur Selbsthilfe für Menschen im ostafrikanischen Tansania bestimmt.
Zuvor wurde aber von den jungen Helfern jedem Besucher ein Tütchen mit einem runden Haselnussgebäck als „Wegzehrung“ überreicht.
Resümierend kann festgestellt werden: Die Intention des Kirchenfestes und sein Logo waren deckungsgleich: Bogen und Kreuz verbanden Regionen, Kirchen und Menschen und bunte Regenbogenfarben machten seine Vielfalt in wunderbarer Weise deutlich.
Über eine Neuauflage des Regionaler Kirchentages Erzgebirge wird nachgedacht.

Bild: Blick auf die Abschlussveranstaltung am Sonntagnachmittag

1.000 Kinder waren begeistert vom Angebot rund um die Katharinenkirche

Bild: Zwei Ehrenamtliche Helfer stehen vor dem Lutherdenkmal an der St. Annenkirche
Helfer - Ehepaar Klaus und Dorothea Scharnagel aus Cranzahl

Mit einer Auftaktveranstaltung in der St. Annenkirche in Annaberg-Buchholz begann am Freitagabend der Regionale Kirchentag Erzgebirge, zu dem tausende Besucher an 34 Veranstaltungsorten erwartet werden. Landesbischof Jochen Bohl sagte zur Eröffnung, dass es von Zeit zu Zeit zur eigenen Vergewisserung und der Gemeinschaft auch Höhepunkte geben müsse. Andere, die nicht der Kirche angehörten, könnten sehen, wer wir sind.

Nach der Eröffnung mit prominenten Gästen aus Kirche und Gesellschaft sowie der musikalischen Ausgestaltung durch Bläser- und Gospelchor, war am ersten Abend bereits eine Programmpalette von Theater, Konzert, Kleinkunst, Begegnung und einer Ausstellungseröffnung zu erleben. So waren die Glanzlichter des ersten Abends „Der Messias – Händel meets Pop“ im Erzhammer, textile Schätze der Hochschule für Angewandte Kunst Schneeberg in der Trinitatiskirche und der Auftritt des Illusionisten und Künstlers Mr. Joy im Evangelischen Gymnasium Erzgebirge in Annaberg.

Bild: Bewegungsabläufe im Trainingsraum vom Studio
Christen sind selbstverständlich in Bewegung

Unter dem Motto „Steh auf!“ hatte Landesbischof Axel Noack (Magdeburg) am nächsten Tag in die Silberlandhalle zu einem aufschlussreichen Blick in die Bibel eingeladen. Zur gleichen Zeit startete im Evangelischen Gymnasium Erzgebirge der „Wortwechsel“, u.a. mit Jochen Bohl, Jens Buschbeck und den Musikern Döhler & Scheufler. Ab Sonnabendmittag informierte die „Kirchentagsmeile“ über vielfältige Angebote, Aufgaben und Arbeitsfelder kirchlicher Arbeit. Seminare, Workshops, Foren und Mitmach-Angebote, die an verschiedenen Orten stattfinden, bilden dafür den passenden Rahmen.

Landesbischof Jochen Bohl folgte einer Einladung des sächsischen Sportpfarrers Ulrich Korbel, der im INJOY-Studio am Karlsplatz um mehr Bewegung und sportliche Betätigung warb. Er gab zu bedenken, dass nur drei Landeskirchen in Deutschland, darunter die sächsische, sportliche Aktivitäten so unterstützten. Der Landesbischof wurde zusammen mit Superintendent Dr. Klaus Michael Führer in die Auflockerungsübungen im Fitness-Center mit einbezogen. Für Bohl seien Sport und Kirche keine Gegensätze. „Wer aus dem Leben was machen will, braucht Herz, Verstand und Muskeln“. Dies sagte er auch aus eigener Erfahrung, dass wenn der Kopf besonders gebraucht würde, wäre es für ihn unerlässlich beispielsweise zu laufen. Bohl joggt regelmäßig in seiner knappen Freizeit.

Bild: Kinder in der St. Katharinenkirche
Kinder in der Buchholzer Katharinenkirche

Den ganzen Tag war die St. Katharinenkirche im Stadtteil Buchholz von nahezu 1.000 Kindern belagert. Mit Liedern, Spiel und Spaß, Konzert und Bastelangeboten waren die Kirche oder der Vorplatz immer mit Leben gefüllt. Die neben der Kirche befindliche Feuerwache war geöffnet und die Feuerwehrleute standen sozusagen Pate für den Kinderspaß. Kinder konnten schon mal an einer kleinen Wasserspritze ihre Geschicklichkeit üben oder hatten starke Partner an ihrer Seite.

Nach dem Mittagessen, wo 135 Liter Tomatensuppe, 115 kg Nudeln und 25 kg Reibemix Verwendung fanden, erzählte Clown Leo – alias Steffen Schulz (Halle) – in der vollbesetzten Kirche auf unkonventionelle und auf seine Weise die biblische Schöpfungsgeschichte. Das Konzert für Kinder mit dem Liedermacher Siegfried Fietz aus Greifenstein-Allendorf zeichnete sich durch die Anmeldungen schon im Vorfeld als völlig überfüllt ab, da die Kirche nur bis zu 800 Kindern Platz bietet. Trotzdem drängte sich alles um die Kirche, um das Konzert mitzuerleben.

Bild: Podium im GDZ
Christine Dietze (l.n.r.), Matthias Lißke, Bernd Faulhaber, Jürgen Huss

Im Gründer- und Dienstleistungszentrum Annaberg (GDZ) fanden eine Reihe von Veranstaltungen und Foren statt, die sich am 9. Mai mit zahlreichen Themen zur Wirtschaftethik statt. Den Auftakt bildete ein Referat von Frank Suchy, Vorsitzender des Verbandes „Christen in der Wirtschaft“ (CiW). Der älteste christliche Wirtschaftsverband Deutschlands besteht seit mehr als 100 Jahren und ist ein Zusammenschluss von Christen, die ihr persönliches und berufliches Handeln nach christlichen Prinzipien gestalten wollen. Suchy sprach zum Thema „Wirtschaften nach biblischen Grundlagen – Illusion oder Chance?“.

Bild: Landesbischof Bohl (m.) und CDU-Fraktionsvorsitzender Steffen Flath
Landesbischof Jochen Bohl neben Steffen Flath (r.)

Im Anschluss daran folgte ein spannendes Podiumsgespräch, in dem Unternehmer aus dem Erzgebirge diese Thematik vertiefen. Christa Dietze, Geschäftsführerin eines Marienberger Werkzeugbauunternehmens, Jürgen Huss, Firmeninhaber aus Neudorf und der Holzhändler Bernd Faulhaber berichteten aus ihrer persönlichen Glaubensüberzeugung, wo Gottes über ihrem unternehmerischen Handeln lag.

In ihren Unternehmen gibt es Angebote zu Andacht und Gebet. Sie berichteten, wie der Glaube sie in der täglichen Arbeit begleite. Auf die Frage nach Vermögen angesprochen, sieht sich Jürgen Huss als Verwalter von Mitteln, die für die Leute und die Landschaft eingesetzt werden sollten. Der Chef des Hauses, Matthias Lißke, moderierte die engagierte Runde, die in dem Veranstaltungsraum unter einem Wandkreuz stattfand. Er begrüßte anschließend den Landesbischof sowie den CDU-Fraktionschef im sächsischen Landtag, Steffen Flath.
In seinem Grußwort erzählte Bohl von seiner Kindheit, wo er in einer Händlerfamilie aufwuchs und somit Verständnis für das notwendige Werben um den Kunden habe. Manchmal hätte die Kirche Unternehmer nicht so Blick, meinte er und betonte, dass er in seiner Arbeit immer mal wieder Wert darauf lege, einen Betriebsbesuch durchzuführen, um Einblicke in die Wirtschaft zu bekommen.

Bild: Zwei Mädchen vor dem Evangelischen Gymnasium
Auch ein Podium für die Jugend vor dem Evangelischen Gymnasium in Annaberg

Auf wirtschaftsethische Fragen eingehend, sprach Bohl den mittelständischen Unternehmen der Region sein Vertrauen aus. Für die finanziellen Exzesse seien jedenfalls nicht die mittelständischen Unternehmungen verantwortlich. Er staune immer wieder wie manche Schwankungen am Markt doch ausgeglichen werden. Der Landesbischof wünschte den rund 100 Besuchern durch den Kirchentag ein gestärktes Gottesvertrauen und er sprach den Unternehmern die Unterstützung der Kirche zu, ihre Betriebe zukunftsfähig zu machen.
Nach dem Podium wurden Vorträge in Themengruppen zu wirtschaftsbezogenen Themen angeboten. „Wenn es um´s Geld geht“, „Ein Unternehmen aufbauen und weitergeben“, „Unternehmen in Not – Seelsorge und Krisenbewältigung“ oder „Ein Unternehmen wächst – Risiko oder Chance“, so die Überschriften der einzelnen Foren.

Bild: Podium im Mauersberg-Saal im Evangelischen Schulzentrum
Bildungsfragen im EGE diskutiert

Das Evangelische Gymnasium Erzgebirge bildet das Jugendzentrum des Kirchentages. Seminare und Workshops, u.a. mit Arno Backhaus, Moves zu cooler Musik, Kreativangebote, Kurzfilme, Kleinkunst, Bandfestival, Jugendgottesdienst sowie Themen wie Partnerschaft und Zivildienst bieten ein breites Angebotsspektrum. In welcher Weise sich Bildung und Glaube ergänzen, ist an den Präsentationen der christlichen Schulen des Erzgebirges sowie an Referaten und Podiumsgesprächen ablesbar.

Ein Podiumsgespräch mit hochrangigen Vertretern aus Staat, Kirche und Gesellschaft bildete hier den thematischen Höhepunkt des Tages. Staatssekretär Hansjörg König vom Sächsischen Kultusministerium, Oberlandeskirchenrätin Almut Klabunde u.a. diskutierten in der Mauersberger-Aula des EGE, was christliche Schulen zur Bildung der jungen Generation beitragen könne und welchen Einfluss das auf andere Bildungseinrichtungen habe.

Für den Staatsekretär sei es wichtig, dass es Religionsunterricht gebe. Daran zu weiter arbeiten sei eine Herausforderung, denn er verstehe Bildung auch als Persönlichkeitsbildung. In diese Richtung sprach sich auch die Oberlandeskirchenrätin aus, die für verschiedene Bildungsbereiche zuständig ist. Für sie sei nichts dringlicher, als dass Kinder- und Jugendliche gute Bildungschancen bekommen. Das beinhalte auch die charakterliche Bildung an verschiedenen Orten. Dem christlichen Glauben käme hier eine wichtige Funktion für die ganzheitliche Bildung“ zu, da er die „integrierende Kraft“ zwischen Wissens- und Herzensbildung darstelle.

Bild: Bands spielen in der Turnhalle des Gymnasiums in die Nacht hinein
Regionales Bandfestival am Abend mit je einer Band aus den beteiligten Kirchenbezirken in EGE-Turnhalle

Der Abend stand ganz im Zeichen musikalischer Glanzlichter. In der St. Annenkirche gab eine Referenz an Felix Mendelssohn Bartholdy und im Evangelischen Gymnasium Erzgebirge startete ein regionales Bandfestival – u. a. mit den Lokalmatadoren von „Denkmal“ - das in das Konzert mit „Octoberlight“ mündet. Der bekannte Liedermacher Manfred Siebald war im Erzhammer zu erleben und in der Buchholzer St. Katharinenkirche laden Blechbläser zu einer Reise durch die Jahrhunderte ein. Zuvor wurden im Eduard-von-Winterstein-Theater Bibeltexte und Musik zu einer wunderbaren Collage verwoben.
Gospels und Musicals, Kantaten und klassische Musik, Bands, Bläser und Chöre prägen das Programm der zahlreichen, zielgruppenorientierten Gottesdienste am 10. Mai.

Bild: Stand Diakonie auf der Kirchenmeile
Leistungen der Diakonie Erzgebirge

Dass Diakonie ihren festen Platz in der Gesellschaft hat, zeigt die Arbeit mit Behinderten, Senioren und Suchtkranken, in Hospizen und Pflegediensten beispielhaft auf. Foren, Theaterstücke, Vorträge sowie ein internationales Cafe befassen sich mit der Thematik. Neben den großen Glanzlichtern spielt Musik in Workshops und Konzerten eine wichtige Rolle.

Träger des Regionalen Kirchentages sind die drei Evangelisch-Lutherischen Kirchenbezirke des Erzgebirges: Annaberg, Aue und Marienberg. „Wenn durch dieses Fest viele Menschen erleben und entdecken, dass der christliche Glaube auch heute noch Halt, Orientierung und tragfähige Werte bietet, dann hat der Kirchentag seinen Zweck erfüllt“ so Superintendent Klaus Michael Führer vom gastgebenden Kirchenbezirk Annaberg. Von Seiten der Stadt und zahlreicher Sponsoren wird der Kirchentag in vielfältiger Weise unterstützt. „Drei Tage lang werden hoffnungsvolle Botschaften aus unserer Stadt in die Welt gesandt, was kann Annaberg-Buchholz Besseres passieren“, sagt Oberbürgermeisterin Barbara Klepsch.(Mai 2009)

Regionaler Kirchentag Erzgebirge

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